Jahrelang habe ich geglaubt, dass unser Leben – was wir tun, was wir denken, was wir fühlen, was wir empfinden
Ich konnte eine ganz enge Verknüpfung sehen, wenn ich mir die Leben und Überzeugungen von über 13.000 Coachees angeguckt habe.
In den letzten Wochen musste ich diese Schlussfolgerung jedoch überdenken.
Ich habe ein paar Schritte zwischen inneren Einstellungen und unserer Art, das Leben zu leben, entdeckt und glaube nicht mehr, dass es eine direkte Verbindung zwischen ihnen gibt.
Um erklären zu können, was dann die Verbindung ist, verweise ich noch mal auf drei meiner Artikel zum Thema „Wahrnehmung der Realität“ im letzten Jahr [der Originalartikel ist von 2010]:
http://www.mortylefkoe.com/122209 und
Can We Manifest Specific Things in Reality? “Occurring” Part 3
Wenn Du zum Beispiel etwas tun willst, das Dir schwierig vorkommt, dann ist es für Dich auch wirklich schwierig.
Das Projekt könnte beispielsweise Fähigkeiten erfordern, die Du nicht hast, oder Du bist Dir nicht sicher, ob Du das Projekt erfolgreich wirst erledigen können. Aber das Projekt an sich ist gar nicht schwierig. Schwierig in Deinem Kopf, ja. Aber die Anforderungen des Projekts sind in der echten Welt.
Es gibt also einen grundlegenden Unterschied zwischen der Realität und unserer Wahrnehmung der Realität, und die meisten Menschen erkennen diesen Unterschied nie.
Zurück zu meiner neuen Erkenntnis:
Mir scheint, dass das, was unsere Gedanken, Gefühle, Verhalten usw. bestimmt, unsere Wahrnehmung der Realität ist, jeden Moment. Für uns ist die Realität gleich unserer Wahrnehmung von ihr – und nicht, wie sie wirklich ist.
Ja, tun sie. Die Verbindung zwischen unseren inneren Einstellungen und Konditionierungen und wie die Dinge sich für uns darstellen ist die Bedeutung, die wir der Realität immer wieder geben.
Ich glaube, das funktioniert so:
Wir haben Einstellungen und Konditionierungen aus unserem früheren Leben.
In jeder Situation, in der wir uns wiederfinden,
bestimmen hauptsächlich unsere Einstellungen und Konditionierungen die Bedeutung,
die wir dieser Situation geben.
Und diese Wahrnehmung bestimmt dann, wie wir auf die Situation reagieren.
Stell Dir vor, dass Du einige innere Einstellungen hast, unter anderem
„Was mich gut genug oder wichtig macht, ist, dass andere gut von mir denken“.
Du bist nun in folgender Situation: Du bist in einer Gruppe Deiner Freunde, die alle dieselbe Meinung über etwas haben. Du hingegen stimmst nicht zu.
Das ist die Realität.
Weil Du die inneren Einstellungen hast, die Du nun einmal hast, könntest Du die Situation so interpretieren:
„Es ist gefährlich, jetzt nicht meinen Freunden zuzustimmen, weil sie mich dann vielleicht nicht mehr mögen oder schlechter von mir denken.“
Weil Du der Situation diese Bedeutung gibst, ist sie für Dich wahrscheinlich unbequem, Du fühlst Dich nicht wohl, und Du willst nicht sagen, dass Du eigentlich nicht der Meinung Deiner Freunde bist. Wahrscheinlich würdest Du also gar nichts sagen.
Wegen dieser Bedeutung würdest Du die Situation persönlich so wahrnehmen. Und letztendlich wäre Dein Verhalten passend zu Deiner Wahrnehmung.
Als ich letzte Woche einem Freund von meiner neuen Erkenntnis in der Beziehung zwischen Überzeugungen und unserer Weise, das Leben zu leben, erzählte, sagte er:
„Warum machst Du es so kompliziert? Wenn Überzeugungen und Konditionierungen die Bedeutung der Situation hervorrufen, die wiederum die Wahrnehmung beeinflusst, die bestimmt, wie wir unser Leben leben, macht es doch nichts, wenn zwischen den Überzeugungen und unserem Leben wie wir es leben noch ein paar Elemente liegen, oder?“
Doch.
Wenn unser Leben das direkte Ergebnis unserer inneren Einstellungen und unserer Konditionierungen wäre, könnten wir unser Leben nicht ändern, bis wir sie gefunden und gelöst hätten.
Wenn aber unser Leben das Ergebnis von Bedeutungen ist, die wir Situationen geben, dann könnte es möglich sein, diese Bedeutung zu verändern und somit auch, wie wir uns in einer bestimmten Situation fühlen und verhalten, ohne die inneren Einstellungen lösen zu müssen.
Ich glaube, dass es möglich ist, genau das zu tun.
Ich bin derzeit dabei, ein zehnwöchiges Experiment mit 20 Leuten zu machen, um zu sehen, was es braucht, um die automatische Deutung einer Situation zu verändern. Bisher sieht es gut aus. Ich selber habe es schon viele Male gemacht, auch wenn es schwer ist, es regelmäßig zu machen.
Langfristig würdest Du natürlich die relevanten negativen Einstellungen und Konditionierungen immer noch ganz loswerden wollen, denn wenn Du das nicht tätest, würdest Du ähnlichen Situationen immer wieder dieselbe Bedeutung geben, die dann wiederum verändert werden müsste.
Jetzt fragst Du Dich vielleicht:
Wie verändert man also die Bedeutung, die wir ständig automatisch und unbewusst Ereignissen geben?
Genau so, wie wir Bedeutungen loslassen, die wir uns als Kinder angeeignet haben:
Es scheint auch so, als wären manche Menschen in der Lage, ihre Wahrnehmung zu ignorieren oder zu überspielen.
Ich habe ein paar Menschen beobachtet, die finanziell, beruflich und in anderen Aspekten ihres Lebens, z.B. wie sie mit Essens- oder Gewichtsproblemen umgehen, erfolgreich scheinen. Diese Menschen haben trotzdem eine Anzahl an negativen inneren Einstellungen.
Das würde gar keinen Sinn ergeben, wenn unser Leben genau wie unsere Einstellungen wäre.
Wenn ich aber beachte, was ich herausgefunden habe, dann scheint es, als würden diese Menschen entweder immer wieder die Bedeutung von Situationen verändern oder immer wieder überspielen, wie sich die Situation für sie darstellt.
Diejenigen, die Letzteres machen, scheinen in der Lage zu sein, sich selber zu sagen:
„Ja, die Welt kommt mir schwierig vor, oder ich scheine nicht zu passen usw., aber ’so what‘? Die Realität (also wie ich die Welt wahrnehme) interessiert mich nicht wirklich, ich mache trotzdem mit.“
Wenn ich mir mein eigenes Leben so angucke, sehe ich, dass ich das auch ab und zu getan habe.
Ich habe Absichten oder Ziele, in denen ich so sehr aufgehen kann, dass ich total ignoriere, wie ich sie wahrnehme.
Ich habe beschlossen, meinen Zuckerkonsum herunterzufahren und esse nur noch ein Stückchen Schokolade oder zwei nach dem Abendessen und gar nicht während des Tages. Meistens habe ich nach dem Mittagessen das Verlangen, ein Stückchen zu essen. Ich nehme das Gefühl wahr, ignoriere es und sage leise zu mir selber:
„Es ist mir egal, ob ich jetzt gerne Schokolade essen würde. Ich werde es nicht tun.“
Es ist kein Kampf, das Verlangen wird wirkungslos, und ich denke gar nicht mehr an Schokolade nach diesem Gedanken. Mein Bekenntnis zu weniger Zucker scheint also so viel größer zu sein als mein Verlangen nach Schokolade nach dem Mittagessen, dass sich das Verlangen nach Schokolade einfach unwichtig fühlt.
Nach Fertigstellung des Lefkoe Freedom Experiments werde ich mehr über die Bedeutung von Situationen und das Verschieben von Wahrnehmungen sagen können.
Probier Dich in der Zwischenzeit doch selber aus.
Schau mal, ob Du Dir des Unterschieds zwischen der Realität und wie Du sie wahrnimmst bewusst bist.
Und dann probiere aus, ob Du Deine Wahrnehmung ändern kannst, indem Du die Bedeutung der Situation, in der Du Dich befindest, veränderst.
Der Originalartikel „What really determines how we live our lives“ ist auf seinem Blog mortylefkoe.com erschienen.
[Bildquelle: Das Bild mit den Schatten unserer Wahrnehmung ist von LoggaWiggler auf Pixabay – vielen Dank!]Wie oft hast Du schon an einem Workshop für Persönlichkeitsentwicklung teilgenommen, einem Audio-Selbsthilfe-Kurs gelauscht, oder eine DVD-Reihe angeschaut, die alle Dein Leben verändern sollten?
Angesichts der Menschen, die normalerweise meinen Blog [Morty Lefkoes Original-Blog findest Du hier] lesen, kennst Du das wahrscheinlich auch.
Viele meiner Leser haben mir davon berichtet.
Warum bewirken diese Kurse, die doch normalerweise so viel wertvolle Informationen liefern, keine nachhaltigen Veränderungen?
Basierend auf allem, was wir über Veränderungen wissen, sollten sie das doch!
Was ist aber, wenn unsere Annahmen, wie Veränderungen erreicht werden können, falsch sind?
Die Annahme, die den meisten Veränderungs-Versuchen zugrunde liegt, ist
„Information (I) + Motivation (M) = Veränderung (V)“
Diese Gleichung ergibt logischen Sinn für alle, die versuchen, Veränderungen hervorzurufen – Psychotherapeuten, Coaches, Eltern, ambitionierte Einzelpersonen.
Wenn Du weißt, was zu tun ist und wie es zu tun ist, und wenn Du motiviert bist (positiv oder negativ), ist das nicht alles, was Du benötigst, um die passenden Maßnahmen zu ergreifen?
Offensichtlich nicht, denn die Gleichung „I + M = V“ scheint sehr häufig nicht aufzugehen.
Wenn sie das täte,
Sagen wir, Du schiebst alles gern auf die lange Bank. Projekte auf der Arbeit lässt Du immer bis kurz vor knapp liegen. Letztlich machst Du Dir die meiste Zeit Sorgen, gibst manchmal auch Projekte zu spät ab – was Dein Chef natürlich unschön findet.
Er sagt Dir:
„Ich würde Dich gerne befördern und Dein Gehalt erhöhen,
aber das kann ich nicht, so lange Du Projekte zu spät abgibst.“
Du hast Dich entschieden, dass Du Dich verändern musst
und dass Du es wirklich willst. Was tust Du also?
Jetzt hast Du also alle Informationen und Ressourcen gesammelt, die Du brauchst, um Dein Projekt pünktlich abzuschließen. Und Du hast ja auch gute Gründe: eine mögliche Beförderung, eine Gehaltserhöhung, die Wertschätzung Deines Chefs und eine Minderung Deiner ewigen Sorgen.
Funktioniert es denn?
Sei doch mal ehrlich!
Nachdem Du all das getan hast, dazu all die anderen Variationen, die Du entdeckt hast – ändert sich Dein Verhalten denn wirklich?
Und wenn dem heute so ist, ist es auch weiterhin Monat für Monat einfach, sich daran zu halten?
Für die meisten von uns ist die Antwort NEIN.
(Wenn Du findest, dass die Annahme falsch ist, denk an all die Momente in Deinem Leben, in denen Du Dir eine Veränderung vorgenommen hattest, gestützt von Information und Motivation, die Du aber aus unerfindlichen Gründen trotzdem nicht geschafft hast.)
Lasst uns ein anderes Beispiel anschauen, das zeigt, wie ineffektiv I + M = V als Hilfe für Verhaltens- und Gefühls-Veränderungen ist.
Jetzt weißt Du also genau, was Du zu tun hast:
Aber Monate vergehen und nichts verbessert sich, obwohl Du es nach bestem Gewissen versuchst. Du hältst nach wie vor einige Deiner Gedanken und Gefühle zurück. Du glaubst weiterhin, dass Dein Partner an Euren Schwierigkeiten Schuld ist. Und so weiter, und so fort.
Vielleicht, weil Du immer noch die folgenden inneren Einstellungen hast:
„Es ist gefährlich, meine Gefühle auszusprechen.“ – „Meine Gefühle sind nicht wichtig.“ – „Niemanden interessiert, was ich zu sagen habe.“ – „Männern/Frauen kann man nicht vertrauen.“ – „Beziehungen sind schwierig.“ Usw.
I + M = V ist nicht genug, um Gefühls- und Verhaltensänderungen hervorzurufen, weil die inneren Einstellungen, die wiederum Gefühle und Verhalten auslösen, nicht gelöst wurden. Innere Einstellungen sind nicht mehr als unsere Wahrnehmung der Realität, die wir als „die Wahrheit“ auffassen. Für uns sind sie genaue Feststellungen der Realität.
Deshalb formen Deine inneren Einstellungen Dein Verhalten, Deine Gefühle, Deine Haltung.
Wenn also das Material zur Persönlichkeitsentwicklung, das Du ausprobiert hast, keine nachhaltigen Veränderungen gebracht hat, weißt Du jetzt, wieso: Du wurdest informiert und motiviert, aber Du hast Dich nie von Deinen inneren Einstellungen gelöst, die das ungewünschte Verhalten hervorgerufen haben.
Aufgeregt, dass ich eine Erklärung hatte für meine Unfähigkeit, mein Verhalten und meine Gefühle zu verändern – aber ohne einen Plan, wie ich meine mich einschränkenden inneren Überzeugungen loswerden sollte.
Und dann habe ich einen Weg gefunden, diese Einstellungen zu lösen – schnell, einfach und nachhaltig [Morty Lefkoe bezieht sich hier auf den von ihm entwickelten Lefkoe Belief Process – Anmerkung der Redaktion].
So konnte ich mein Leben für immer verändern.
Und jetzt kannst Du Deine Dich einschränkenden inneren Einstellungen lösen und Dein Leben auch für immer verändern.
Während ich diese Worte schreibe, habe ich eine Kanne Matcha neben mir, den japanischen gemahlenen Grünen Tee, der in traditionellen Zeremonien genutzt wird, und genieße die ruhigen Morgenstunden.
eine Möglichkeit, präsent zu sein und Aufmerksamkeit zu trainieren.
Ich kann Langsamkeit leben und das Leben auskosten.
Und für mich ist es auch eine Möglichkeit, mich auf die wichtigen Dinge zu besinnen.
Wenn ich bemerke, dass ich Schwierigkeiten habe, mich auf eine Sache zu konzentrieren, ist eine Pause zum Teekochen perfekt, um die Konzentration zurückzuholen. Die besten Texte habe ich mit Hilfe einer Tasse oder Kanne Tee geschrieben.
Ich bin kein Tee-Experte, also schreibe ich hier kein Handbuch, wie man den besten Tee braut oder aussucht. Verglichen mit echten Tee-Experten mache ich wahrscheinlich viele Anfängerfehler. Damit kann ich leben, weil ich hier nur von meinen Ritualen erzählen will, die ich für Konzentration, Gemächlichkeit und Gesundheit nutze.
Ich gebe ihnen nur unterschiedliche Namen, damit ich zeigen kann, wie ich sie nutze – sie können aber ganz einfach untereinander ausgetauscht werden.
Wenn ich meine wichtigsten Arbeiten fertigstellen muss, nehme ich mir meistens zuerst ein paar Minuten zum Teekochen. Es ist ein kleines Signal, dass es jetzt Zeit ist, alle Ablenkungen zu ignorieren (und ja, davon habe ich eine ganze Menge) und alles wegzuräumen, das ich jetzt nicht brauche.
Ich koche etwas Wasser im Teekessel. Ich habe schon einen metallenen und einen elektrischen ausprobiert. Der elektrische ist genauso gut, ist aber natürlich weniger traditionell. Gefiltertes Wasser ist am besten, aber bei mir zuhause schmeckt das Wasser so gut, dass ich mir die Mühe des Filterns häufig gar nicht mache.
Ich nehme zwei Löffel Matcha, so viel, wie die Bambuskelle tragen kann. Meine Teeschale ist rustikal, weil ich die raue Oberfläche in meinen Händen beim Trinken so schön finde.
Ich fülle die Schale halb mit Wasser und nehme einen Schneebesen aus Bambus – das würden Experten sicher nicht. Ich rühre den Tee und das Wasser schnell um, bis ein hellgrüner Dampf entsteht.
Dann spüle ich die Kelle und den Schneebesen ab und räume sie wieder weg. Ich genieße den Teeduft, die schöne Farbe und das beinahe Brühe-artige Aussehen.
Ich räume alles von meinem Computer und Schreibtisch außer das, was ich zum Schreiben brauche – und natürlich meine Teeschale. Ich schließe den Browser, alle Apps außer meiner Schreib-App, und fahre alle anderen Geräte herunter.
Ich nehme einen Schluck von meinem Tee und genieße seine Dichte, seine leichte Bitterkeit (welcher viele Menschen oft mit leckeren japanischen Süßigkeiten oder Crackern entgegen wirken), seinen süßen Nachgeschmack und die feinen Stückchen, die auf meiner Zunge zurückbleiben.
Ich sitze, ich atme, ich schreibe. Dann nehme ich einen Schluck – und wiederhole das Ganze.
Das moderne Leben hat eine Tendenz zur Hektik, zum Hetzen von Termin zu Termin, zu einer E-Mail nach der anderen, bis unsere Tage ineinander verschwimmen.
Tee ist für mich perfekt zum Runterkommen. So kann ich zum normalen Rhythmus des Lebens zurückfinden.
Also mache ich am Nachmittag, wenn die Dinge hektisch werden, eine Pause. Ich fülle Teeblätter (z.B. einen Sencha oder einen Oolong) in eine kleine Teekanne, während das Wasser anfängt zu kochen. Einen Moment lang genieße ich den Anblick der Teeblätter, mit welcher Konstanz sie aufgebaut sind, per Hand gepflückt von Bauern in Japan oder Taiwan, und atme auf die Blätter, um ihren Duft zu wecken.
Ich fülle nur die Menge einer Teetasse in die Kanne und achte auf meinen Atem, während der Tee etwa 30 Sekunden lang zieht (ich mag ihn eher leicht, nicht bitter). Das Achten auf meinen Atem ist eine kurze Meditation für mich, wie der Rest des Rituals. Ich fülle den kurz gezogenen Tee in eine kleine Tasse, die nur etwa halb so groß ist wie meine Faust. Ich genieße die Farbe, die Beschaffenheit, den Duft und versuche, Aromen herauszuriechen (obwohl ich darin bin nicht besonders gut bin).
Dann nehme ich einen Schluck.
Der erste Schluck ist eine Offenbarung, die hektische Welt verschwimmt vor meinen Augen, wenn der leckere Tee auf meine Zunge trifft und sie mit seiner Wärme und seinen Geschmäckern flutet, die ihre Reise in der Erde begonnen haben, tausende Kilometer entfernt in einem Land, das das seit einem oder zwei Jahrtausenden so macht.
Er besteht fast nur aus Wasser mit nur ein bisschen Geschmack der Teeblätter, so gering, dass ich wirklich aufmerksam sein muss, um ihn auch wahrzunehmen.
Der Moment geht total auf im Flüstern meines Tees und wird noch langsamer, wenn meine Aufmerksamkeit aufhört, herumzuwandern und anfängt, die Stille zu genießen.
Mein Leben wird von vier Flüssigkeiten bestimmt: Wasser, Kaffee, Wein und Tee.
Sie alle haben ihre Vorteile für die Gesundheit, aber Tee ist wohl am gesündesten von allen.
Den ganzen Tag über und auch nachts trinke ich Wasser, es gibt mir Leben.
Kaffeetrinken ist etwas, das ich mit meiner Frau Eva teile. So läuten wir den Start eines guten – eines jeden – Tags ein.
Wein ist unser Ritual zum Runterkommen und bedeutet, dass der Tag gut war.
Tee ist ein Signal für Gemächlichkeit und Konzentration, das ich tagsüber nutze.
So kann ich auch kleine Snack-Attacken stillen, wegen denen ich früher zu ungesunden Snacks gegriffen hätte. Ich nutze Tee, um meinen Mund zufrieden zu stellen, so dass er sich nicht nach Süßigkeiten, salzigen Snacks oder Fett umsieht.
Zwischen dem Mittag- und Abendessen trinke ich also häufig Tee. Vielleicht eine Schüssel Matcha, vielleicht eine Tasse mit Tee aus echten Blättern, während ich arbeite oder mich erhole.
Tee ist ein gesunder Snack, der meinen Tag besser macht.
Der Originalartikel „Tea rituals for focus, health & slowness“ ist auf seinem Blog Zen Habits erschienen.
Manche Menschen sind ja überzeugt, dass wir unsere Realität dadurch schaffen, dass wir uns auf die Dinge konzentrieren, die wir uns ersehnen. Andere sind genauso überzeugt, dass das New Age-Blödsinn ist. Egal welcher dieser Standpunkte wahr ist: Unstrittig ist, dass wir neue Möglichkeiten, eine brandneue Realität für uns erschaffen können,
Hier ist ein Beispiel. Nimm einmal an, dass Du die folgenden inneren Einstellungen hättest.
„Ich bin nicht liebenswert.“
„Beziehungen funktionieren nicht.“
„Männern/Frauen kann man nicht vertrauen.“
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du mit diesen Einstellungen jemals eine wirklich gute, wachsende, langfristige Beziehung hast?
Gering bis hin zu Null, oder?
Lass uns jetzt annehmen, dass Du etwas wie den Lefkoe Belief Process [der Link führt Euch zu Mortys Original-Erläuterungen, wie dieser Prozess funktioniert] nutzt, um Deine inneren Überzeugungen loszuwerden. So eröffnest Du Dir die Möglichkeit, eine gute, wachsende, langfristige Beziehung zu haben – eine Möglichkeit, die Du vorher nicht hattest.
Es gibt keine Garantie, dass Du diese Beziehung wirklich jemals finden wirst, aber im Gegensatz zu früher hast Du nun die Möglichkeit dazu.
Das ist eine der wichtigsten Konsequenzen, die das Loslassen von einschränkenden inneren Einstellungen mit sich bringt:
Lass mich Dich an etwas erinnern, das ich in einem früheren Artikel schon mal geschrieben habe, um mich deutlich auszudrücken. Stell Dir vor, Deine inneren Einstellungen wären die folgenden:
„Man muss hart arbeiten, um Geld zu verdienen.“
„Ich verdiene es nicht.“
„Ich werde niemals genug Geld haben.“
„Geld ist immer knapp.“
„Um Geld muss man kämpfen.“
„Das Leben ist hart.“
Deine Realität, die mit diesen Einstellungen abläuft, beinhaltet keine Möglichkeit, leicht zu Wohlstand zu kommen – wenn überhaupt.
Die Möglichkeiten, die Du in der Realität hast, werden von Deinen inneren Einstellungen bestimmt.
Wenn Du glaubst, dass das Leben hart ist, sind kleine Hügel auf Deinem Weg frustrierende Hindernisse, anstatt aufregende Herausforderungen.
Wenn Du glaubst, dass Du nicht fähig oder kompetent bist, würdest Du dann etwas ausprobieren wollen, von dem Du glaubst, dass Du es sowieso nicht schaffst?
Und selbst wenn Du es versuchen würdest – glaubst Du, Du würdest Erfolg haben?
Sogar die Umgebung eines Unternehmens ist zu einem Großteil abhängig von inneren Einstellungen. In Workshops mit Unternehmern oder Geschäftsführern mache ich ihnen oft klar, dass die größte Schwierigkeit für ihr Unternehmen nicht die Welt (Konkurrenz, Regierung, Kosten usw.) ist, sondern die Blockaden in den Köpfen ihrer Mitarbeiter.
Wenn beispielsweise die Menschen in einem Unternehmen glauben, dass etwas unmöglich ist – wie Outsourcing, Kapitalbeschaffung, gute neue Mitarbeiter finden, ein bestimmtes Verkaufs- oder Einnahmeziel erreichen -, dann entwickelt sich diese Einstellung zu einer sog. „self-fulfilling prophecy“ – einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Die Mitarbeiter handeln so, wie es zu ihrer Realität passt, die wiederum von ihren Einstellungen abhängt:
„Wenn etwas unmöglich ist, brauchen wir es gar nicht erst zu probieren.“
Wie Du siehst, brauchst Du tatsächlich nichts zu tun, um Dir neue Möglichkeiten zu eröffnen und Dir buchstäblich eine neue Realität zu schaffen – außer Deine Einstellungen loszuwerden.
So großartig das schon ist: Es ist auch spannend zu sehen, dass wir die Veränderungen in Verhalten oder Gefühlen oftmals gar nicht bemerken, nachdem wir Einstellungen losgeworden sind. Wenn uns keine Einstellungen behindern, müssen wir uns nur zu einer Veränderung in unserem Leben bekennen. Normalerweise passiert die Veränderung dann auch.
Manchmal wissen wir nicht wie.
Dann beschaffen wir uns Informationen, woraufhin die Veränderung passiert.
Das ist aber nicht so leicht, wenn wir von unseren inneren Einstellungen behindert werden.
Wenn wir versuchen, gegensätzlich zu unseren Einstellungen zu handeln und zum Beispiel Wohlstand erzielen, eine Beziehung aufbauen oder die Gewohnheit loswerden wollen, Dinge hinauszuzögern, obwohl unsere Einstellungen dagegen arbeiten, erfahren wir sowohl den Kampf, den die Veränderung mit sich bringt, als auch unsere Unfähigkeit, langfristige Veränderungen zu erreichen.
Wenn die Einstellung jedoch gelöst ist, können wir ohne Probleme tun, was wir tun – automatisch, unbewusst. Weil es keine Behinderung gibt und weil uns die Veränderung so leicht gefallen ist, bemerken wir nicht einmal, dass die Behinderungen von früher gar nicht mehr da sind.
Das habe ich einmal ganz besonders bei einer Coachee gesehen, die ich ein paar Monate nicht gesehen hatte. Ich fragte sie nach ihrem Sex-Leben. Sie antwortete:
„Es ist gut, warum fragen Sie?“
Ich las ihr vor, was sie mir einige Monate zuvor erzählt hatte: Sie hatte kein Interesse an Sex gehabt . Das hatte sie jahrelang gequält. Als ich das vorlas, fiel sie aus allen Wolken.
„Ich hatte total vergessen, dass das mal so war. Meine neuen Gefühle und mein neues Verhalten kommen mir jetzt so natürlich und automatisch vor, dass ich sie einfach als selbstverständlich erachte.“
Wenn Du auf der Straße auf ein Hindernis stößt, bist Du Dir bewusst, wie Du versuchst, es wegzuräumen, damit Du weiterfahren kannst. Nachdem Du das Hindernis weggeräumt hast und dieselbe Straße noch ein paar Mal gefahren bist, vergisst Du irgendwann total, dass das Hindernis überhaupt jemals da gewesen ist.
Worauf wartest Du noch?
Der Originalartikel „How to create new possibilities in your life“ ist auf seinem Blog mortylefkoe.com erschienen.
[Bildquelle: AlanDavidRobb auf Pixabay – danke!]Unser Zuhause ist nicht so sauber und spärlich wie ein Zen-Tempel, aber wenn ich das Gerümpel und den Staub in den Wohnungen anderer Menschen sehe, stelle ich immer wieder fest, wie weit wir es geschafft haben.
Das soll weder eine Verurteilung anderer sein noch eine Bekanntmachung, wie großartig wir im Putzen und Entrümpeln sind, sondern eine Erinnerung für mich an das, was ich gelernt habe.
Es sind keine Hausarbeiten, vor denen es mir graut; es ist auch kein Streben nach der perfekten Umgebung – es sind Möglichkeiten, das Leben im aktuellen Moment zu üben.
Als solche sind sie einige meiner Lieblingsbeschäftigungen.
Wenn ich die Arbeitsplatte mit einem Tuch wische, denke ich nicht
„diese Küche ist so dreckig!“ (Urteil)
oder
„ich wünschte, die Leute würden hinter sich aufräumen“ (Wunsch, dass die Dinge anders wären)
oder
„heute habe ich viel zu tun“ (Zukunftsgedanken)
oder
„mein Sohn hat mich wirklich genervt, als er das heute Morgen gesagt hat“ (an der Vergangenheit kleben).
Und sollte ich doch einmal so etwas denken, nehme ich den Gedanken einfach nur wahr und putze weiter.
Ich fühle, wie das Tuch über die unebene Oberfläche der Platte wischt und wie sie langsam wieder glatter wird.
Ich spüre die Anspannung in meinen Schultern und meinem Kiefer und entspanne sie.
Mein Atem wird mir bewusst, während er ein und aus geht.
Ich spüle das Tuch sorgfältig aus, säubere es und schaue dem dreckigen Wasser zu, wie es im Abfluss verschwindet.
Es ist aber auch jetzt schon ‚Leben‘, nicht nur eine Übung, sondern auch das konkrete Ereignis.
Achtsam Dinge abzuwischen ist genauso gefüllt mit Wundern wie jeder andere Moment in meinem Leben auch.
Genauso handhabe ich es, wenn ich das Geschirr spüle, meinen Schrank oder mein Regal aussortiere, das Waschbecken oder die Toilette putze, wische.
Jeder Moment, in dem ich diese Dinge mache, ist voll Freude und ich bin dankbar für den Moment, in dem ich gerade bin.
Ich zeige Euch jetzt eine Liste an Orientierungshilfen. Diese sind nur einige von vielen speziellen Dingen, die mich regelmäßig an die generellen Prinzipien erinnern.
Die wichtigsten Dinge sind diese generellen Prinzipien, an die ich immer versuche mich zu halten:
Plane nichts, sei mit den Gedanken nicht bei der nächsten Aufgabe, höre keinen Podcast oder sieh fern, während Du Deine aktuelle Aufgabe erledigst.
Wische nur. Fege nur. Entrümpele nur. Wasche nur, spüle nur.
Sei dankbar für was Du hast, dafür, dass Du putzen oder entrümpeln kannst, bevor Du anfängst.
Sei dankbar für die Menschen, die Du in Deinem Leben hast, und erinnere Dich daran, warum Du dankbar bist.
Dann denke daran, dass Du aus Mitgefühl putzt:
Das ist Dein Vorhaben und es wird Dir helfen, achtsam zu sein.
Übe, Deine Achtsamkeit zu konzentrieren: auf das Tuch, auf den Besen, auf den Staub.
Achte aber auch auf Deine Gedanken:
Verbanne diese Gedanken nicht, aber nimm sie wahr.
Dann mach Dich wieder ans Putzen. Sei auch aufmerksam, wenn Du Deinen Körper wäscht, nimm Deinen Atem wahr.
Nimm einfach alles am Moment wahr, versinke in diesem Moment.
Das ist natürlich eine Philosophie, die von denen gelebt wird, die viel draußen sind:
Hab eine möglichst kleine Wirkung auf das Land, hinterlasse nur Fußspuren, das einzige, was du mit nach Hause nimmst, sind Deine Fotos.
Was ist aber zuhause oder im Büro?
Sie sind vielleicht nicht so natürlich wie ein See oder ein Berg, aber sie sind unser Lebensraum.
Wir müssen hier leben, oft mit unseren Lieben, also sollten wir aufmerksam sein, welchen Eindruck wir hinterlassen. „Hinterlasse keine Spuren“ bedeutet, keine Unordnung zu hinterlassen, den Müll ordentlich wegzuräumen, Menschen in Deinem Raum mit Respekt zu begegnen.
Mit diesen Prinzipien habe ich angefangen, eine Liste von Orientierungshilfen zu erstellen.
Es sind keine Regeln, sondern Wegweiser, an denen Du Dich selber testen kannst, um alles, was Du tust, mit der größten Aufmerksamkeit zu tun.
Ich habe eine Menge hiervon von FlyLady, den Mitarbeitern des Tassajara Zen Mountain Center und von Dogens „Instructions for the Tenzo“ gelernt.
Schon hast Du es geschafft.
Das hier ist keine Abfolge von Idealen, zu denen Du streben solltest oder ein Perfektions-Standard, den es zu erreichen gilt.
Es ist einfach eine Achtsamkeitsübung, und wenn Du aufmerksam putzt oder entrümpelst, hast Du es schon geschafft.
Der Originalartikel „Mindful simplicity: Decluttering, cleaning & leaving no trace“ ist auf seinem Blog Zen Habits erschienen.
Damit Ihr ganz persönlich etwas von diesem Blog habt, möchte ich heute damit anfangen, Euch ein paar Fragen zu stellen:
Erstens: Welchen Sport auch immer Du machst –
Mit anderen Worten: Wenn Du Deine beste Leistung mit 10 bewertest, wie oft schaffst Du eine 10?
Die nächste Frage:
Ganz offensichtlich hast Du die körperlichen Voraussetzungen und Fähigkeiten, sonst hättest Du ja nie eine 10 geschafft…
Ich behaupte:
Der Grund, warum Du nicht immer gleichbleibend gut bist und warum Du meistens nicht Dein ganzes Potenzial bei Deinem Sport ausschöpfst, ist nur Dein Kopf – und ganz besonders Deine inneren Überzeugungen, Deine Einstellungen, Deine Gefühle – Sie alle kannst Du ganz allein ändern.
Natürlich brauchst Du die richtigen Fähigkeiten für Deinen Sport, aber wie Jim Loehr [ein Sport-Psychologe, der bereits mit vielen erfolgreichen Profisportlern zusammen gearbeitet hat] sagt:
„Das Alleinstellungsmerkmal großer Sportler egal welchen Sports ist nicht so sehr ihr herausragendes Talent, sondern vielmehr ihre herausragende Fähigkeit, konsistent auf dem höchsten Level ihres Talents zu spielen.“
Dem stimmen viele andere zu. USA Today z.B. sagte:
„Die besten Golfspieler sind sich schon seit Jahren einig: Die Top 100 der Golfspieler der Welt unterscheiden sich kaum in ihren körperlichen Fähigkeiten.
Was zwischen Erfolg und Misserfolg entscheidet ist ihre Herangehensweise, ihr Krisenmanagement auf dem Course, ihr Umgang mit Druck, und ihre Fähigkeit, mit Emotionen, Ängsten und Zweifeln umzugehen. Kurz gesagt: Die mentale Seite des Sports.“
Wahrscheinlich klagst Du wie die meisten ambitionierten Amateursportler nicht großartig über Deine körperlichen Grenzen. Hier ist eine Liste der häufigsten Beschwerden – welche kommen Dir bekannt vor?
Wie Du siehst sind alle diese Beschwerden mentaler Art und außerdem das Ergebnis von Druck, den Du Dir selbst machst.
Genauso sieht es Loehr:
„Wenn Du den Druck von Dir nehmen kannst, kommt das Siegen von ganz allein.“
Warum ist das so?
Was ist die Verbindung zwischen Druck und Deiner Fähigkeit zu spielen?
Tony Schwartz sagt in einem Artikel des New York Magazine, dass
„Gedanken daran, zu verlieren oder schlecht zu spielen, zu Angst und Sorgen führen können. Diese rufen eine ganze Anzahl an physiologischen Reaktionen hervor wie z.B. eine höhere Herzfrequenz, Muskelanspannung, Atemnot, zu wenig Blut in den Händen und Füßen und sogar eingeschränkte Sehfähigkeit. Alle diese Reaktionen machen es unmöglich, das volle Potenzial auszuschöpfen.“
„Das Schlimmste, das einem Sportler emotional passieren kann, sind Fehler“,
sagt Loehr.
„Fehler können starke emotionale Reaktionen wie Enttäuschung, Scham, Wut, Gereiztheit oder niedrige Intensität hervorrufen, die für ungleichmäßige oder schwache Leistungen verantwortlich sein können. Für manche Sportler ist beinahe jeder Fehler eine emotionale Krise.
Interessant ist aber, dass man mit den Fehlern genauso umgeht, wenn man gut spielt.
Sie drehen sich einfach um und gehen wieder, als wenn nichts passiert wäre. Idealerweise ist die beste Antwort auf einen Fehler die Herausforderung.
Ein Fehler ist einfach eine Rückmeldung zum „mentalen Computer“, dass der Schuss nicht perfekt war, dass ein bisschen Anpassung nötig ist. Ohne Fehler wäre der Lernprozess dauerhaft geblockt. Keine Fehler – kein Fortschritt. Aber negative Emotionen blocken den Prozess und sind eine ganz natürliche Antwort auf Fehler.
Was ist also die Antwort? Spieler müssen auch emotional trainieren, so dass Fehler die richtige emotionale Reaktion hervorrufen.
Es mag möglich sein, „emotional zu trainieren“, aber letztendlich sind Emotionen das Ergebnis von inneren Überzeugungen und Konditionierungen.
Stell Dir Folgendes vor:
Du bist davon überzeugt, dass ein Ball, der im Netz landet (oder im Wasser oder wie auch immer, je nach dem, welchen Sport Du machst), ein Fehler ist, und Fehler wiederum bedeuten, dass etwas mit Dir nicht richtig ist.
Jetzt stell Dir vor, dass der Ball im Netz oder Wasser landet.
Was müsstest Du fühlen?
Du müsstest sauer auf Dich selbst sein, angenervt, frustriert, hoffnungslos usw.
Jetzt stell Dir folgende Situation vor:
Du bist davon überzeugt, dass es so etwas wie Fehler überhaupt nicht gibt, dass jedes Ergebnis, das Du so nicht wolltest, eine Möglichkeit ist, besser in Deinem Sport zu werden. Außerdem bist Du davon überzeugt, dass es nichts über Dich persönlich aussagt, wenn Du ein angestrebtes Ergebnis nicht erreichst.
Nun landet der Ball also im Netz oder im Wasser.
Was würdest Du in dieser Situation fühlen?
Es mag schwierig sein, Dir jetzt vorzustellen, dass es nur Ergebnisse und keine Fehler gibt, aber stell Dir das Szenario einfach mal so gut es geht vor, okay? Was würdest Du fühlen?
Du wärst herausgefordert, ruhig, neugierig oder vielleicht würdest Du sogar gar nichts fühlen.
Zu viel negative Energie, die umgesetzt wird in zu viel Aufregung, zu viel Wut, zu viel Sorgen.
Einige typische Anzeichen von zu viel Energie, von „Über-Erregtheit“, sind:
Wenn Du Deine inneren Überzeugungen über Fehler änderst, treten diese Situationen nicht auf.
„Die Größe eines Gretsky, eines Connors, eines Palmers oder eines Everts zeigt sich nicht daran, wie gut sie unter Druck spielen“,
sagt Loehr.
„Niemand kann unter Druck gut spielen.
Ihre Größe zeigt sich daran, dass sie gelernt haben, sich den Druck zu nehmen. …
In Situationen hohen Drucks von außen haben diese Sportler keine Angst gehabt – im Gegenteil, sie waren innerlich ruhig und friedlich und gleichzeitig total energiegeladen, positiv und enthusiastisch. …
Genau diese Fähigkeit unterscheidet die Superstars vom Rest:
Sie können sich den Druck nehmen, Krisen in Möglichkeiten und Bedrohungen in Herausforderungen umwandeln.
Und alles, was zwischen Dir und dieser Fähigkeit steht, ist Dein Kopf! …
Druck ist etwas, das Du Dir selber auferlegst.“
Mit anderen Worten: „Da draußen“ gibt es keinen Stress und nichts „da draußen“ verursacht Stress. Stress entsteht im Kopf und existiert nur im Kopf, es ist das Ergebnis einer Interpretation. Verändere diese Interpretation, indem Du Deine inneren Überzeugungen änderst, und der Stress wird verschwinden.
Stell Dir beispielsweise mal vor, dass Du ein Projekt abschließen müsstest und eine Anzahl an Dich einschränkenden inneren Überzeugungen hättest, unter anderem „Ich kann das nicht“ und „Nichts, was ich mache, ist gut genug“.
Was würdest Du zu Beginn des Projekts fühlen?
Eine Art Stress.
Lass uns jetzt annehmen, Du hättest dasselbe Projekt, aber die gegenteiligen inneren Überzeugungen, also „Ich kann das“ und „Was auch immer ich mache, es ist gut genug“.
Wohl kaum.
Das gleiche Projekt mit anderen inneren Überzeugungen würde in anderen Arten Stress enden.
Indem Du Deine inneren Überzeugungen änderst, kannst Du etwas, das Du zuvor als stressig empfunden hast, nun als Spaß und herausfordernd erleben.
Der Originalartikel „How the mind determines athletic success“ ist auf Morty Lefkoes Blog mortylefkoe.com erschienen.
[Bildquelle: Das Bild der Jagdtrophäe ist von Stux auf Pixabay – vielen Dank!]Auf Reisen oder in Situationen außerhalb Deines normalen Tagesablaufs bekommst Du von den neuen Eindrücken, die Du dort sammelst, häufig
Davon angeheizt schwörst Du Dir,
Wenig später bist Du wieder im alten Trott und das „Aufleuchten“ der Inspiration wird schwächer.
Du wirst der Inspiration gegenüber misstrauisch.
Wofür ist sie da?
Das frage ich mich auch!
Ich gebe zu, dass ich als Geschäftsfrau auch Ergebnisse wichtiger finde als kurzweilige, euphorische Freude. Und ehrlich gesagt bin ich an einem Punkt in meinem kreativen Leben, an dem ich gar keine neuen Ideen haben will.
Ich brauche eher Hilfen, die mir zeigen, wie ich die Ideen ausführen kann, die ich schon habe.
Wenn ich zurückblicke auf die zwei Reisen nach Paris, die ich in diesem Jahr schon gemacht habe, sehe ich doch, was Inspiration uns bringen kann, selbst wenn sie nicht sofort in etwas Fassbares umgewandelt wird. So bekomme ich z.B. immer noch E-Mails von den wunderbaren Leuten, die auf meiner „Curious Paris“-Exkursion dabei waren. Ihre Reise als „kreative Forscher“ durch Paris hat nach wie vor tiefen Eindruck bei diesen Frauen hinterlassen.
Wie sie inzwischen über das Leben denken (mit mehr Mut, mehr Enthusiasmus, um etwas zu wagen) und was sie nun machen (Kunstkurse für neue Medien besuchen, etwas Neues kochen) ist das Ergebnis des „Jujus“, das wir uns zusammen in Paris erarbeitet haben. [Anmerkung der Redaktion: Cynthia Morris nennt die kreative Motivation gern humorvoll „Juju“ – es ist so ähnlich wie das „Mojo“ bei Austin Powers. :)]
Oder die Erinnerung an ein Essen in einer wunderschönen Umgebung, an die Begegnung mit einem Fremden, dessen Freundlichkeit uns den Glauben an die Menschlichkeit zurückgegeben hat, an den Kauf von etwas Schönem in einem Geschäft, das eigentlich weit außerhalb unseres Budgets liegt
Wie sie uns in unserer Arbeit und unserer Kunst nutzen können, müssen wir selber entschlüsseln und für uns nutzen.
Es gibt Tage, an denen sich Dein Juju kaum spüren lässt.
An anderen kannst Du all Deine großartigen Ideen gar nicht schnell genug festhalten.
Es ist so einfach, dass es fast schon wieder bescheuert klingt. Es funktioniert aber sowohl auf Reisen als auch Zuhause, um Inspirationen festzuhalten.
Noch nicht? Dann solltest Du damit anfangen. Nimm Dir ein oder zwei Seiten und nenne sie „Inspirations-Geistesblitze“. Schreibe dort dann Deine Ideen auf, sobald Du sie hast.
Wenn Du sie alle an einem Ort sammelst, kannst Du schneller wieder auf sie zugreifen.
Außerdem kannst Du so die Überthemen sehen und siehst auf einen Blick, welche Änderungen Du in Deinem Leben gern vornehmen würdest.
Dies hier ist die Liste in meinem Notizbuch, das ich mit in Paris hatte. Manche sind konkrete Taten, andere sind Dinge oder Konzepte, die mich einfach interessieren.
Wenn ich mir die Liste so ansehe, gibt mir die Inspiration darin großen Antrieb. Ich erkenne Themen wieder. Das Projekt, an dem ich seit Jahren schon brüte, nimmt Form an. Mit diesem „Juju“ habe ich Ideen bekommen, wie ich es angehen kann.
Jetzt gerade schreibe ich aus meinem Büro, das ich aufgeräumt und umorganisiert habe, so dass es wieder ein benutzbarer Raum geworden ist. Ich fühle mich fast wie eine Königin: Hinter mir auf der Wand ist ein Bild mit (m)einem Schloss, ein Drache ist bereit, jeden Eindringling zu bewältigen. Er beschützt mich, es kann nichts schief gehen! 😉
Spaß beiseite:
Ich werde weniger durch den Firlefanz des Alltags abgelenkt und beschäftige mich mehr mit meiner Kreativität.
Das ist der Wert der Inspiration:
Auf jeden Fall gibt sie immer Zuversicht und Hoffnung, die für den kreativen Prozess notwendig sind.
Die Quintessenz:
Reserviere mehrere Seiten in Deinem Notizbuch oder in einem Notizbuch auf Deinem Computer, um Dein „Juju“ für Dich festzuhalten.
Ein Leser fragte mich, ob ich ihm als Vater von sechs Kindern sagen könnte, wie man ohne Stress Elternteil sein kann.
Ich habe viel über das Vatersein gelernt und es macht mir Spaß, aber ich weiß auch: Elternsein ohne Stress gibt es nicht.
Wir müssen uns nicht nur mit Wutanfällen, aufgeschürften Knien und Essensverweigerungen rumschlagen – nein, wir haben auch Angst vor möglichen Unfällen, davor, unsere Kinder zu ruinieren, davor, ob unsere Kinder als Erwachsene glücklich werden, für sich selber sorgen können und ob sie Liebe finden.
Frieden bedeutet nicht, keinen Stress zu haben.
Aber wenn Du in Frieden lebst, kannst Du Stress hinnehmen, ohne Dich von ihm kontrollieren zu lassen. Du lässt ihn einmal durch Dich durchfließen, dann lächelst Du, atmest durch und nimmst Dein Kind in den Arm.
Es gibt Möglichkeiten, auf friedvolle Art Eltern zu sein, aber so ganz habe ich es leider auch noch nicht drauf. Ich werde Euch erzählen, was ich bisher gelernt habe – mit dem Vorbehalt, dass ich mich selber nicht immer daran halte, dass ich immer noch Fehler mache, dass ich noch viel zu lernen habe, dass ich nicht alle Antworten habe.
Diesen Weg kann man nur lernen, wenn man ihn geht.
Diese Schritte empfehle ich:
So möchten wir schließlich alle gerne den Tag über begrüßt werden.
Die meisten Kinder können mit drei oder vier Jahren damit anfangen. Zeig ihnen schrittweise, wie sie sich die Zähne putzen müssen, wie sich waschen, ihre Zimmer aufräumen, ihre Klamotten wegräumen, ihr Geschirr abwaschen, sich etwas zu essen machen, ihre eigene Wäsche waschen, wischen und putzen usw.
Anfangs sind Kinder wirklich nicht gut darin. Du wirst es ihnen also hunderte Male zeigen müssen – aber lass sie es selbst versuchen, korrigiere sie, lass sie Fehler machen. Mit der Zeit werden sie unabhängig und Du wirst weniger Arbeit mit ihnen haben.
Die Älteren können den Jüngeren helfen.
So lernen sie, Verantwortung zu übernehmen. Die Jüngeren lernen von den Älteren – das nimmt Dir einen Teil des Stresses.
Das ist eine wunderbare Zeit, um noch enger zusammen zu rücken, um ihnen etwas beizubringen, um imaginäre Welten zu erforschen.
Spielt Verstecken. Spielt mit Wasserpistolen. Trinkt Tee zusammen. Presst Zitronen aus und macht Limonade. Spielt – ganz oft, denn dafür ist die Kindheit da. Versuche nicht, sie zum Aufhören zu zwingen.
Führt Traditionen ein, so dass Du auch Zeit hast, für Dich alleine zu arbeiten. Oder führt eine Mama-und-Papa-Zeit ein, in der das Kind sich mit sich selber beschäftigen kann.
Beurteile nicht nur das Verhalten (ja, Weinen und Schreien sind nicht schön), sondern auch das Bedürfnis dahinter. Braucht es eine Umarmung? Aufmerksamkeit? Ist es vielleicht einfach nur müde?
Schrei es nicht an, weil es geschrien hat. Werde nicht wütend, weil es die Geduld verloren hat. Sei nicht sauer auf ein Kind, das immer nur Videospiele spielen will, wenn Du selber die ganze Zeit am Laptop sitzt. Sei ruhig, lächle, sei freundlich, geh nach draußen und sei aktiv.
Mache einen Witz, mache ein Spiel aus der Situation, lache… So bringst Du Deinem Kind bei, die Dinge nicht zu ernst zu nehmen und dass man das Leben genießen sollte. Atme durch, geh kurz raus, wenn Du die Geduld verloren hast, und komme zurück, wenn Du wieder lachen kannst.
Es wird nicht lange ein Kind sein – die Zeit vergeht wie im Flug. Jeder Moment zusammen ist ein Wunder, das Du auskosten solltest. Geniess es bis zum Äußersten und sei dankbar für diesen Moment.
Backt zusammen Plätzchen. Näht, macht Sport, lest. Baut Euch zusammen eine Website oder einen Blog auf.
Vergib Dir selber und entschuldige Dich. Lerne aus Deinem Versagen.
Mit anderen Worten:
Leb Deinem Kind vor, wie es mit einem eigenen Versagen einmal umgehen soll.
Und Grenzen sollte es geben: Was darf ich tun, was nicht? Es ist nicht in Ordnung, Dinge zu tun, die mir oder anderen schaden. Wir sollten uns gegenseitig mit Freundlichkeit und Respekt behandeln. Diese Dinge lernt Dein Kind nicht sofort, also sei geduldig – aber setze Grenzen.
Gönne ihm trotzdem viel Freiheit innerhalb dieser Grenzen.
Eltern planen den Tag ihres Kindes oft viel zu voll: Kurse, Sport, Verabredungen, Musik, Clubs und so weiter – aber es ist permanenter Stress für Kind und Eltern, den Plan immer zu befolgen. Lass Dein Kind auch mal raus zum Spielen. Freie Zeit ist wichtig. Du musst auch nicht immer dabei sein – Dein Kind braucht genauso wie Du selber Zeit für sich.
Mal alleine joggen gehen ist wunderbar. Geh ab und zu zur Massage.
So kann ein Elternteil übernehmen, wenn das andere gerade gestresst ist. Wenn ein Elternteil die Geduld zu verlieren droht, sollte das andere der ruhige Gegenpol sein.
Holt Euch einen Babysitter, oder noch besser: Bringt Euren Älteren bei, auf die Jüngeren aufzupassen.
Das ist der beste Unterricht.
Bedanke Dich für einen weiteren tollen Tag mit Deinem wunderschönen, einzigartigen, verrückten Kind.
Der Originalartikel „The way of the peaceful parent“ ist auf Leo Babautas Blog Zen Habits erschienen.
[Bildquelle: Die Lollis sind von Efes auf Pixabay – danke!]
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