„Man muss noch Chaos in sich haben,
um einen tanzenden Stern gebären zu können.“
– Friedrich Nietzsche
Heute gebe ich Euch einen Geheimtipp, mit dem Ihr in Sachen Produktivität, Planungen und Organisation Euer Leben verändern könnt. Das wird für ein paar unvorhergesehene Ergebnisse sorgen – aber wenn Du das Ganze richtig angehst, kann vielleicht die beste Arbeit Deines Lebens entstehen – und ganz nebenbei Freiheit, Freude und Glücksgefühle.
Was ist dieser magische Geheim-Tipp?
Er ist ganz einfach:
Kontrolliere nicht mehr alles
und erlaube Dir, Dich von den mächtigen Strömungen des Lebens mitreißen zu lassen.
und freue Dich darüber, dass Du nicht weißt, was passieren wird.
und sei offen für neue Ideen, neue Möglichkeiten und spontane Kreativität.
Überlege einmal, was wir eigentlich tun, wenn wir unseren Tag, unsere Woche, unser Jahr planen: Wir versuchen, Kontrolle über das Leben auszuüben und sagen mit unseren Planungen voraus, welche Richtung unser Leben heute, diese Woche, dieses Jahr einschlagen wird.
Wir sagen:
„Das und das mache ich heute. So werden die Dinge laufen. Wenn ich damit fertig bin, ist das Leben gut. Das ist meine Vorstellung, wie mein Tag ablaufen wird.“
Jetzt überleg auch mal: Wir haben doch keine Ahnung, ob irgendetwas davon wahr ist.
Wir können die Zukunft nicht sicher vorhersagen.
Die Vorstellung, auf vagen Voraussagen Planungen aufbauen zu können, ist eine nette Annahme – aber sie bleibt eine Annahme, eine Fiktion.
Wir wissen nicht, was heute passieren wird – und erst recht nicht, was im Rest der Woche oder des Monats passieren wird. Zu wissen, was dieses Jahr passieren wird – was für eine Lüge!
Was, wenn wir jeden einzelnen Tag ganz genau vorhersagen und somit jeden einzelnen Tag ganz genau planen könnten? Wäre das schön?
Die Zukunft schon zu kennen würde bedeuten zu wissen, was jeden Tag passiert – unsere Tage wären nicht nur unfassbar langweilig, wir wären auch fest auf einem vorgegebenen Weg.
Wir wissen also nicht, was passiert – und sollten es auch nicht wissen wollen.
Wir können versuchen, Dinge zu planen, aber da diese Dinge nicht auf echtem Wissen basieren und wahrscheinlich nicht eintreten werden, ist das eigentlich Zeitverschwendung.
Hier sind einige Gedanken, die ich mir in meinen Experimenten mit dem Loslassen gemacht habe:
Die Idee des geordneten Arbeitstags ist nett – aber sie ist eine Illusion. Und offen gesagt:
Langweilig ist sie auch.
Arbeit, die auf Spaß, Spiel und Spontaneität aufbaut, ist viel interessanter.
Stell Dir ein Projekt vor, das mit einer spontanen Idee beginnt und seine Richtung immer ändert, während Du daran arbeitest. Du nimmst Ideen anderer Menschen mit auf und hast auf einmal ein fantastisches Ergebnis – das Du Dir vorher nie so hättest vorstellen können.
So habe ich mein letztes Buch geschrieben, „The Effortless Life“, und ich hatte selten so viel Spaß an einem meiner Projekte. Seitdem arbeite ich an allen meinen Projekten genauso.
Als ich 2007 mit Zen Habits angefangen habe, hatte ich mir mein kommendes Jahr vorher zurechtgelegt in Ziele, Aktionen und
Wochenpläne – die natürlich alle aus dem Fenster flogen, sobald ich mit dem Schreiben angefangen und meine ersten Leser kennengelernt hatte. Sie haben mein Leben mit ihrem Feedback und ihrer Aufmerksamkeit verändert.
Mein Leben wurde auf den Kopf gestellt, meine Pläne wurden wertlos und ich habe gelernt, dass das Leben zwar unvorhersehbar ist – dass die Unvorhersehbarkeit aber einige tolle Dinge mit sich bringen kann.
In diesem ersten Jahr von Zen Habits habe ich gelernt, offen für neue Möglichkeiten zu sein. Immer wieder öffneten sich Türen für mich, die ich nicht kannte – und nicht kennen konnte. Ich sah, wie eine Tür sich öffnete, dachte kurz nach, und ging dann hindurch.
Das passierte immer wieder und hat mir beigebracht, dass es unmöglich ist, einen Weg zu planen, wenn man gar nicht weiß, wohin einen die einzelnen Schritte überhaupt führen und welche Änderungen während des Laufens passieren können.
Sei offen zu Fremden.
Angenommen, Du planst Deinen Tag ganz strikt. Du hast Dein Produktivitätssystem gefeilt und geschliffen, Du stellst Aufgaben am laufenden Band fertig. Du bist eine Produktivitätsmaschine!
Jetzt triffst Du aber ganz zufällig einen Fremden, der Dich grüßt. Du grüßt zurück – und schon hast Du eine neue Möglichkeit: Du kannst mit ihm sprechen, ihn kennenlernen. Aber dann weichst Du ja von Deinem Plan ab! Hältst Du Dich also an den Plan…oder sprichst Du mit dem Fremden?
Naja, Dich an den Plan zu halten wäre sicher produktiver und würde Dir mehr Kontrolle über Dein Leben geben.
Wenn Du aber mit dem Fremden sprichst, könntet Ihr Freunde werden. Du könntest etwas lernen, das Du sonst nie gelernt hättest.
Einige meiner besten Freunde habe ich so kennengelernt – weil ich vom Plan abgewichen bin und mit Fremden gesprochen habe.
Sie sind ein und dasselbe. Kreative Arbeit passiert nicht durch Pläne und Kontrolle.
Klar, einige der größten kreativen Genies dieser Welt waren versessen aufs Detail, aber sie haben sich keinen Plan zurechtgelegt, um eine geniale kreative Idee zu entwickeln – sie hatten geniale kreative Ideen, weil sie offen waren für willkürliche Gedanken, weil sie Wege gingen, die noch nie jemand gegangen war, weil sie eine Idee von jemand anders annahmen und ihr eine neue Richtung gaben.
Kreativität kommt aus dem Chaos, und nur, wenn Du Dich der „Kontrolllosigkeit“ öffnest, kannst Du das meiste aus Deiner Kreativität herausholen.
Sie wurden zufälligerweise von zweien meiner besten Freunde geschrieben – die ich beide beinahe zufällig im Internet kennengelernt habe. Mein Freund Jonathan Fields hat „Uncertainty“ geschrieben – es ist eine großartige Erkundung vieler Ideen, die sich um Unvorhersehbarkeit drehen. Meine Freundin Mary Jaksch hat mir neulich „Bring me the rhinoceros
“ geschickt und nutzt dort tolle Zen Koans, um ähnlichen Ideen weiter auf den Grund zu gehen.
Beide Bücher kann ich wärmstens empfehlen.
Wenn wir von anderen nicht mehr erwarten, dass sie uns glücklich machen, können wir das Zusammensein viel mehr genießen.
Wir sind oft sauer auf andere Menschen, weil sie sich nicht so verhalten, wie wir es von ihnen erwarten. Wir erwarten von anderen, dass sie versuchen, uns glücklich zu machen, dass sie von ihrem eigenen Weg abweichen, nur um uns zufrieden zu stellen.
Dafür sind die anderen aber nicht da!
Wenn wir uns von diesen Erwartungen an die anderen freimachen, können wir sie so nehmen, wie sie sind – und ihre Einzigartigkeit mehr schätzen.
Wenn Du von Dingen nicht erwartest, dass sie nach Plan laufen, bist Du offen für das Ungeplante.
Es könnte unerwartet etwas passieren –
wenn Du mitgehst, musst Du Deine ursprünglichen Pläne verwerfen. Das kann wundervoll sein!
Viele Menschen (mein früheres Ich genauso) sind frustriert, wenn neue Dinge passieren, die nicht geplant waren, wenn Pläne schief gehen, aber das müssen sie nicht sein.
Erwarte einfach, dass Pläne sich ändern – oder plane einfach von vornherein gar nicht. Erwarte, dass etwas Unerwartetes passieren wird – und wenn es so weit ist, lächle darüber.
Freu Dich darüber, dass Du nicht weißt, was passieren wird.
Du weißt nicht, was Du heute machen wirst oder was passieren wird. Du bist an nichts gebunden. Dir steht es komplett offen, was Du tust, welchen kreativen Drang Du verfolgst. Du kannst neue Dinge ausprobieren, wenn Du die Möglichkeit hast, Du kannst neue Menschen kennenlernen.
Das kann einem erst Angst machen, aber wenn Du lächelst, während Du an die Unvorhersehbarkeit denkst, wirst Du schnell merken, dass es ganz ganz viel Freude bringt.
Die meisten Menschen sind festgelegt auf genaue Ziele und verfolgen diese erbarmungslos. Sie tun andere Möglichkeiten als Störungen ab.
Was aber, wenn Du kein festgelegtes Ziel hast? Was ist, wenn Du Dir sagst, dass jedes Ergebnis gut sein könnte?
So öffnest Du eine unendlich große Menge an Möglichkeiten – und Du lernst viel mehr, als wenn Du nur die Dinge machen und lernen würdest, die Du sowieso für Dein festgelegtes Ergebnis brauchst.
[Bildquelle: Marcalbrechthermanns auf Pixabay – danke!]„Die Welt ist grausam und willkürlich – aber das Chaos ist einfach wunderschön.“ – Hiromu Arakawa
Mein Umzug zwingt mich, eine schwierige Entscheidung zu treffen:
Packe ich meine Tagebücher in der neuen Wohnung ins Regal – oder verstaue ich sie in Kisten und lagere sie im Schrank?
Mehr als 100 Notizbücher habe ich vollgekritzelt mit freiem Schreiben und Tagebucheinträgen, die ganz bestimmt nicht interessant sind für den Rest der Welt. Veröffentlichen kann ich sie nicht, und sie haben mir auch kein Geld gebracht. Aber all diese Bücher voll mit meinem Gekritzel zeigen meine Entwicklung als Autorin:
Sie sind die Grundlage für das, wo ich jetzt bin.
Sie haben mich hierher gebracht.
Auf den ersten Blick ist es für viele meiner Kunden unverständlich, wenn ich sie bitte, stundenlang Tinte zu „verschwenden“ für Texte, die am Ende doch weder Geld bringen noch veröffentlichbar sind.
Wenn wir die ersten Hindernisse des kreativen Schreibens erst einmal überwunden haben, sind die meisten aber erstaunt, wie gut es sich anfühlt, frei und ohne Druck zu schreiben.
Es gibt so viele Arten zu schreiben und so viele Themen, über die man schreiben kann. Indem Du diese Dinge in deinem privaten Notizbuch festhältst, wirst Du Dir bewusst, worüber Du eigentlich genau schreiben möchtest.
Kreatives Schreiben kann Dir also helfen zu erkunden, was Du als nächstes schreiben möchtest.
Kreatives Schreiben funktioniert auf allen Ebenen und für alle Genres, weil es Dir hilft, den verklemmten Kritiker in Dir zu überlisten, der Dir immer sagt, Du solltest lieber etwas „Sinnvolles“ tun.
Was Du beim kreativen Schreiben schreibst, wird größtenteils niemals gelesen werden – vielleicht nicht einmal mehr von Dir. Doch das macht gar nichts. Natalie Goldberg hat uns schon in „Schreiben in Cafés“ erklärt, dass man freies Schreiben ohne Erwartungen angehen sollte.
Vielleicht schreibst Du unfassbar langweilige Sachen, vielleicht entsteht ein neuer Bestseller – und das alles zum Preis von Stift und Papier.
Wenn Du Dich auf das Abenteuer ‚Überraschung‘ einlässt, kannst Du Dich von Deinen bisherigen Grenzen lösen und vielleicht etwas ganz Neues an Deinem Schreiben entdecken.
Außerdem: Wenn Du Dich darauf einlässt, dass der Stift Dich leitet anstatt andersherum, kommt auch der Spaß in Dein Schreiben (zurück).
Du siehst also: Wenn Du Dich von Deinen Erwartungen löst und einfach schreibst, kann Dich das überall hinführen:
Zu mehr Selbstbewusstsein, mehr Selbsterkenntnis, mehr Klarheit, … mehr Du!
Übrigens: Ich brauche meine Tagebücher nicht immer in meiner Nähe zu haben – ich profitiere von ihnen, auch wenn sie im Schrank verstaut sind.
Seit 1994 nutze ich kreatives Schreiben und habe viele viele Wörter geschrieben, die gelesen wurden und für die sogar bezahlt wurde. Es ändert nichts, wenn meine Tagebücher im Schrank liegen. Die Stunden, die ich in kreatives Schreiben investiert habe, und die Erfahrungen, die ich daraus mitgenommen habe, bleiben die gleichen.
Der Originalartikel „How writing for nothing can give you everything“ ist auf Cynthias Blog Original Impulse erschienen.
„Was einen Menschen rettet ist: Einen ersten Schritt zu machen.
Und dann einen weiteren.“ – C.S. Lewis
Umso schwerer, wenn Du – wie ich – schon einige Male gescheitert bist, es Dir zu anstrengend war, und Du lieber dabei geblieben bist, dann eben nichts zu ändern.
Aber es geht.
Ich habe einen Weg gefunden, wie man es doch schafft.
Dabei bin ich nicht besser als andere, nicht disziplinierter, nicht motivierter. Ich habe einfach ein paar einfache Grundregeln gelernt, mit denen ich mein Leben verändern konnte. Schon oft habe ich über sie geschrieben, aber sie sind so in meinen Blog-Einträgen verteilt, dass ich sie hier noch einmal zusammenfasse:
2005 war ich eine ‚Couch-Potato‘ und hätte mir beim besten Willen nicht vorstellen können, ein regelmäßiger Sportler zu werden. Ende 2006 ging ich nicht nur regelmäßig joggen, sondern trat zu meinem ersten Marathon an und schaffte ihn sogar.
Heute bin ich so weit, dass ich sofort einen Marathon laufen könnte, wenn man mich darum bitten würde, und habe auch schon mehrere geschafft.
Wie?
Ich habe damit angefangen, nur zehn Minuten am Tag joggen zu gehen.
Ich sagte mir nicht, wie schwer es ist, sondern konzentrierte mich auf die Bewegung und die Umgebung draußen.Dann steigerte ich mich langsam: Ich brachte es auf 15 Minuten, dann 20, irgendwann dann sogar auf einige Stunden.
So wurde ich gesünder, fitter, dünner und glücklicher.
2005 war ich übergewichtig und liebte Junk Food:
Ich aß Fast Food, Chips, Kekse, frittiertes Fleisch…eigentlich alles, was fett, süß und salzig ist. Und ich hatte keine Ahnung, wie ich meine Essgewohnheiten ändern sollte.
Heute bin ich mehr als 30 kg leichter und ich esse gesunde Vollwertkost, beinahe nichts Verarbeitetes.
Natürlich gönne ich mir ab und zu auch etwas Süßes, aber besser geht es mir, wenn ich mich gesund ernähre.
Ich fing klein an: Ich trank mehr Wasser, aß mehr Obst und Gemüse, kochte mehr zuhause und nahm mir mein Essen mit zur Arbeit.
Ich ging immer einen Schritt nach dem anderen.
Langsam verbesserte ich meine Ernährung, ich habe irgendwann meinen Kühlschrank und meine Speisekammer vom Müll befreit, ich bin nicht mehr in Fast Food Restaurants gegangen. Und ich fand tatsächlich gesundes Essen, das mir wirklich schmeckt, und war dankbar für jede leckere gesunde Mahlzeit, die ich aß.
Ich fühle mich jetzt besser mit mir selber und fühle mich jeden Tag super.
2005 steckte ich bis zur Nasenspitze in Schulden.
Es war wirklich schlimm: Wenn meine Gläubiger mich anriefen, ging ich nicht ans Telefon und rief sie auch nicht zurück. Ich schaffte es gerade so von einem Gehalt zum nächsten – manchmal aber auch nicht mal das, so dass ich mir Geld von Familie und Freunden leihen musste.
Aber Ende 2007 konnten meine Frau Eva und ich feiern, denn wir hatten gerade unsere letzte Rate abbezahlt und waren frei!
Wie ich das geschafft habe?
Indem ich wieder einen Schritt nach dem anderen ging:
Ich versuchte, wo es möglich war an den Ausgaben zu sparen.
So konnte ich immer ein bisschen Geld zurücklegen und erst die kleinen, später die größeren Schulden abbezahlen. Endlich bekam ich mehr Luft und sah Licht am Ende des Schuldentunnels. Langsam aber sicher änderte ich meine finanziellen Gewohnheiten, war dankbar für jede bezahlte Rate, jeden gesparten Dollar und jeden noch so kleinen Zentimeter mehr Raum zum Atmen.
Heute bin ich schuldenfrei und habe mir geschworen, nie wieder Schulden zu machen.
Und so weiter…und so fort
Eigentlich hatte ich geplant, darüber zu schreiben,
und so weiter und so fort.
Ich folgte den selben Grundsätzen immer und immer wieder. Mehr dazu weiter unten.
Und dann setzte ich mir keine Ziele mehr
Eigentlich begann es als Experiment. Und ich merkte:
Selbst ohne die Dinge vorher genau zu planen, konnte ich immer noch dasselbe erreichen, wie wenn ich sie geplant hätte. Ich folgte einfach nur weiterhin meinen (unten folgenden) Grundsätzen. Sie funktionieren sogar, ohne dass ich mir Ziele setze.
Das glaube ich aber nicht.
Vielmehr kann ich Ziele einfach deshalb aufgeben, weil ich ein paar funktionierende Dinge gelernt habe und bemerkt habe, dass sie so oder so funktionieren – mit Zielen und auch ohne.
Das Gleiche gilt für Dich:
Wenn Du diesen Grundsätzen folgst, kannst auch Du Dein Leben verändern – mit und ohne Zielsetzung.
Was sind also die Grundsätze, von denen ich hier rede und die mein Leben immer und immer wieder verändert haben?
Wenn Du die kurzen Geschichten oben gelesen hast, kennst Du sie eigentlich schon:
In der Programmiersprache würde man das Folgen der Grundsätze einen Algorithmus nennen. Es ist einfach eine Abfolge an Schritten, die Dir – egal in welcher Situation Du Dich befindest – eine angestrebte Veränderung, ganz gleich welcher Art, einfacher machen.
Ich nenne sie die „Zen Habits-Methode“, die „Mein Leben verändern“-App, die nur vier Zeilen braucht. Ich hoffe, sie hilft Dir ebenfalls.
Der Originalartikel „How I changed my life, in four lines“ ist auf seinem Blog Zen Habits erschienen.
Die Metrostation am Place de la Concorde in Paris ist weiß gefliest, auf den Fliesen sind blaue Buchstaben.
Wenn Du mit der Metro in die Station einfährst, wirkt es, als würdest Du in einen Wörtertunnel fahren. Wenn Du Dir die Fliesen dann genauer ansiehst, merkst Du, dass es nicht einfach irgendwelche Buchstaben sind, die keinen Sinn ergeben, sondern Wörter.
Eines Tages schaute ich mir die Fliesen an und fand:
Ich liebe diesen Ausdruck.
Das brachte mich zum Grübeln:
Wenn wir etwas beisteuern, ist es meistens etwas wie Gereiztheit, Eile oder Sorgen.
Wenn ich mir dessen jedoch bewusst werde, kann ich langsam machen und mich für einen anderen Beitrag als meine Gereiztheit entscheiden.
Häufig gelingt mir das in Flughäfen, wo es ja eine Menge Anspannung und Sorgen gibt. Ganz bewusst bin ich ruhig und sende Ruhe aus. Ich bewege mich ganz langsam, so als gäbe es gar keinen Grund, angespannt oder besorgt zu sein.
Ich entspanne mich und vertraue darauf, dass schon alles gut ist. Oft gehe ich auch an eine Wand in der Wartezone und mache ein paar Yoga-Übungen.
Ganz oft sehe ich Menschen, die sich vor dem Flug schnell noch einmal dehnen.
Manche kommen dann zu mir und stellen Fragen über Yoga.
So sehe ich, dass meine kleinen Yoga-Übungen eine große Wirkung haben.
Ich verbreite also Ruhe, Frieden und Vertrauen.
Ähnlich ist es in meinem online-Leben.
Natürlich möchte ich mich auch mal über etwas beschweren, und auf meinen Fingerspitzen tanzt schon eine höhnische Bemerkung, die nur darauf wartet, raus zu dürfen und zu zeigen, wie schlau und gebildet ich bin – aber ich halte mich zurück, denn so ein Beitrag ist keiner, den ich machen möchte.
Es ist eine Möglichkeit, wie man seine ‚contribution publique‘, seinen Beitrag zum öffentlichen Leben, gibt. So kann ich darauf achten, welche Energie ich in die Welt um mich herum verteile.
Die Occupy-Bewegung ist eine andere Möglichkeit, seinen Teil beizutragen. Oder man gibt seinen Beitrag, indem man den Obdachlosen auf der Straße Essen oder Geld gibt.
Der Originalartikel „What is your public contribution?“ ist auf ihrem Blog Original Impulse erschienen.
[Bildquelle: Wikipedia Commons – danke!]In der heutigen Zeit, in der die Menschen mehr und mehr Zeit online verbringen, ist sie ein immer größer werdendes Problem.
Natürlich sind die Tools, die uns das Internet bietet, großartig – aber wenn Du süchtig danach bist, ständig nachzusehen und auf gar keinen Fall etwas verpassen willst, nehmen sie einen zu großen Teil deines Tages in Anspruch.
Nichts davon wäre ein Problem für Dich, auch wenn Du es mal ausprobierst?
Super. Dann bist Du vermutlich nicht internetsüchtig.
Oder erkennst Du doch die eine oder andere Deiner Gewohnheiten in der Liste?
Natürlich ist es nicht die ultimative „Wie werde ich eine Sucht los“-Abfolge, die Du hier vor Dir hast.
Sie gibt Dir aber viele Tipps und Tricks, die mir geholfen haben, den ständigen Verlockungen der Online-Welt zu widerstehen.
Auf geht’s.
Verbringst Du zu viel Zeit im Internet?
Welche Sucht ist die größte? Wann gibst Du ihren Verlockungen nach?
Nimm Dir heute und die nächsten Tage ein Stück Papier und einen Stift mit und schreibe auf, welche Seiten Du häufig aufrufst. Führe eine Strichliste und notiere Dir immer, wenn Du sie wieder aufrufst. Ein News-Sender im Fernsehen? Facebook, Twitter oder Google+? Pinterest oder Reddit? Mache Dir Striche, so dass Du genau sehen kannst, was Dein „stärkster Gegner“ ist.
2. Führe eine Pause ein
Süchten geben wir oft automatisch und ohne darüber nachzudenken nach. Wenn Du aber eine Pause einführst, kannst Du die „Auslöser –> automatischem Nachgehen der Gewohnheit“-Kette durchbrechen.
Wenn Du also den Drang verspürst, einer Sucht nachzugehen, halte kurz inne und frage Dich, ob Du dem Drang wirklich nachgeben willst und warum. Die Antwort ist letztendlich egal und Du kannst Deiner Sucht nachgehen, wenn es nicht anders geht – wichtig ist, dass Du eine Pause zwischen Auslöser und Nachgehen der Sucht gelegt hast.
Aller Anfang ist schwer. Aber mit diesen ersten Schritten kannst Du heute schon anfangen:
Auch wenn Du den ganzen Tag auf Deinen Lieblingsseiten surfst, nimm Dir jede Stunde zehn Minuten Pause. Du kannst zum Beispiel einen Reminder auf Deinem Computer stellen, der Dich stündlich an Deine Pause erinnert.
Gehe dann vom Computer weg.
Du kannst Dich dehnen, Liegestützen oder Kniebeugen machen, das Chaos in Deiner Wohnung aufräumen, etwas schreiben oder skizzieren, persönlich mit jemandem reden, etwas Wasser trinken, ein Stück Obst essen, meditieren.
Wenn Du zum Computer zurückgehst, öffne nicht direkt wieder den Browser, sondern erledige erst ein paar offline-Arbeiten, bevor Du wieder online gehst.
Gewohnheiten ändern: Ersetze Deine alten Gewohnheiten durch neue – widerstehe Deiner Internetsucht
Da das sicher einen Monat oder zwei dauert, musst Du Dir ganz sicher sein, dass Du die Veränderung wirklich willst und dabei bleiben. Wenn Du das Ganze nur halbherzig angehst, wirst Du keinen Erfolg haben.
Wenn Du die Aufgabe oben erledigt und eine Pause zwischen die Verlockung und dem Nachgehen der Sucht gelegt hast, kennst Du jetzt Deine gefährlichsten Auslöser – Du weißt also, was Dich verleitet, eine bestimmte Seite aufzurufen.
Das können Sachen sein wie: eine Aufgabe beginnen (und nicht wollen), in den Bus/die Bahn steigen, aufwachen, essen, eine Benachrichtigung auf dem Handy oder dem Computer bekommen, gelangweilt oder gestresst sein, an etwas denken, das du nachgucken möchtest, …
Was auch immer Dein Auslöser ist, such Dir denjenigen, der am häufigsten vorkommt. Wenn es mehrere gibt, nimm irgendeinen der häufigsten.
Was möchtest Du tun, anstatt Facebook, Twitter und Co. aufzurufen? Such Dir etwas Positives aus, das Dir Spaß macht und das Du innerhalb von fünf Minuten nach dem Auslöser machen kannst.
Du könntest z.B.
Jedes Mal, wenn Du den Drang nach Deiner (alten) Gewohnheit verspürst, führst Du ersatzweise Deine neue Gewohnheit aus.
Erlaube Dir keine Ausnahmen, sonst hat die neue Gewohnheit keine Chance. Sie setzt sich viel schneller und stärker fest, wenn Du sie konsequent nach jedem Auslöser ausführst. Nur so kannst Du die alte mit der neuen Gewohnheit ersetzen – anders lässt sich die alte nicht vertreiben.
Natürlich solltest Du nicht aufgeben, wenn es mal nicht geklappt hat und Du Deine neue Gewohnheit nicht nach einem Auslöser ausgeführt hast.
Fange einfach noch einmal von vorne an und versuche, konsequenter zu sein.
Denke darüber nach, warum es nicht geklappt hat und wie Du das Hindernis besiegen kannst.
Deine Vorgabe muss aber sein: Keine Ausnahmen!
Wenn Du Verantwortung hast, hilft das ungemein. Du kannst z.B. über Deine Veränderung bloggen oder darüber bei Facebook und Twitter erzählen – was natürlich ein wenig paradox ist – und Dir selber so öffentlich Verantwortung geben. Du kannst auch jedem erzählen, dass Du von nun an spätestens 15 Minuten vor Beginn einer wichtigen Aufgabe Facebook schließt.
Mein Freund Michael Ellsberg hat noch eine andere Methode, die ich auch schon einmal genutzt habe:
Wenn er Zucker oder raffinierte Kohlenhydrate isst, zwingt er sich selber, Geld für Mitt Romneys Wahlkampagne zu spenden – was für ihn negativ ist, da er Romney gar nicht unterstützen will.
Nutze die Macht der Social Media zu Deinem Vorteil, um die Social Media zu besiegen!
Für die Zukunft ist es gut, wenn Du Dir vorher vorstellst, wie Dein Leben sein wird, wenn es nicht mehr von einer Internetsucht bestimmt ist. Wie funktionierst Du dann? Wie bist Du, wenn Du nicht ständig Deine Lieblingsseiten aufrufen kannst?
Ein komplettes Löschen aller Informationsquellen aus Deinem Alltag und Dein Ausschluss aus der Online-Welt sind natürlich nicht das Ziel.
Du brauchst nicht Dein iPhone oder Deinen Laptop aus dem Fenster zu schmeißen. Diese Dinge sind unfassbar nützlich und mächtig – ich z.B. verdiene meinen Lebensunterhalt mit ihnen, und sie haben unser Leben auf viele verschiedene Arten und Weisen zum Positiven verändert.
Lass Dich nur einfach nicht mehr von ihnen kontrollieren und führe ein ausgeglichenes Leben, in dem auch andere Aktivitäten Platz haben.
Das heißt: Nimm Dir wirklich feste Zeiten vor, an denen Du diese Aktivitäten machen willst, und halte sie Dir im Kalender frei. Du willst Sport machen? Halte Dir Platz frei, auch wenn es vielleicht nur drei Mal 30 Minuten in der Woche sind. Nimm Dir genauso Zeit, um sie mit Freunden oder Deinem Partner zu verbringen. Oder halte Dir Zeit frei, um ganz alleine einen Spaziergang zu machen.
Überlege Dir jeden Morgen, welche ein bis drei wichtigen Dinge Du an diesem Tag erledigen möchtest. Dann nimm Dir das erste vor, bevor Du Dich in Deine Emails und andere online-Ablenkungen stürzt.
Lasse wenn möglich Deinen Browser geschlossen.
Wenn es nicht anders funktioniert, kannst Du auch an einem Ort arbeiten, an dem es kein Internet gibt oder Dein Routerkabel für mindestens eine Stunde jemand anders zur Verwahrung geben. Schalte alle Benachrichtigungen auf Deinem Computer und Deinem Handy ab. Schließe alles, was Du nicht für Deine Arbeit brauchst.
So lernst Du, Dich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren.
Wie oft möchtest Du Deine Lieblingsseiten aufrufen? Setze Dir eine genaue Zeit für diese Seiten in Deinem Kalender – Du könntest Dir z.B. zwei Mal am Tag 15 Minuten erlauben. So hast Du sowohl Zeit für diese Dinge als auch für die anderen eingeplant. Außerdem zwingt Dich Dein eigenes Limit, zu priorisieren und die begrenzte Zeit effizient zu nutzen.
Filtere Deine Informationsquellen und online-Tools so lange, bis Du weißt, welche Dir wirklich am wichtigsten sind. Manchmal nutzen wir einige Dinge nur, „weil man das halt so macht“ – aber in Wirklichkeit geben sie unserem Leben vielleicht gar keinen Mehrwert. Ich habe beispielsweise letztes Jahr mein Facebook-Profil gelöscht und es nicht vermisst – life goes on!
Vielleicht entscheidest Du Dich, Deinen Instagram- oder Pinterest-Account zu löschen, weil Du dort doch nur Dinge findest, die für Dich gar nicht wichtig sind. Vielleicht sortierst Du aber auch Deine Blog-Liste und folgst nur noch den zehn besten anstatt 50.
Deine Aufmerksamkeit ist wichtig – Du solltest sie nur Dingen schenken, die Dein Leben auch wirklich besser und schöner machen.
Schlafmangel stört unsere Konzentrationsfähigkeit und verleitet uns, von unserer gut durchdachten Selbstkontrolle abzuweichen. Eine neue Studie hat außerdem herausgefunden, dass wir uns leichter vom Internet ablenken lassen, wenn wir müde sind. Pausen und Schlaf sollten also ganz oben in Deinen Prioritäten stehen.
[Bildquelle: Mal wieder Unsplash auf Pixabay – herzlichen Dank!]Der Originalartikel „A survival guide for beating information addiction“ ist auf Leo Babautas Blog Zen Habits erschienen.
Das ist eine der ersten Fragen, die unsere Kunden uns meist stellen.
Die Antwort ist natürlich ja.
Nichts, was ein Kunde uns erzählt, wird jemals an jemand anderen weitergegeben. Ich finde es aber interessant, dass sich so viele Menschen Sorgen darum machen, dass andere von ihren inneren Einstellungen erfahren könnten. Ein offensichtlicher Grund ist:
Für uns sind sie keine inneren Einstellungen – für uns sind sie ‚wahre‘ Feststellungen über uns selber. Das Ergebnis ist, dass die meisten von uns sich schämen, Einstellungen wie
„Ich bin nicht gut genug“ – „Ich bin nicht wichtig“ – „Ich bin machtlos“
Es gibt aber eine weitere Annahme, die die meisten von uns haben:
Wir gehören zu den wenigen Menschen, die geboren wurden, um
nicht gut genug,
nicht wichtig,
nicht liebenswert,
nicht würdig zu sein.
Wenn andere Menschen – die gut genug, wichtig, liebenswert und würdig sind – das wüssten, würden sie nichts mehr mit uns zu tun haben wollen. Wenn wir aber glauben würden, dass viele andere genau die gleichen negativen Ansichten über sich selber haben, wäre es vielleicht nicht so beschämend, dass wir sie auch haben.
Nach meiner Erfahrung mit über 13.000 direkten Coaching-Kunden und 100.000 Menschen, die unsere Online-Programme genutzt haben, kann ich guten Gewissens sagen:
Lasst mich erklären, warum das so ist.
Kleine Kinder fragen immer:
„Wieso?“
Manchmal sollen uns unsere Eltern etwas erklären, manchmal fragen wir uns selbst:
„Warum werde ich so behandelt? Warum ist mein Leben so, wie es ist?“
Wir beantworten uns diese Fragen in den ersten Jahren unseres Lebens (unbewusst) selbst. Weil unsere Eltern die Menschen sind, mit denen wir anfangs die meiste Zeit verbringen, haben die meisten unserer grundsätzlichen Ansichten viel mit ihnen zu tun.
In den meisten Familien ist es doch so:
Eltern, als die Erwachsenen, die sie sind, mögen es meistens lieber leise. Kinder sind nicht leise und können auch nicht verstehen, warum überhaupt jemand es lieber leise haben wollen sollte.
Eltern möchten ihr Zuhause gerne sauber und aufgeräumt haben. Kleine Kinder verstehen das Konzept „Sauberkeit“ aber überhaupt nicht.
Eltern möchten am Tisch sitzen, wenn das Essen fertig ist, bevor es kalt wird.Kinder machen eigentlich immer etwas anderes, das weit wichtiger ist als das Essen und möchten nicht damit aufhören, wenn ihre Eltern sie rufen.
Und so weiter, und so fort.
Mit anderen Worten:
Die meisten Eltern verlangen von ihren Kindern Dinge, die sie auf dem Stand ihrer Entwicklung noch gar nicht können. Sie möchten, dass ihre kleinen Kinder sich wie kleine Erwachsene verhalten – das können sie aber bei Weitem nicht.
Kinder sind in ihrer Entwicklung einfach noch nicht so weit, den Ansprüchen ihrer Eltern gerecht zu werden.
Weil wenige Eltern zur „Eltern-Schule“ gehen und meist die Erfahrungen aus ihrer eigenen Kindheit mit ins Eltern-Sein bringen, liegen ihre Reaktionen auf ihre Kinder zwischen Ärger und Frust auf der einen und Wut und körperlicher Misshandlung auf der anderen Seite – mit vielen anderen Möglichkeiten dazwischen.
Ich glaube, dass es drei Hauptgründe gibt, warum die Quelle unserer Einstellungen immer die Interaktion als Kind mit unseren Eltern ist und nicht mit Menschen oder durch Erfahrungen im späteren Leben:
Das ist ein ganz normales Vorkommnis in der Entwicklung eines Menschen (wenn ein Erwachsener nicht über diese Phase hinaus kommt, nennen wir seinen Narzissmus jedoch ein psychologisches Problem). Kinder erfahren die Welt um sie herum als eine Verlängerung von sich selber. Sie sind verantwortlich für alles – auch für das Verhalten von Mama und Papa.
Einige negative Annahmen über uns selbst haben übliche Quellen:
Wenn wir alle erkennen könnten, dass nur wenige von uns die Kindheit ohne einige negative Meinungen über uns selbst verlassen, könnten wir besser verstehen, warum wir und andere uns so verhalten, wie wir es tun.
Diese negativen Überzeugungen bräuchten uns nicht peinlich sein
– und wir wären gewillter, sie einzugestehen und loszuwerden.
Der Originalartikel „Do your beliefs embarrass you?“ ist auf seinem Blog mortylefkoe.com erschienen.
Verbrennungen, die sie sich zugezogen hatten, als sie im Rahmen eines Events mit dem Namen „Unleash the power within“ („Befreie die innere Kraft“) vom Motivationskünstler Tony Robbins barfuß über heiße Kohlen liefen.
Denkst Du jetzt auch:
Dann haben wir ähnliche Ansichten.
Es gibt ein kleines Geheimnis, wenn man über Kohlen läuft:
Die Hitze aus Kohlen überträgt sich nur langsam auf umliegende Flächen – inklusive menschlicher Haut.
Mit schnellen, leichten Schritten passiert also normalerweise nichts.
Aber Herr Robbins und seine Gefolgschaft hatten keine Zeit für physikalische Gesetze.
Für sie ist es eine Frage der Einstellung:
„Glaube daran, dass es garantiert klappt, und schon ist alles möglich.“
Ein etwas angesengter, aber ansonsten unversehrter Teilnehmer 😉 sagte der Zeitung San Jose Mercury News:
„Ich war einfach nicht in Bestform.“
Was ist, wenn wir schlichtweg zu sehr darauf bedacht sind, positiv zu denken – und es besser wäre, wenn wir mal die Beziehung zu unseren negativen Emotionen und zu negativen Situationen überdenken würden?
Positive Visualisierung, die nicht nur Robbins, sondern auch andere Teambuilding-Experten und Bestseller lehren, ist nach einer Studie der Psychologin Gabriele Oettingen und Kollegen nämlich gar nicht unbedingt so hilfreich: Sich einen erfolgreichen Ausgang einer Situation vorzustellen kann unter bestimmten Bedingungen die Wahrscheinlichkeit sinken lassen, das Ziel wirklich zu erreichen.
Oettingen arbeitete mit durstigen Teilnehmern, die sie dann bat, sich ein erfrischendes Glas Wasser vorzustellen. Bei denjenigen, die sich das Wasser vorstellten, sanken daraufhin die Energiewerte – nicht so bei den Teilnehmern, die sich negative oder neutrale Dinge vorstellten.
Weil sie das Glas Wasser schon vor Augen hatten, sank bei den Teilnehmern die Lust auf ein echtes Glas Wasser – als hätten sie ihr Ziel schon erreicht. Kitschige Autosuggestionen, mit denen man angeblich seine Laune heben kann, zeigen den gleichen Effekt
„Ich bin eine liebenswerte Person!“ – „Mein Leben ist voller Freude!“
Psychologen der Universität Waterloo fanden heraus, dass solche Sätze Menschen mit niedrigem Selbstbewusstsein sich nur noch schlechter fühlen lassen – nicht zuletzt deshalb, weil man die Behauptung eigentlich selbst gar nicht glaubt.
die von Managern weltweit universell eingesetzte Methode, sollte man nicht einfach so als richtig akzeptieren. Wenn eine Organisation sich zu sehr auf ein Ziel fixiert, werden kleine Ziele leicht übersehen und vergessen.
Obwohl viele dieser Studien neu sind, sind die Erkenntnisse es an und für sich nicht. Historische Philosophen und spirituelle Lehrer wussten schon, dass das Positive und das Negative, Optimismus und Pessimismus, der Wunsch nach Erfolg und Sicherheit und die Wahrnehmung von Scheitern und Unsicherheit ausbalanciert werden müssen.
Die Stoiker empfahlen, sich das „Böse“, also worst case-Szenarien, vorzustellen.
Wenn Du Dir ganz genau vorstellst, wie schlecht es laufen könnte, stellst Du meistens fest, dass Du es irgendwie regeln und damit klarkommen könntest. Nebenbei lernst Du Beziehungen und Besitze sehr viel mehr schätzen, wenn Du Dir vorstellst, wie es wäre, wenn sie nicht da wären.
Beim Meditieren im Buddhismus geht es ebenfalls darum, nicht positiv zu denken, sondern Emotionen kommen und gehen zu lassen, egal, wie sie aussehen. Das hätte auch den gequälten „Feuerläufern“ helfen können. Sogar kurzes Meditier-Training, sagt ein Artikel im Magazin „The Journal of Pain“, hilft schon, weniger Schmerz zu fühlen
So gesehen ist das ewige positive Denken weniger ein Ausdruck von Freude als vielmehr ein stressiger Versuch, jede Art von Negativität auszulöschen. Das Logo von Tony Robbins sieht so betrachtet nun eher aus wie eine Grimasse als wie ein Lächeln.
damit sich keine Traurigkeit oder die Ahnung, dass es Scheitern tatsächlich gibt, einschleichen können. Sich selber zu sagen, dass alles funktionieren wird, ist eine schlechte Vorbereitung für Zeiten, in denen es dann wirklich mal nicht funktioniert. Man kann schon versuchen, dem berühmten Selbsthilfe-Rat zu folgen und das Wort „Scheitern“ aus dem eigenen Vokabular zu streichen – aber dann hat man kein Wort dafür, wenn es soweit ist und man scheitert.
Die Sozialkritikerin Barbara Ehrenreich hat überzeugend argumentiert, dass dieser „sei immer positiv“-Ansatz, mit seiner Nichtbeachtung der Möglichkeit, dass Scheitern möglich ist, die aktuelle Finanzkrise bestärkt hat. Beweise aus der Psychologie, gestützt durch uralte Weisheiten, zeigen jedenfalls, dass es nicht das Allheilmittel für Erfolg ist, das es vorgibt zu sein.
Herr Robbins ermutigt seine „feuerlaufenden“ Teilnehmer, sich die heißen Kohlen als kühles Moos vorzustellen.
Ich habe eine bessere Idee: Stellt sie Euch als heiße Kohlen vor. Und befolgt den Rat von einem Feuerwehrmann aus San Jose, ein sehr weiser Philosoph, der den Mercury News sagte:
„Wir raten davon ab, über heiße Kohlen zu laufen.“ 😉
Der Originalartikel „The Power of Negative Thinking“ ist am 04. August 2012 in der New York Times erschienen.
Alle halbe Jahre treffe ich ungefähr 100 meiner Freunde vier Tage lang im Transformational Leadership Council [der Link führt Euch zur englischsprachigen Seite des Councils]. Diese Tage sind für mich mit die wichtigsten Tage im Jahr: Wir sind gerne zusammen, wir lernen voneinander, wir unterstützen einander. Bei einem dieser Treffen letzte Woche ist mir etwas klar geworden:
Eigentlich wusste ich schon immer, dass es da war, aber letzte Woche habe ich es zum ersten Mal richtig wahrgenommen. Jetzt, 26 Jahre, nachdem ich die Lefkoe-Methode erfunden habe, mit denen man Einstellungen los zu lassen lernt, habe ich erkannt, dass es Einstellungen gibt, die ich selbst loslassen muss.
Ich möchte meinen Erkenntnis mit Euch teilen, denn sicher geht es vielen von Euch ähnlich.
Meine Frau Shelly sagt mir häufig, dass ich im Gespräch mit anderen nicht viel sage. Ich bin der Meinung, dass ich mehr lerne, wenn ich zuhöre, als wenn ich selber rede, doch sie hat recht:
Oft sage ich nichts, obwohl ich etwas Wertvolles beitragen könnte.
Manchmal fühle ich mich sogar unwohl unter Leuten, die ich kenne und mit denen ich befreundet bin. Ich rede zum Beispiel nur über meine Arbeit, wenn mich jemand explizit danach fragt und echtes Interesse zeigt.
Das wusste ich schon immer, aber im Großen und Ganzen funktioniert mein Leben gut und ich bin sehr glücklich. Ich hatte nie ein „Problem“ damit, also gab es auch nichts, an dem ich hätte „arbeiten“ sollen.
In solchen Situationen ist meist die Angst zu versagen und der Wunsch, in den Augen anderer gut dazustehen, das Hindernis.
Diese Gefühle – die Angst vorm Scheitern, der Wunsch gut dazustehen – waren fast mein ganzes Leben über schon Hindernisse für mich. Ich habe es aber geschafft, die Einstellungen, die sie auslösten, loszuwerden.
Im Gespräch mit einem Facilitator kamen wir mit der Hoffnung, meine Hindernisse aufzuklären, auch auf meine Kindheit zu sprechen:
Ich erzählte, dass meine Eltern sich scheiden ließen, als ich drei war und dass ich meinen Vater in den nächsten sieben oder acht Jahren nur sehr selten sah.
Bis ich 15 war verbrachten wir dann ein wenig Zeit miteinander, bis er eines Tages sagte, dass er die Stadt verlassen würde. Meine Mutter, so sagte er, hätte ihn mit ihrer Forderung nach Unterhalt vertrieben.
Sollte ich Kontakt zu ihm aufnehmen wollen, sollte ich Briefe (erinnert Ihr Euch an „Briefe“?) an meine Tante – seine Schwester – schicken, sie würde alles weiterleiten.
Die Geschichte Jahre später zu erzählen nahm mich sehr mit und die Tränen liefen mir die Wangen herunter. Mir wurde klar, dass ich mich von anderen nicht erwünscht und nicht akzeptiert fühlte, dass ich mich für die meisten Menschen unsichtbar fühlte, dass ich, abgesehen von Shelly, nie einen Geschäftspartner oder Mentor im Berufsleben hatte, dass es mir wahnsinnig schwer fällt, offen zu Männern zu sein.
Am nächsten Tag setzte ich mich hin und machte mir eine Liste, die diese Verhaltensweisen erklären sollte – und betrachtete vor allem Situationen mit meinem Vater.
Ich kann mich nicht auf Leute verlassen.
Menschen möchten nicht in meiner Nähe sein.
Niemand interessiert sich für mich und für was mir wichtig ist.
Wenn ich Menschen verärgere, werden sie mir weh tun.
Ich kann nur überleben, wenn ich alles selber mache und mich nur auf mich selbst verlasse.
Ich habe mir auch mein Selbstbild angesehen.
74 Jahre habe ich gebraucht, die Verbindung zwischen den einzelnen „Problemzonen“ meines Lebens zu entdecken.
Keins der „Probleme“ schien dringend behandelt werden zu müssen. Und doch will ich jetzt, wo ich das große Ganze sehe und einordnen kann, nicht weiterhin nicht unter Menschen sein. Jetzt weiß ich, dass ich ein Hindernis zu bewältigen habe, bevor ich richtig gute Beziehungen haben kann, vor allem zu Männern.
Diese Woche werde ich mich also hinsetzen und diese fünf Einstellungen – vielleicht werden es auch mehr, während ich daran arbeite – loslassen.
Ich glaube, dass ich meine Beziehungen zu anderen Menschen so viel mehr genießen kann und keine Angst mehr haben werde, vor allem nicht vor Männern. Ich bin davon überzeugt, dass ich so ein viel glücklicherer Mensch werde.
Und Du?
Was hältst Du von meinem Durchbruch?
Wenn Du noch keine Überzeugung über Dich selber mit dem Lefkoe Belief Process losgeworden bist, kannst Du auf www.recreateyourlife.com/free eine negative Überzeugung loswerden [es ist auf Englisch, aber auf jeden Fall einen Versuch wert].
Für Informationen, wie man 23 der häufigsten und limitierendsten Überzeugungen und Konditionierungen, die wiederum acht der größten Probleme in unserem Leben auslösen, loswird, schau Dir das WAIR? Process-Video auf http://recreateyourlife.com/naturalconfidence an.
Der Originalartikel „What barriers do you need to overcome“ ist auf seinem Blog mortylefkoe.com erschienen.
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