Was uns am meisten hindert

Liebe(r) ,

wenn Du eigentlich weißt, was Dein Traum im Leben ist, was Dir gut täte, was Dein Ding ist – es aber dennoch nicht tust, was hindert Dich daran?

In einem bestimmten Prozentsatz aller Fälle hindert uns, dass wir schlicht noch nicht wissen, wo die ersten Schritte zu finden sind oder wie überhaupt ein Weg von A nach B führt. Diese Brücke kann eine gute Projektplanung helfen, zu überbrücken.

Selbst wenn diese ersten Schritte geklärt und machbar sind, dann hält uns dennoch oft eine unsichtbare Macht vom Tun ab. Als wäre da ein elektrisch geladener Hochvolt-Zaun aus ganz dünnen Fäden, von dem wir wissen: Da hinein zu geraten, das wäre RICHTIG gefährlich.

Wie ja bei allem, das ich Dir hier im Newsletter ‚ausplaudere‘, kenne auch ich diesen unsichtbaren, extrem wirksamen Hochvolt-Zaun, der einen abhält, auf dem Weg weiterzugehen, von dem wir eigentlich wissen, dass er für uns bestimmt ist.

Woraus besteht dieser Hochvolt-Zaun und warum ist er überhaupt da?

Dieser als lebensgefährlich empfundene Zaun besteht in Wahrheit aus Angst.
Er besteht aus der Angst vor Ablehnung.
Er besteht aus Angst vor dem Ausgestoßen-Werden aus der Gruppe,
aus der Angst vor dem Exil,
Er besteht aus der Angst, ganz auf sich selbst gestellt zu sein.
Er besteht aus der Angst, sich ganz allein durchschlagen zu müssen.
Er besteht aus der Angst, als Looser gesehen zu werden (und wer weiß: vielleicht haben die anderen ja recht? ;)).
Der Zaun besteht aus der Angst, nicht mehr, nie mehr, gar nicht, kein bisschen geliebt, gemocht, respektiert, anerkannt zu werden.
Nicht, dass das so leicht erkennbar oder ausgepreist wäre. Der Zaun ist nicht gut sichtbar, er hat keine klare Gefahrenkennzeichnung

„Achtung, ab hier verlassen sie die sozial anerkannte Zone“.

Ehrlich gesagt, Du weißt noch nicht mal genau, ab wo Du ihn übertreten oder ihm zu nahe kommen wirst – deswegen hältst Du Dich logischerweise möglichst fern.

Ich habe den Mut gehabt, ihn zu überschreiten.
[Achtung! Halb-Wahrheit!]

Das könnte ich behaupten.

Es stimmt aber nicht.

Ich war einfach nur so töricht, ihn zu überschreiten.

Ich habe es noch nicht einmal gemerkt, als ich losging, es zu tun!

Mir war noch nicht mal klar, in welche Gefahr ich mich begab!

Also nochmal – näher an der Wahrheit:
Ich habe diesen Zaun überschritten – und ich bin bestraft worden.

Ich dachte nämlich, ich hätte ihn erfolgreich vermieden.

Ich wollte ihn vermeiden.

Ich dachte, er geht mich nichts an.

Nein, eigentlich noch krasser: Ich wußte nicht wirklich, dass es ihn gibt.

Vor ein paar Jahren hatte ich immer wieder damit gehadert, eine von vornherein ‚kreativere‘ Geschäftsidee zu verfolgen. Nachdem ich lange genug in den Mühlen des ’normalen‘ Wirtschaftslebens verbracht hatte und als Frau glaube ich zu Recht stolz war, mich da recht gut geschlagen zu haben, da war ja ‚völlig klar‘, dass das nix Glaubwürdiges sein kann – sowas Kreatives. Nee, also wirklich.

Der Zaun hat mich so weit auf Abstand gehalten, dass ich ihn noch nicht mal in der Morgensonne glitzern sehen konnte.

Stattdessen dachte ich, dass ich etwas ‚Sichereres‘ täte, indem ich an meinem krysalis consult Business baute, Dinge ausprobierte, mehr oder weniger Menschen im Team hatte, mal mit, mal ohne Yoga-Elementen experimentierte….

Bis der Alarm anging!

Die Sirenen heulten – sie taten es in Form von Menschen, die mir doofe Sprüche reindrückten, obwohl ich Ihnen gar nix Böses getan hatte.

Die scharfen Hunde bellten – es waren frühere Freunde, die mich ansahen wie eine Verrückte, „was will sie denn jetzt noch vom Leben – ist es nicht allemal genug?“

Die Gewehre schossen – es waren Kunden, die dachten, ihre ‚Macht‘ mir gegenüber nutzen zu müssen – oder ausgerechnet hatten, dass ich im Jahr wahrscheinlich mehr Geld mache als sie – und/oder dabei auch noch mehr Freiheit hatte. ‚Unverschämtheit!‘ Sofort zu ahnden, natürlich.

Plötzlich war ich schutzlos. Ich hatte den Zaun überschritten. Offensichtlich.

Und wie gesagt: Ich wusste noch nicht mal richtig was los war.

Der Zaun der Angst ist keine Einbildung. Er ist da. Zu Recht. Weil genau das passiert, wenn wir die anerkannten Grenzen überschreiten. Mir war gar nicht so klar, wie früh, wie weit vorn diese Grenzen schon liegen.
Wer hätte gedacht, dass die Grenze schon direkt hinter ‚ich will ein bißchen selbständig sein‘ (galt als cool, sexy, nett) auf dem Weg zu ‚ich will hier ein solides Unternehmen aufbauen‘ liegt?
Wer hätte gedacht, dass die Grenze direkt hinter ‚ich will ein Auskommen haben‘ auf dem Weg zu ‚ich will hier wirklich auch Geld verdienen‘ liegt?
Wer hätte gedacht, dass die Grenze direkt hinter ‚ich starte mal diesen Versuch‘ auf dem Weg zu ‚ich mache ernst, ich bleibe dabei‘ liegt?
Wer hätte gedacht, dass die Grenze direkt hinter ‚ich mache einfach mal so weiter‘ auf dem Weg zu ‚ich mache es so, wie ich es wirklich gut finde‘ liegt?
Ich konnte nur an mir selbst beobachten, wie unsicher ich mir plötzlich war, dass ich plötzlich Angst hatte, wo ich mir vorher nicht mal einen halben Tag einen Kopf gemacht hätte.

Ich lernte plötzlich Ablehnung und ihre ungeheure Kraft kennen.

Vorher hatte ich nämlich ganz schön viel Glück gehabt im Leben.

In der Schule galt ich zwar mit meinem Mode-Design-Tick und überhaupt als ein bisschen merkwürdig und anders, dafür aber auch schnell als schicker, lustig in der Unterhaltung und meine Beine als ein bisschen hübscher als bei anderen. Also fanden mich zwar nicht alle super, aber es war schon klar, dass ich ‚Marktwert‘-technisch eher gut dabei war und nicht grundsätzlich die Jungs überreden muss, mich attraktiv zu finden.

An der Universität nahm das Ganze einen ähnlichen Verlauf:
Nach anfänglicher Orientierungslosigkeit hatte ich das Spiel von Unterlagen-Besorgen-und-Ausleihen, sich in Arbeitsgruppen hin- und her-zu-verdealen und nebenher noch Spaß zu haben, begriffen. Ich war dann zwar nicht der 1er-Student, aber ein cooler Student – das war mir wichtiger und das liegt. Alles gut soweit.

Dann im Beruf…wieder alles gut. Ich bekam die Jobs die ich wollte (ja, ich habe auch viel dafür getan – aber so fühlte es sich fair an), ich hatte die Möglichkeiten, ich machte was draus…. Soweit recht clever, lernfähig und halbwegs attraktiv, war ich zwar nicht immer bequem für meine Vorgesetzten, aber ich half anderen, selbst erfolgreich zu sein und Geld zu machen und dann war das eben fein.

Kurz und gut: Ablehnung in größerem oder wesentlicherem Umfang hatte ich lange nicht oder wahrscheinlich noch nie richtig erlebt.

Ein Privileg. Ganz klar. Nicht die Normalität. Dafür wartete der harte Aufschlag dann eben später.

Denn jetzt wollte ich einfach nur machen, was mir wichtig war und es gut machen und so wie ich es für richtig hielt (und das fand ich schon mutig von mir!) und plötzlich kriegte ich von allen Seiten eins in die Fresse.

Tendenziell ist das auch jetzt noch der Fall.

Mir ist inzwischen klar: Das wird auch so bleiben, bis alles offiziell ein ‚Riesen-Übernacht-Erfolg‘ oder ich der offizielle ‚Leitwolf‘ einer neuen Generation bin oder irgend sowas, von dem die Presse (quasi der Anerkennungs-Gott der Jetzt-Zeit) dann beschließt, dass es die Wahrheit wäre oder auch nicht.

Die schockierende Erkenntnis: Die Ablehnung hat mich erpressbar gemacht.
Gerade vor ein paar Tagen habe ich gemerkt, wie ungeheuer lächerlich wahnsinnig erfreut ich war, weil ein paar neue Menschen einfach so sehr nett zu mir waren und mich super fanden. Ich geb‘ es zu: Mir tut das gut. So wie wahrscheinlich jedem. Wir Menschen mögen Respekt, Anerkennung, Liebe, ein Verhalten, das uns spiegelt: Du bist wirklich sehr ok.

Gleichzeitig wurde mir klar, wie groß mein Bedürfnis danach ist. Wie groß die ‚Versorgungslücke‘ in den letzten Jahren geworden ist, in denen ich mir meine Bestätigung nur aus dem engsten Umfeld und von mir selbst an einem guten Tag holen konnte.

Mir wurde klar, wie korrumpierbar, wie manipulierbar mich das macht. Wie lange und wie massiv mich das teilweise gehindert hat, zu tun, was ich wirklich will, weil ich immer noch in Gedanken auf die Anerkennung bestimmter Menschen oder Gruppen hinarbeiten wollte.

Plötzlich kamen sie von allen Seiten aus den Büschen
Man könnte sich fragen, ob das jetzt ein Sonderfall ist. Ich kann Dich beruhigen: Zum Glück bin ich mir sicher (und ja, das beruhigt mich! und Dich hoffentlich auch!), dass es nicht so ist. Kaum hatte ich „The Club of Happy Life-Preneurs“ auf Facebook aktiviert – da kamen sie nämlich alle aus den Büschen.

Frühere Arbeitskollegen, die sich inzwischen in die Selbständigkeit gewagt hatte – und die ihre Familien und Freunde für wahnsinnig hielten. Die es dennoch wagten, denen es aber dennoch weh tat.

Lauter Menschen, die bei weitem nix kriminelles gemacht haben,

die einfach nur etwas tun wollten, das ihr Umfeld nicht normal fand:

Als erster studieren, als erster ein Unternehmen aufbauen, als erster was Kreatives machen, als Erster….. Und die emotional von ihrem Umfeld massiv dafür abgestraft wurden. Durch Liebes-Entzug, mitleidige Blicke ohne Grund, unterlassene Hilfestellung.

Aber damit ist jetzt Schluss!
Endlich bin ich diesem Ding in seinem ganzen Ausmaß auf die Schliche gekommen.

Früher habe ich nämlich schon auch viel richtig gemacht. Ich habe kompromisslos meinem Instinkt vertraut, wen ich in meinem Umfeld haben wollte und wen nicht. Und das war dann mal mehr oder mal weniger Menschen. Aber es war meine Wahl.

Eine Zeit lang wollte ich mich da ‚mehr anpassen‘, ‚mal offener sein‘. Ich sag’s Dir ehrlich: Es ist Käse, es ist Zeitverschwendung, es macht nur Raum dafür, sich verletzen zu lassen. Es ist unnötig.

Auch geschäftlich wollte ich mir ‚rational‘ einreden, „da musst Du eben mal flexibel sein“ – und was raus kam war halbgares Zeug – ich war nicht wirklich überzeugt und die Ergebnisse waren wahrscheinlich genau so.

In Wahrheit waren diese Anpassungs-Versuche mein Versuch, den Elektroschock am Zaun, die Ablehnung zu vermeiden.

Diese Versuche waren und sind witzlos – denn die anderen spüren ja nur erst recht, dass Du es ihnen verzweifelt recht machen willst – und das gibt ihnen noch mehr Macht.
Sie nutzen diese Macht der Ablehnung übrigens nicht (glaube ich), weil sie bösartig sind, sondern weil es für sie selbst gemeinsam eine Bestätigung ist, dass es gut ist, innerhalb des Zauns zu sein. Es wäre ja sonst sinnlos.

Zeit für unbestechliche Zeiten – für Dich und Deinen Lebenstraum
Warum erzähle ich Dir all das?

Weil ich – wie mit allem, das ich für The Club of Happy Life-Preneurs entwickle oder finde – hoffe, dass Du es Dir einfacher machst.

Dass Dir schneller oder wenigstens jetzt klar wird, was Dir wirklich bisher im Weg stand. Damit Dir klar wird, dass Du in der Hand hast, was Du aus Deinem Leben machst.

Die anderen haben nicht das Recht dazu, Dich zu verletzen, damit Du brav hinter Deinem Zaun bleibst.

Und Du hast das Recht, Dich dagegen zu wehren – am besten, indem Du Fakten schafft und so lange, so oft und so weit über den Zaun gehst, bis Du seine Wirkung nicht mehr spürst.

Bis wir hinter dem Zaun so viele geworden sind, dass wir uns gegenseitig die Anerkennung und Wertschätzung und den Respekt geben können, dass Du unabhängiger von der Anerkennung des alten Umfelds bist.

Damit Dir klar ist, dass auch diese Anerkennung einer neuen Gruppe zwar hilfreich, aber nach wie vor nicht die robustestes Lösung ist.

Zeit für Deine innere Unabhängigkeits-Erklärung.
Die robusteste Lösung ist, dass Du Dir selbst Anerkennung und Liebe und damit Freiheit zugestehst. In den 70er gab es doch den Slogan „Jesus loves you“. Unabhängig von der Liebe und Anerkennung anderer, war die Idee, dass es diese Liebe für Dich immer gibt.

Wie Du vielleicht weißt, bin ich selbst nicht christlich, aber wer es von Euch ist, für den ist ein solcher Gedanken bestimmt hilfreich. Für mich persönlich funktioniert das eher aus dem Meditieren und der Yoga-Philosophie heraus. Für Dich kann etwas anderes gut funktionieren. Was es ist, das ist egal.

Dahinter liegt, meine ich, die grundlegende Wahrheit, dass jeder Mensch ein Wunder ist (was bei Babies noch als völlig logisch gilt, bei Erwachsenen aber leicht in Vergessenheit gerät ;)) und also jeder liebens-wert und irgendwie großartig ist. Vielleicht wird das auch wieder leichter erkennbar, wenn wir ‚Erwachsenen‘ uns nicht mehr länger an unserer jeweiligen Großartigkeit hindern, sondern darin unterstützen.

Sich selbst geliebt und wertvoll zu fühlen in der Welt, dass macht mich, Dich, uns am besten immun gegen den Zaun der Ablehnung.

Die Unabhängigkeit von der unmittelbaren Anerkennung anderer öffnet Dir die bisher verschlossenen Tore zu Deinem eigenen Weg zum Glücklichsein.

Puh, so, das war’s für heute.

Ich weiß: Harter Stoff. Ein echt wichtiges Thema.

Solltest Du jetzt Deine eigenen Erfahrungen dazu teilen wollen, schreib‘ mir gern eine Mail und ob Du es an die Life-Preneur-Community oder nur an mich weitergeben willst. Wenn Du es tust, danke ich Dir jetzt schon für Dein Vertrauen und den Mut, den das braucht.
Mit den besten Wünschen für Deine derzeitigen Lebens-Abenteuer!

Deine

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Kristin Reinbach
(Begründerin dieser kostenlosen Initiative)

Kristin Reinbach

Kristin ist Gründerin des Clubs. Sie testet und entwickelt Inspirationen und Tools für Dein Selbst-Coaching für Dich und teilt als Autorin viele erprobte Tipps. Als langjährige Expertin in Sachen Marketing leitet sie außerdem die Boutique Agentur Overw8, die mit Web-Design, Branding & Marketing-Systemen v.a. mittelständische und kleine Unternehmen, Startups & Professionals bei ihren Plänen unterstützt. In ihrem persönlichen Blog teilt sie u.a. Ergebnisse ihrer Lebens-Experimente.