„Geh raus, spielen!“

Liebe(r) ,
„och, Mennoo, immer muss ich spielen“ beschwerte sich mit trotzig vorgeschobener Unterlippe der 5jährige Sohn einer Freundin von mir, als sie freundlich vorschlug, er solle doch etwas spielen gehen. Daran musste ich diese Woche denken, als ich mich und mein Leben grade zu erst nahm. :))

Er hat recht, oder?

Immer spielen kann doof werden.

Andererseits….

gar nicht spielen ist auch keine Lösung! 🙂

Sowohl privat als auch beruflich, beim neue Menschen kennen lernen, beim Unternehmen-aufbauen, meine persönliche Statistik zeigt klar, dass die Ergebnisse viel besser sind, wenn ich mich ein bisschen locker mache, wenn ich nicht zu zielorientiert bin, wenn ich einfach was ausprobieren ohne mir groß was davon zu versprechen. Ich habe auch gemerkt, dass es umgekehrt genauso ist – ich freue mich über Kollegen, Kunden, Freunde, die sich und das Leben mit etwas Spielfreude angehen. Niederlagen oder nicht so gute Ergebnisse lassen sich leichter wegstecken weil klar ist: Das gehört zum Spiel mit dazu.

Die Fakten sprechen also klar für ein Mindestmaß an Spielfreude.

Zumal Nicht-Spielen hochriskant ist.

Hier ein Auszug der wahrhaft grauenhaften Dinge, die passieren, wenn ich zu wenig spiele:

ich werde spass-frei, meine Spaß-Kompetenz nimmt regelrecht ab – zu wenig Training! 😉
ich nehme Vieles einfach zu ernst – inkl. mir selbst!
irgendwas in mir erzwingt früher oder später einen Spiel-Ausgleich und schlägt dann über die Stränge
ich versuche Ergebnisse zu erzwingen – und übersehe Möglichkeiten, die ich nicht eingeplant hatte
ich könnte regelrecht verbittert und verknöchert enden, wenn ich es zuließe…
Zum Glück gehe ich mir richtig auf die Nerven, wenn das überhand nimmt mit dem Ernst. Dann bahnt sich die Spielfreude wieder ihren Weg:

Freitag nachmittag nach einer intensiven Woche – da will mein Hirn Witze und Quatsch machen.
Ein langes, intensives Meetings wird für alle eine gute Erfahrung, wenn es mit Spaß & Humor passiert.
Ein freundlicher Funken Selbstironie gehört mit zu den sichersten Zeichen wirklich sympathischer Menschen – hier nimmt sich jemand nicht so fürchterlich ernst.

Wie bahnt sich Deine Spielfreude Ihren Weg?

Wie kannst Du Ihr die Tür wieder öffnen?

Nicht zuletzt: Spielerisch lernen ist DIE wunderbarste Art, Neues zu lernen.

Neulich habe ich mir beim Wellenreiten dermaßen einen Wolf gepaddelt, dass mir danach schier die Arme abgefallen sind.

Warum ich das gemacht habe?

Weil ich Spaß hatte.

Weil ich gespielt habe.

Wie ein Kind, das nicht aus dem Wasser will:
„Nur noch eine Welle…“ „Naja, gut, aber die da noch…“

Weil ich eine dieser Wellen wollte, bin ich letztlich sogar lieber 500m quergepaddelt, weil mir das inzwischen einfacher schien, als zu Fuß am Strand ein Stück weiter rüber zu gehen.

Wie konnte ich das schaffen, obwohl ich bisher kein geübter Krauler war?

Gut, ich gebe es zu, ich hatte da was, …

ich hatte eine Droge am Start:

Das berüchtigte S P A S S. 😉

Das Spaß an der Sache hat mich dazu gebracht, über meine Grenzen zu gehen – und ich habe es noch nicht mal gemerkt.

Hast Du schon eine Spiel-Erlaubnis?

Deine Eltern sind nämlich nicht mehr dafür zuständig, Dich zum Spielen zu schicken.

Tu es doch selbst – schick‘ Dich raus zum Spielen:
Ich darf mehr spielen. Du darfst mehr spielen. Wir dürfen mehr spielen. Er darf mehr spielen. Sie darf mehr spielen…

Sei albern. Sei unvernünftig. Lass 5 grade sein. Mach Dich locker. Mach‘ Dir nicht ständig nen Kopf, sondern renn‘ drauf los – einfach um das Gefühl von Geschwindigkeit willen. Hampel quer im Park herum mit irren Sprüngen und spür‘ wie der Lebens-Spaß in Dir hochsteigt – denn er ist da, er wartet nur auf Dich. Die Tür in uns, die ihn manchmal wegsperrt, die kriegt er selbst nicht auf, die müssen wir selbst öffnen.
Alle wollen spielen – wetten!?

Ein ganz verblüffender Beweis, dass wir doch alle Kinder sind und am liebsten spielen wollen, ist Facebook. Lustige, sinnlose Gags sind ein Riesenrenner und Bilder und Videos mit niedlichen Tieren auch. Darüber kann man die Nase rümpfen, weil es so läppisch und kindisch sei. Und wenn schon, na und? Wie bösartig sind Menschen während sie sich grade mit kleinen Scherzen und Welpen die Zeit vertreiben?

Komm‘ raus – spielen!

Spiel ist absichtslos.

Spiel braucht kein direkt sichtbares Ergebnis.

Spiel passiert um des Spielen willens – es ist l’art pour ‚lart.

Spiel ist lebendig von Kopf bis Fuß und kann zu einer wunderbaren Form von Ernst werden, wenn wir in einer Tätigkeit ganz aufgehen. Da schauen wir sicher ernst, und gleichzeitig ganz friedlich. Wir sind in unserer Mitte, eins mit uns und dem Tun.

Diesen Zustand versuchen Yogis gezielt in Meditationen zu erreichen – ein Kind, das mit eingeklemmter Zungenspitze im Mundwinkel in seinem Malprojekt versinkt, schafft es mühelos und aus Versehen.

Wer spielen kann ist weise, denn Spielen lebt davon, nicht zu wissen, was dabei rauskommt und sich nicht darum zu scheren, wie gut oder schick wir dabei sind – und damit muss man erstmal leben können, oder?

Spielen fühlt sich deswegen unsicher, verboten, vielleicht sogar sündig an.

Und aus all diesen Gründen kann Dir beim Spielen ‚was passieren‘ – denn vielleicht findest Du beim Spielen plötzlich einen alten Freund wieder:

Dich selbst.

Solltest Du jetzt Deine eigenen Erfahrungen dazu teilen wollen, schreib‘ mir gern eine Mail und ob Du es an die Life-Preneur-Community oder nur an mich weitergeben willst. Danke Dir jetzt schon für Dein Vertrauen!

Mit den besten Wünschen für Deine derzeitigen Lebens-Abenteuer!

Deine

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Kristin Reinbach
(Begründerin dieser kostenlosen Initiative)

Kristin Reinbach

Kristin ist Gründerin des Clubs. Sie testet und entwickelt Inspirationen und Tools für Dein Selbst-Coaching für Dich und teilt als Autorin viele erprobte Tipps. Als langjährige Expertin in Sachen Marketing leitet sie außerdem die Boutique Agentur Overw8, die mit Web-Design, Branding & Marketing-Systemen v.a. mittelständische und kleine Unternehmen, Startups & Professionals bei ihren Plänen unterstützt. In ihrem persönlichen Blog teilt sie u.a. Ergebnisse ihrer Lebens-Experimente.