Doch, Du weißt was Du willst

Liebe(r) ,
kennst Du das Buch: „Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüßte, was“ von Barbara Sher? Als ich es gelesen hatte, war ich begeistert. Ich war so begeistert, dass ich sogar auf einen Retreat im Süditalien fuhr.

Ich fühlte mich von dem Buch verstanden, es fühlte sich gut an, zu lesen, was alles so möglich wäre, und warum ich das ganz zur Recht eben nicht tue. Ich könnte ja alles, wenn ich nur richtig wollte – und was ich kann ich dafür, wenn ich nicht richtig will – oder noch besser:

Was kann ich dafür tun, wenn ich gar nicht so wirklich weiß, was wich will?

Das Buch machte mir das Leben wieder leichter, es zwang mich aber auch nicht, mich zu outen, was ich wirklich will. Es zwang mich nicht (das ist unfair – was will man selbst von einem guten Buch erwarten?) – also ehrlicherweise brachte ICH mich nicht dazu, die Hosen meiner Motivation runter zu lassen und zu sagen:

„Doch, das und das und das – ich will das.“

Ich ließ mich selbst weiter in der unentschlossenen „Naja, aber WENN ich wollte, dann könnte ich….“-Soße weiterdümpeln.

Inzwischen glaube ich, dass ich damals schon sehr genau wusste, was ich wollte:

Ich wollte kreativer leben und arbeiten, ich wollte schreiben, ich wollte mein Ding machen können, ich wollte die Freiheit haben zu reisen, ich wollte eine wirklich lebendige Liebe leben….

Das zuzugeben hätte allerdings so viel bedeutet:

ich hätte zugeben müssen, wieviel mir diese Punkte bedeuten
ich hätte mir eingestehen müssen, wie g…verdammt ahnungslos ich in all diesen Punkten war
UUUUUND: ich wäre mir blöd vorgekommen, weiter nichts dafür zu tun, denn warum nichts tun, wenn man doch weiß, was man will
und noch viel schlimmer: Ich hätte der Tatsache ins Auge sehen müssen, dass es sein könnte, dass diese Wünsche sich vielleicht nie erfüllen.
Ich wollte mich schützen vor Enttäuschung, und zwar einer GROSSEN.

Ich wollte mich schützen vor dem Versagen, dem GROSSEN Versagen.

Ich wollte mich schützen vor der GROSSEN Verantwortung, es selbst in die Hand zu nehmen – soweit es eben möglich ist.

Deswegen haben ich für Dich und all Deine Freunde und Freundinnen eine wichtige Botschaft:

Doch, Du weißt hier und jetzt was Du willst – wetten?

Denn das ist die eigentliche Wahrheit – und mir fiel es ganz platt ins Auge, als ich letzte Woche dieses Video hier von Marie Forleo sah. Marie sagt es klar und ungeschminkt:

Doch, Mädchen, wenn Du mal ehrlich bist, dann weißt Du sehr wohl was Du willst.

Du wagst nur den Gedanken nicht, weil Du Angst hast.

Angst, dass Du nicht kriegen könntest, was Du willst – und es Dir so wichtig ist, dass Du ungeheuer enttäuscht wärst.

Angst, dass Du nicht in der Lage wärst, für diesen angestreben Zustand zu sorgen.

Du kannst Dein wahres Wollen, Deine wahren Wünsche nicht mehr sehen oder hören, weil….

sie sprichwörtlich hinter einer großen fetten Absicherungsmauer versteckt sind.

Die Mauer hat eine Aufschrift – sie heißt:

„Was ich alles nicht mal wagen würde eventuell zu denken oder zu fühlen, dass ich es wollen könnte…“

Das Geheimnis: All das, von dem Du nicht (mehr) weißt, was Du willst, ist Dir nämlich wichtig. Richtig wichtig sogar. Deswegen ist es wie ein kostbarer Schatz hinter der Mauer versteckt.

Wie kannst Du das, was Du wirklich willst, endlich wiederfinden – und anfangen, in Dein Leben zu holen?

Variante 1: DENNOCH versuchen, herauszufinden, was Du willst.

Ein paar gute Fragen können wirken wie ein Röntgenstrahl – und Dir grobe Umrisse der Wünsche, die dahinter liegen, zeigen.

Erwarte Dir nicht zu schnell zu große Ergebnisse, denn die Mauer versperrt ja die Sicht – und über die Jahre kann sie ziemlich stabil geworden sein.

Röntgenfrage 1: „Wovon träumst Du, schwärmst Du, redest Du drüber, wenn Du mit einem kleinen Schwips am Küchentisch schwadronierst?“

Bei mir waren es immer Geschäftsideen aller, aller, aller (! das ist ernstzunehmen!) aller Art. Vielleicht hätte mir also früher auffallen können, dass ich Unternehmerin werden will. Dass ich anderen helfen will, ihre Unternehmensideen wachsen und gedeihen zu lassen.

Ich war nur so ratlos, wie ich da hinkommen soll, dass sich der Gedanke schon von selbst verbot.

Röntgenfrage 2: „Was tust Du, wenn Du nix tun mußt? Was sind die Dinge, die Du ganz natürlich tust, wenn Du nichts tun mußt?

Z.B. wollte ich schon immer auch schreiben – hatte es aber verdrängt, nach hinten geschoben, so viel drüber geredet, dass das TUN unmöglich schien. Dabei: Bücher und ich – wir waren eine wahre Liebe – vom ersten Moment an. Kaum, dass ich schreiben konnte, schrieb ich morgends vor der Schule Geschichten. Wenn ich in der Schule grade nichts anderes zu tun hatte, zeichnete ich irgendwelche Naturszenen.

All das waren Dinge, zu denen mich niemand zwang, niemand überredete, niemand überhaupt anregte, es zu tun.

Röntgenfrage 3: Was sehen andere schon – das Du nicht ernst nimmst?

Achtung, diese Frage kann ein wenig tückisch sein, weil sie Dich auf ein Klischee oder Gerücht festnageln könnte. Sei in dieser Hinsicht also kritisch, ok?

Mit diesen Worten zur Vorsicht vorab geht es hier darum, zu schauen, wofür, warum andere Dich als logischen Ansprechpartner verstehen.

Das sind bei mir z.B.:

„Du, ich brauch mal kreative Hilfe“ – besonders beliebt bei Hochzeitszeitungen, Konzeptionen, Vermarktungsideen => Im Kern: Viele und anscheinend gute Ideen zu haben
Du ich brauch nen neuen Anzug/Kleid o.ä. – kannst Du mal mit mir shoppen gehen? => In anderen das Potential sehen.
Alles was mit Optik, Ästhetik, Vermarktung, Kommunikation zu tun hat => Marketingberatung, Markenaufbau, Kommunikation
Diskussionen zu Fragen des Lebens bei denen eine Nicht-Standard-Meinung gefragt ist => kritisches, bewertungsfreies Denken
Hast Du einen Tipp für ein gutes & bezahlbares Restaurant/Hotel/Laden…? => Entdeckungsfreude, klarer Geschmack
mein Talent aus wenig viel zu machen => Kreativität wieder
Tja, all das war vor Jahren schon da. Nun kennst Du mich von heute & hier – und ich frage mich, ob Du mir überhaupt glauben wirst, wenn ich Dir jetzt noch erzähle, dass ich z.B. meinen Dran nach Kreativität SO vergessen hatte, dass ich zu Tode erstaunt war, als ich von einem Seminar für Kreativitätstechniken war – und alle darüber einen Lachkrampf kriegten! Für die war das Eulen nach Athen – „Kristin, die kreative“ – ein Kreativitätsseminar!? Das war für andere wie: „Wer will einer italienischen Mamma das Tomatensoßenkochen beibringen?“

Deine wahren Wünsche können also so offensichtlich sein, dass alle Welt schon total sieht, was Du willst – nur Du nicht. Wie war das mit dem Wald, der vor lauter Bäumen nicht zu sehen ist…?

Die Antworten auf ALLE 3 Röntgenfragen sind wichtig – und können in Kombination oder ganz unterschiedlicher Gewichtung DEINE persönliche Antwort sein.

2. Die logische andere Richtung, die helfen kann: Werde furchtloser!

Das, was Du willst, ist ja hinter Deiner Angst, Deinem Selbstschutz verborgen. Den besten Blick auf das, was Du wirklich willst, bekommst Du also, wenn Du die Mauer Stein für Stein wieder abbaust. Dieser Weg ist unbequemer, deswegen werden die meisten wahrscheinlich zuerst mit den Röntgenfragen starten. Wenn Du davon schon die ersten Hinweise hast, dann nutze sie als Motivation, die Mauer abbauen zu wollen.

Zeige Deiner Angst Schritt für Schritt, dass Du Dich von ihr nicht abhalten lassen wirst – dann gibt sie Stück für Stück wieder den Blick frei auf die großen Dinge, die Du wirklich willst. Erst ist es mühsam, aber dann kannst Du auf Zehenspitzen einen ersten Blick über die Mauer erhaschen…

Bei mir war das tatsächlich so: Kaum habe ich angefangen, wenigstens erste Dinge zu tun, vor denen ich zwar Schiss hatte, aber nicht ZU viel Schiss, da konnte ich Stück für Stück wieder besser erkennen, was ich wirklich wollte. Als ich dann mein erstes Buch schrieb, habe ich mir schier in die Hosen gemacht vor Angst…aber ich habe mich nicht mehr abhalten lassen.

Bei der Strategie des Angstabbaus kann Yoga/Meditation hilfreich sein – als ein weiteres Mittel, Angst zu reduzieren und den Blick neu zu öffnen. Alles andere, das Dir mit Selbstvertrauen, innere Stärke, Zuversicht gibt, ist genauso gut, wenn es für Dich passt.

Das heißt leider nicht, dass es automatisch einfach ist, da hin zu kommen, wo Du hin willst, wer Du sein willst. Wenns allerdings unterwegs schwierig wird (und das wird es irgendwann), dann ist zu wissen, dass man das hier dringend wollte, manchmal das Einzige, das das Weitermachen ermöglicht.

Also, das ist das Wichtigste in Kürze für Deinen Weg zum Glücklichsein diesmal:

1. Laß‘ Dir nix erzählen – Du weißt jetzt schon, was Du willst. Mit Sicherheit.

2. Versuche die Schutzmauer zu röntgen.

3. Bau die Angstmauer Stein für Stein ab – und verschaff Dir wieder Zutritt zu Deinem Willenskraft-Terrain.

(4. Erzähl anderen davon, damit sie es auch schaffen).

Solltest Du jetzt Deine eigenen Erfahrungen dazu teilen wollen, schreib‘ mir gern eine Mail und ob Du es an die Life-Preneur-Community oder nur an mich weitergeben willst. Danke Dir jetzt schon für Dein Vertrauen!
Mit den besten Wünschen für Deine derzeitigen Lebens-Abenteuer!

Deine

Image
Kristin Reinbach
(Begründerin dieser kostenlosen Initiative)

Kristin Reinbach

Kristin ist Gründerin des Clubs. Sie testet und entwickelt Inspirationen und Tools für Dein Selbst-Coaching für Dich und teilt als Autorin viele erprobte Tipps. Als langjährige Expertin in Sachen Marketing leitet sie außerdem die Boutique Agentur Overw8, die mit Web-Design, Branding & Marketing-Systemen v.a. mittelständische und kleine Unternehmen, Startups & Professionals bei ihren Plänen unterstützt. In ihrem persönlichen Blog teilt sie u.a. Ergebnisse ihrer Lebens-Experimente.