Durchhalten oder aufgeben?

Liebe(r) ,
„will ich sinnlos weiter mit dem Kopf durch die Wand – oder ist es Zeit, endlich einzusehen, dass es keinen Zweck hat?“ Das ist DIE große Frage, die bei jedem größeren Lebenstraum früher oder später aufkommt. Und wahrscheinlich nicht nur einmal, sondern immer wieder.

Gehen wir das heute mal ganz systematisch an und fragen uns:

Kann man überhaupt zu lange durchhalten?

Ja, schon. Wahrscheinlich macht es wirklich wenig Sinn nach wie vor die große Liebe mit jemandem finden zu wollen, der das nicht will. Das sind Dinge – auf die haben wir einfach keinen Einfluss. Andererseits: Warum solltest Du nicht im Bezug auf Dein Ziel, eine große Liebe zu finden, durchhalten? Vielleicht findest Du sie dann – anders und unvermuteter als Du heute denkst.

Kann man zu früh aufgeben?

Ja – und zwar ganz locker! Ich behaupte sogar: Die meisten geben zu früh auf. Auch ich habe viele Dinge zu früh aufgegeben – weil ich noch nicht wusste, dass sich durchhalten wirklich lohnen kann – und vor allem: wie das eigentlich geht.

Wieso geben wir so leicht zu früh auf?

Ein Hauptgrund ist unsere Erwartungshaltung: Als würden wir darauf bauen, dass das Leben uns schon den roten Teppich ausrollt, bloß weil wir endlich den Hintern hoch kriegen. Das kann schon mal passieren – aber damit rechnen würde ich besser nicht! 😉

Das kann dann so aussehen:

„Ich hab‘ mich endlich entschieden, Mode-Design zu studieren – warum steht mein Studienplatz noch nicht bereit?“ (Das Leben denkt sich: „Weil eine Schneiderlehre und Selbständigkeit danach für Dich viel besser wäre. Du weißt das nur noch nicht. Geh bitte weitere Wege prüfen.“)
„Ich mach‘ jetzt endlich ernst mit der Selbständigkeit – warum stehen meine Kunden noch nicht an der Tür Schlange? (Das Leben: „Weil es vielleicht ganz fair wäre, wenn Du ein wenig was dafür tust….? Tu doch erstmal was dafür.“)
„Ich will jetzt endlich gesünder leben – warum klappt das nicht von heute auf morgen?“ (Das Leben: „Weil Du quasi alles umlernen musst – einkaufen, kochen, essen, trinken, atmen, sich mehr und anderes bewegen… was hattest Du gedacht? Mach‘ doch einfach die richtigen Dinge ein paar Monate lang – wetten, dann sieht’s anders aus?“)
Außerdem gibt man meiner Erfahrung nach besonders leicht zu früh auf, wenn man

erschöpft ist,
schlichtweg zu viel vor hat und zu wenig Unterstützung dabei
weil man krank ist oder
Angst hat.
Und…weil man ein einzelnes (negatives) Ereignis, Feedback, Scheitern höher wertet als das Ganze.
Es gibt wirklich gute Gründe aufzugeben – aber für einen großen Traum, für eine wichtige Sache, eine wichtige Beziehung, dafür sollte nicht die Laune eines einzelnen Tages entscheidend sein (und mit dem Aufgeben triffst Du eine wichtige Entscheidung).

Wo man ruhig aufgeben kann: Bei ‚Kleinscheiß‘

Warum solltest Du irrelevanten Mist auch nicht aufgeben? Wenn wir etwas tun wollen, und es zeigt sich, es ist zu schwierig, umständlich etc. ist das ein guter Zeitpunkt um zu erkennen: „Moment mal, das ist mir gar nicht so wichtig. Diesen Preis, diese Investition (Zeit, Geld, Wachsen/Lernen müssen) ist es mir einfach nicht wert. Ich dachte es wäre toller, aber das ist es nicht.“

Wenn Du gemerkt hast, dass Dir etwas gar nicht so wichtig ist, dann gib‘ es auf. Ähm, nein, korrigiere: Das ist gar kein Aufgeben. In Wahrheit hast Du Deine Prioritäten besser erkannt und handelst jetzt danach. Ein echter Akt von Klarheit und Rückgrat. Und als solches ein Erfolg!

Wie es mit dem Durchhalten doch klappt

„Naja, es soll wohl nicht sein“ – kennst Du diese schulterzuckende Antwort, die wir dem Leben geben, sobald uns die ersten Hindernisse begegnen, wenn uns eben nicht gleich der rote Teppich ausgerollt wird?

Könnte es nicht vielleicht sein, dass es anders rum ist – dass das Leben testen will, wie dringend es Dir wirklich ist?

Als ich meinen neuen Unternehmensbereich und damit auch diesen Club hier anfangen wollte, da schien sich plötzlich alles gegen mich und die Konzentration auf diese Aufgabe verschworen zu haben: Ein wichtiger Dienstleister baute Mist, mein Vater war plötzlich schwer krank, …und das waren nur zwei von etlichen Punkten!

Meine Antwort ans Leben war dennoch klar:

Ja, das hier ist mir dringend.

Ich will das wirklich. Ich werde durchhalten. Ich werde vielleicht mal stehen bleiben oder einen Umweg machen oder es wird langsamer gehen – aber ich werde diesen Weg gehen – und auch Du wirst mich nicht aufhalten!

Seit ich nicht mehr vom Leben erwarte, dass es mit ausgerollten roten Teppichen auf mich und meine Pläne wartet, sondern mich prüfen wird, eventuell einen Umweg für mich einplant, damit ich etwas Wichtiges lerne, das ich zur Überwindung des nächsten Hindernisses brauchen werde, seitdem habe ich viel mehr verwirklichen können.

Soooo, und dann habe ich noch einen entscheidenden Tipp für Dich, der mich mehrfach vor dem verfrühten Aufgeben gerettet hat.

Überliste Dich selbst: Verschieb‘ das Aufgeben.

Was kannst Du das nächste Mal tun, wenn Dir wieder nach Aufgeben zumute ist?

Meine Methode klingt für Dich vielleicht ulkig – ich mache folgendes:

Ich erlaube mir das Aufgeben. Gedanklich. Aber SPÄTER. Nicht heute. Ich treffen dann einen Beschluss wie diesen hier:

„Ich werde jetzt A und B und C machen und ich mache vielleicht Pause und dann probiere ich noch Z….und wenn das alles nichts bringt und 3 Monate später meine Meinung nach wie vor ist, dass es keinen Wert mehr hat, DANN, aber ERST DANN darf ich aufgeben. Guten Gewissens.“

Interessanterweise geht es danach viel besser weiter als ich dachte – wahrscheinlich weil ich mich endlich wieder locker gemacht und den größtmöglichen Schaden begrenzt habe.

Aufgeben ist als Option immer noch verfügbar

Lass‘ Dich nicht so leicht kriegen. Aufgeben geht ja immer noch. Zeit aufzugeben ist erst dann, wenn wirklich nichts mehr geht. Damit meine ich : Wenn Du guten Gewissens alles Nicht-Lebensgefährliche-oder-Menschenfeindliche versucht hast – und zwar auch neue Wege und Methoden, nicht nur die, die Du kanntest, als Du losgegangen bist.

Psssst: Die Belohnung des Durchhaltens

Übrigens: Wenn ich in einer kritischen Situation durchgehalten habe, öffnen sich meistens danach ungeahnte neue Möglichkeiten. Als hätte ich in einem Computerspiel den Zugang zum nächsten Level geknackt. Bestimmt ist das nicht nur bei mir so. Wenn Du diesen Effekt auch kennst, lass es mich wissen – ich fände Deine Erfahrungen sehr interessant zu hören!

Wer weiß, vielleicht gebe ich eines Tages einen bestimmten Traum, ein Ziel, einen Plan auf.

Vorher jedoch will ich das gute Gefühl haben, alles in meiner Macht stehende dafür getan habe. Dann kann ich meinen Frieden mit dem Loslassen machen – und dann ist auch Raum für Neues.

Wann hast Du schon mal ‚Aufgegeben‘ – und es auch nicht bereut?

Wann und warum wolltest Du schon aufgeben, hast aber durchgehalten? Wie ist es Dir gelungen?

Kennst Du jemanden, der durchgehalten oder aufgegeben hat – und den Du dafür bewunderst? Wie ist ihre/seine Geschichte dazu?

Welche Tipps oder Erfahrungen für gute Entscheidungen zwischen Aufgeben oder Durchhalten hast Du für andere Life-PreneurInnen?

Solltest Du jetzt Deine eigenen Erfahrungen dazu teilen wollen, schreib‘ mir gern eine Mail und ob Du es an die Life-Preneur-Community oder nur an mich weitergeben willst. Ich danke Dir jetzt schon für Dein Vertrauen!

Mit den besten Wünschen für Deine derzeitigen Lebens-Abenteuer!

Deine

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Kristin Reinbach
(Begründerin dieser kostenlosen Initiative)

Kristin Reinbach

Kristin ist Gründerin des Clubs. Sie testet und entwickelt Inspirationen und Tools für Dein Selbst-Coaching für Dich und teilt als Autorin viele erprobte Tipps. Als langjährige Expertin in Sachen Marketing leitet sie außerdem die Boutique Agentur Overw8, die mit Web-Design, Branding & Marketing-Systemen v.a. mittelständische und kleine Unternehmen, Startups & Professionals bei ihren Plänen unterstützt. In ihrem persönlichen Blog teilt sie u.a. Ergebnisse ihrer Lebens-Experimente.