Kein Spaß am Leben? Die tückische Alles-oder-Nichts-Falle

sich erfolgreich das leben versauen, leben in extremen, mäßigkeit, ausgleich, kristin reinbach, the club of happy lifepreneurs, glücklich leben

Mir wird’s zuviel!

Die Zahl der Alles-oder-Nichts-er wird immer mehr:

Sie machen die „30-Tages-Yoga-Challenge“, sie „geben endlich ihren Kaffee-Konsum auf“, „sie trinken nie wieder Alkohol“, sie trainieren für die Anzeige ihres Lauf-Messgeräts, um nachher auf Facebook zu posten, wie VIEL sie geradelt oder gelaufen sind – für den Marathon, aber selten zum Spaß.

Wo und wie gibt es das Alles oder Nichts?

Du hast die Wahl – such Dir was aus (welche Varianten kennst Du?):

  • Nie mehr Kaffee trinken. Oder eben das Gegenteil in der meist südeuropäischen Variante: „Wer wirklich cool ist, trinkt 14 Espressi am Tag.“
  • Nie mehr Fleisch, Fisch, Eier, was auch immer essen. Neu auch als Kontrast: „Ich habe ein neues Hobby: Fleisch. Ich esse ab jetzt täglich Fleisch.“ Auch verfügbar in diversen Versionen: „Ich esse nur noch vegetarisch, ich erhitze nix mehr, ach was, ich esse nur noch vegan.“
  • Nie wieder Alkohol (;) – ja, wer hatte den nicht auch schon mal….?) – oder eben sein Gegenteil…
  • „Ich habe mein Auto abgeschafft.“ – auch auf der Gegenseite: „Mein Auto ist ein Haus und verbraucht auch so viel Benzin.“
  • Du machst Yoga? Aber wenn, dann doch bitte mindestens täglich – klar ist auch: Unter anderthalb Stunden geht da gar nix. (auch Richtung Meditation & Co. anwendbar).
  • „Laufen gehen? Ja klar, aber wenn dann trainiere ich für den Marathon – sonst ist das ja uninteressant.“

Ich muss es loswerden: ICH BIN DAGEGEN!

Mäßigkeit, Ausgleich und Balance sind wesentliche Prinzipien des Lebens.

Deswegen nervt mich diese künstliche Einschränkung auf Nichts oder Sehr wenig von etwas genauso wie die künstliche Begeisterung für ein Übermaß.

Die künstliche Einschränkung finde ich grauslig, weil es doch wirklich fabelhaft ist, dass es uns so gut geht und wir alles haben, was wir brauchen.

Welch ein irrsinniger Luxus!

Wollen wir das nicht lieber zu schätzen wissen, statt an den Gaben der Natur wieder rum zu mäkeln?

Die künstliche Begeisterung fürs Übermaß halte ich für genauso ungesund.

Jeder hat mal seine Phasen oder Vorlieben – und gerade bei der Ernährung tendiere ich sehr zur Sicht des Ayurveda, dass jeder anders ist und je nach Verfassung anderes Essen braucht – auf das unser Körper ja dann auch meist richtig Bock hat.

Aber davon abgesehen:

Nur Karotten, nur Steak, alles was NUR ist, ich meine, das entspricht nicht der Idee des Lebens.

Das Leben IST nicht als Monokultur gedacht.

Wenn Du es künstlich dazu machen willst, dann schneidest Du Dir ein Stück Leben, Freude, Genuss, letztlich Glück ab.

Das wahre Übel dieser Alles-oder-Nichts-Ansätze: Das Extrem, das Übermaß, oder der völlige Mangel.

Das Fleisch ist nicht das Problem, das Gemüse auch nicht. Das Problem liegt im „Nur-Fleisch“, im „Nur-Gemüse“.

Das Sich-Bewegen ist nicht das Problem und auch nicht das Mal-die-Füße-hochlegen. Das Gar-Nicht-Bewegen ist ein Problem und das Sich-Nur-Noch-Bewegen – das eben auch.

Zuviel Yoga am Stück und auf Krampf bringt nicht mehr oder schneller Erleuchtung, sondern meiner Erfahrung nach eher einen Knöchelanbruch oder eine sogenannte „Ashtanga-„Schulter. Ja, mag sein, dass die Lehrmethoden nicht so optimal waren – aber was ist schon optimal? Meinem Körper war’s jedenfalls zu viel.

Ausgerechnet beim Yoga….Ironie des Lebens.

Auffällig ist es nämlich schon, dass alles Übermäßige früher oder später zum Problem wird:

Extremer Kaffee-Konsum, extremer Wein-Verbrauch, extrem viel Fleisch.

Auch des Sehr-Wenige oder Gar-nicht-Vorhandensein ist oft ein Problem: Denk nur an Salz.

Wir Menschen brauchen nicht viel davon, aber gar nichts erzeugt einen ungünstigen Mangel. Im Mittelalter war es daher kostbar wie Gold.

Nicht nur für uns selbst, auch in der Welt als System ist das Unmaß, die Übertreibung das Problem:

Das Problem mit einer ungünstigen Ressourcen-Nutzung kommt ja nicht auf, weil wir alle einmal die Woche ein gutes Stück Fleisch essen so wie zu Urgroßmutters Zeiten, wo das Wild eben erst noch gejagt, der Fisch erst noch geangelt werden musste.

Das Problem kommt auf, weil wir diese Leckerei (und ja, viele Menschen finden Fleisch eben lecker) am liebsten täglich in großer Menge haben wollen. Erst dadurch entsteht das Problem der Überproduktion, der Schieflage in der Ressourcen-Nutzung der Welt, und vor allem das unseres Körpers und wie er damit umgeht.

Die Anziehungskraft des Alles-oder-Nichts: Einfachheit, Klarheit, Struktur.

Ja, das Leben ist heute komplex. Ja, wir kriegen zu viel Info übergestülpt. Ja, es kann angenehm sein und das Leben einfacher machen, sich wieder etwas zu beschränken.

Da wirkt es so wunderbar einfach, zu sagen:

Täglich 18.00 50 km laufen. Jeden Tag 2kg Karotten. Niemals Kaffee.

Hier geht’s also um die Beschränkung als Gegenmaßnahme zum Überangebot und Überflutung. Ein bisschen wie ein Stundenplan, den Dir das Leben endlich rüber reicht, nach dem Du auf der Suche warst.

Nur ist da vielleicht die bessere Methode, das Problem da zu behandeln, wo es entsteht: Bei den Informationen, die Du Dir täglich rein ziehst, bei den Menschen, denen Du glaubst. Das Leben war schon immer unsicher und komplex – und wenn man betrachtet, wie jung man früher starb:

Das Leben ist bei Weitem nicht mehr so lebensgefährlich. 😉

Die Alternative:

Lernen wir doch besser, mit Varianz und Veränderung umzugehen, uns flexibel anzupassen. Iss Karotten, wenn Karotten da sind und Steak, wenn Steak da ist. DAS macht das Leben wirklich unkomplizierter und schafft Raum fürs Glücklichsein.

Warum machen die Alles-oder-Nichts-Lifestyles so leicht unglücklich?

Problem Nr. 1: Unrealistische Anforderungen verdammen zum Versagen

Ich hatte mal einen Freund, der war ein klassischer Alles-oder-Nichts-Kandidat: 2 Wochen lang war er auf der Fisch-Diät. Naja, danach war er dünner, dafür schwächlich. Danach fuhr er (selbstverständlich ‚jeden Tag‘) 50 km Rennrad – bis was dazwischen kam – und dann hatte „ja eh alles keinen Wert mehr“. Aus Frust über sein ‚Versagen‘ waren dann mehr Burger und Pommes und mehr Couch angesagt.

Naja, er tat es – wie immer – gründlich! 😉

Also war er insgesamt 8 Wochen später viel unfitter und auch ein paar Kilo schwerer als vorher.

Sein Hang zum Extrem war super anstrengend – für ihn vor allem, denn es brauchte ja jedesmal so viel Willenskraft. Früher oder später musste er an dem hohen Anspruch abschmieren – und mit diesem ‚Versagen‘ umgehen.

Er ist bestimmt nicht der einzige, dem das so geht.

Wozu sich diese Schlappe fürs Selbstwertgefühl reinziehen?

Funktioniert alternativ dazu viel besser:

  • Sich weniger, aber regelmäßiger etwas Gutes tun.
  • Kürzer, aber mit Freude laufen gehen – und sich aufs nächste Mal wieder freuen.

Problem Nr. 2: Verlust der Genussfähigkeit oder: Die Manie, Dinge zur Sünde erheben, die gar keine sind.

Plötzlich ist der Kaffee generell ‚böse‘, Kohlenhydrate egal in welcher Menge machen FEEEETTTT, das Glas Wein wird zur großen Sache und in etwa dort eingeordnet, wo früher die „Einstiegsdrogen“ waren.

Umgekehrt scheint alles Gute, das Du für Dich tust, nie genug zu sein:

Du darfst nicht einfach eine Runde spazieren gehen, weil das einfach schön ist – Du könntest doch die Zeit effizienter nutzen, um MEHR Kalorien zu verbrennen.

Alles was, was Du tust oder nicht tust, ist quasi über- oder unterbelichtet.

Das ‚Falsche‘ zu tun, das ‚Nicht-Optimale‘ ist nachgerade eine Sünde.

Die typische Alles-oder-Nichts-Falle:

Alle guten Maßnahmen müssen VIEL, IMMER, OPTIMAL sein,

alle schlechten dürfen NIE passieren.

Eine Sünde – das ist, sich anderen gegenüber besch… zu benehmen.
Eine Sünde, das ist, andere zu hintergehen.
Auf dieser Welt gibt es mehr als genug Dinge, die als Sünde gut herhalten.

Aber Kartoffeln essen, einen Kaffee trinken, ein Stück Kuchen essen, ein Glas Wein trinken…

ich kann die Sünde daran echt nicht finden.

Was ich eine Sünde finde ist diese Art zu denken, die einem jeden Genuss im Leben versaut.

Schön zu sehen war das z.B. in Süditalien als ich auf einem Retreat war.

Außer mir waren viele AmerikanerInnen da, die in Sachen „Alles-oder-Nichts-Falle“ ja leider wieder unsere Vorreiter sind. In der alten ‚Masseria‘ zwischen den Olivenhainen wurde bestens gekocht, fabelhaftes italienisches Essen von ‚la Mamma‘ – wer würde sich das entgehen lassen können?

Mittags ein Schluck Wein zum Essen?

Schon wurde das Anonyme Alkoholiker-Handbuch zitiert und ängstlich geguckt, ob ich gleich explodiere oder sonstwas Böses passiert.

Abends ein Teller Pasta?

Oh Gott – das böse Kohlenhydrat! Ein Glück waren ein paar weitere Mitstreiter des Genusses anwesend – und über die Woche ‚wagten‘ sich auch andere vor. Nein, wir haben uns nicht fürchterlich betrunken, wir haben einfach gut gegessen und etwas Wein getrunken und es war schön.

So leicht kann man sich ‚la dolce vita‘ versauen.

Der Genuss, das ist nicht nur der Wein, die Pasta, sondern was Du in Deiner Wahrnehmung damit machst, ob Du es schätzt.

Die Alternative dazu ist also:

  • Prinzipienreiterei und überzeichnete ‚Sünden‘ abschaffen.
  • Den Genuss in Maßen wieder erlauben und genießen.

Problem 3: Sport, gesund ernähren…die ‚guten‘ Dinge & Gewohnheiten: Nie ist es genug!?

Ein weiterer grässlicher Nebeneffekt der Alles oder Nichts-Attitüde: Selbst wenn Du ETWAS für Dich und Dein Wohlbefinden tust, impft man Dir schon wieder ein schlechtes Gewissen ein:

Du tust nicht GENUG davon,
nicht mit der OPTIMALEN Methode,
nicht REGELMÄSSIG genug.

Als ich Kind war, galt donnerstags Volleyball spielen als ‚regelmäßig‘ Volleyball spielen.

Das war als Nicht-Profi gefühlt genug. Das war in Ordnung. Daran hatte ich Spaß.

Volleyball AG Donnerstagnachmittag, 1x pro Woche. NICHT 3x, nicht 5x, nicht täglich.

Es hat Spaß gemacht, WEIL es einmal die Woche war – 5x hätte ich es GAR NICHT machen wollen.

Die Alternative dazu:

  • Das Wenigere, Regelmäßigere stur durchziehen und genießen.
  • Weil weniger wirklich mehr sein kann.

Woher kommt dieser Hang zum Alles oder Nichts überhaupt?

Ich habe ein paar Erklärungsversuche:

1. Die Suche nach mehr Selbstbestimmung bzw. Kontroll-Freak-Ism

Erstens mal sind diese Themen: „wie viel und wann schlafe ich?“, „was und wie viel esse ich“, „wie oft und lange mache ich welchen Sport warum wofür“ etc. Themen der Selbstbestimmung. Auch wenn mir außen rum noch so viel Mist im Leben erzählt wird, mir anderen in meinem Kram reinreden – hier habe ich meine eigene Wahrheit, meine eigene Entscheidung,

in dieser Badewanne bin ich Kapitän.

Das ist schön und gut, nimm aber eben mal das Thema Selbstbestimmung in Puncto Nicht-Essen – im Extremfall führt es zur Magersucht. Ein magersüchtiger Mensch ist der Meinung, dass er selbst kontrolliert und diszipliniert ist und jemand anderes, der eine normale Portion zu sich nimmt, ‚maßlos‘. Der magersüchtige Mensch kontrolliert sich und seine Nahrungsaufnahme gründlich (so sieht er/sie es) – oder extrem (so wird es von außen gesehen).

Den Hunger auszuhalten – das braucht grandios viel Disziplin – das wird aber keiner ernsthaft bewundern wollen und es wird auch keiner behaupten wollen, dass das eine gute Sache sei. „Sie achtet halt sehr auf ihre Ernährung“ vs. „sie ist leider magersüchtig geworden“ ist eine Frage der Perspektive und des Ausmaßes.

Die Alternative könnte also sein,

grundlegend das eigene Leben mehr in die Hand zu nehmen und es so zu gestalten wie es für das eigene Glücklich- (und Gesund-)Sein notwendig ist.

2. Das Vorführen von Disziplin-Fähigkeit als Selbstzweck:

Wir haben es in 1. schon angesprochen: Das Thema Disziplin. Komisch ist es schon: Da haben wir alle Freiheit der Welt, mit uns und unseren Körper zu machen was wir wollen, solange es keinem schadet.

Und was machen wir?

Wir gehen los und DISZIPLINIEREN uns.

Da kann ich nur sagen:

Ja, prima – geisle Dich und und renn‘ jeden Tag 2h.

Bestens – geh los und nage an einer rohen Möhre – auch wenn es Dir die Stimmung versaut.

Auch wenn Du sonst nicht gut druff bist – eins hast Du geschafft:

Du hast es durchgezogen.

Jawoll, Du warst diszipliniert.

NA HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

Wenn Du sonst nix kannst, dann kannst Du also das: Dich zwingen, mehr zu laufen als Du willst, Dich zwingen, anders zu essen als Du willst.

Die Alternative dazu:

  • Tu etwas, das DIR inhaltlich wichtig ist.
  • Nutze Deine schon erprobte Disziplin und zieh das durch, um darin gut zu werden.
    Wetten, das fühlt sich besser an als Disziplin als Selbstzweck!? 🙂

3. Das eingeredete Extrem (z.B. zu „mein Hobby ist Fleisch“)

Ist es nicht ulkig, wie viele Männer derzeit auf die Idee kommen, möglichst viel Fleisch und Steaks essen – „nur das sei eines wahren Mannes würdig“? Obwohl auch ich bisher noch nicht an eine generell vegetarische männliche Weltbevölkerung glaube… dennoch:

Könnte es evtl. sein, dass die neue Fleischeslust eher ein Marketing-Erfolg eines gewissen Grill-Herstellers als ein echtes Bedürfnis ist – oder überhaupt etwas, das Dir persönlich gut tut?

  • Marketing-Erfolg 1: „Coole Jungs, echte Männer, die lieben ein echtes Steak. Am besten täglich.“
  • Marketing-Erfolg 2: „Nee, am besten zwei – und noch eins zum Frühstück.“
  • Marketing-Erfolg 3: „Am besten nur auf dem Grill von Grillhersteller X gegrillt – und noch das passende Buch kaufen.“

Die Alternative:

Ja, sei ein Mann. Sei eine Frau. Sei ein Mensch. Auf Deine Art. Sei ein bisserl stur, genieß Dein Steak.
Aber nur dann und so viel oder so wenig wie es DIR gut tut.

Dich gibt es nur einmal und nur Du weißt letztlich, was für Dich taugt. Probier Dich aus, ok – aber bleib bei Deiner Meinung und Beobachtung und lass Dir nicht die anderer aufdrücken. Andere wissen nicht, ob Du Steak oder Karotten besser verträgst, vielleicht beides nicht, vielleicht beides ja, oder heute nicht und morgen schon… so ist das Leben eben.

Suche & finde andere Möglichkeiten, Dich als Mann zu erleben.

4. Endlich eine neue Art, sich das Leben schwer zu machen

Da war im Pauschalflieger die Mutter stylish ganz in schwarz von Kopf bis Fuß, die SOOO viel Wert darauf legt, dass das Kind im Flugzeug vegetarisch isst – und einen Riesenaufstand macht, weil doch Hühnerfleisch in den Tortellini ist….

Hallo!? Das hier ist ein Pauschal-Flieger und kein Veggie-Restaurant.

Sorry, Du bringst Deinem Kind viel eher bei, wie man Hysterie verbreitet als wie man entspannt und flexibel durchs Leben geht.

Was war ich froh, als der Vater durchgriff und sagte, es sei ihm jetzt wurscht, die Kleine habe Hunger und kriegt jetzt eben die un-optimalen Tortellini zu essen.

…oder auch eine akzeptierte Form, sich wichtig zu machen?

Manche Menschen scheinen einen regelrechten Sport daraus zu machen, anderen mit sehr wichtigem Blick zu erzählen, dass sie jetzt morgens um 5 immer meditieren und ACH SO KLAR im Kopf seien.

Plötzlich sind sie nicht mehr langweiliger Bankangestellter, sondern halber Zen-Guru….voilà! 🙂

Jeder, mit Sicherheit auch Du, kann bestens jederzeit unkompliziert ein interessanter, besonderer Mensch sein.

Du wirst nicht erst besonders, weil Du so besonders viel oder wenig rennst, meditierst, isst oder was auch immer.

  • Warum solltest Du Dich zu sehr darüber zu definieren?
  • Was wäre ohne das Extrem von Dir noch da?
    (ein Tipp: mehr als Du vielleicht meinst! :))

Dein Besonders-Sein hat es vielleicht leichter, zur Geltung zu kommen, wenn Du Dich nicht nur als Marathonläufer siehst…

Der Effekt beweist was für Dich funktioniert

Letztlich ist es wie bei der Ringparabel von Lessing: Die Religion, der Glaube, die Lebensweise ist gut, bei der der Mensch letztlich gut und glücklich und im Frieden mit sich und der Welt lebt, bei der der positive Effekt sichtbar ist.

Das dürfte kaum in Kalorien, gerannten Kilometern, nicht erhitztem Gemüse oder der Abwesenheit von Fleisch zu messen sein.

Der Lakmus-Test: Nutzt Du die Möglichkeiten des Lebens so, dass es Dir gut tut?

Ich meine, der wahre Test, ob ich der Alles-oder-Nichts-Falle aufgesessen bin, ist zu schauen, ob ich gut in der Lage bin, die Möglichkeiten des Lebens so zu nutzen, wie sie sich mir anbieten – und das Beste aus den Möglichkeiten zu machen.

  • In den See springen, wenn einer da ist.
  • Auf den Berg gehen – auch wenn heute kein Training im Plan steht.
  • Die frischen Hühnereier zu Spiegeleiern verarbeiten, weil sie etwa Gutes, Natürliches sind und DA sind.
  • Die vielen Kirschen teilweise jetzt essen, teilweise einkochen.
  • Das Glas guten Wein wirklich genießen.
  • Sich über einen knackigen Gemüseeintopf freuen.
  • Einfach nur ein paar Meter ums Haus ins Feld oder den Wald gehen – einfach so, um zu schauen, wie die Natur heute ist.
  • Zeit haben, sein(e) Liebste(n) in den Arm zu nehmen oder den Nacken zu massieren – statt wieder zu trainieren.
  • Ein GANZES Leben leben mit all seinen Bestandteilen und den sich immer wieder ändernden Anteilen.

IN DER NATUR HAT ALLES SEINE ORDNUNG – UND SEIN MASS. DIESES PRINZIP SORGT INDIREKT AUCH FÜR DEIN GLÜCK.

Die grundlegende Alternative zum Alles-oder-Nichts:

Wie wäre es also ab heute damit:

  • Selbstbestimmt so leben, dass es mir WIRKLICH gut tut.
  • So, dass mein Leben und ich ganz und komplett sind,
  • dass alle Bestandteile ihre Zeit und ihr Maß finden
  • – und manchmal auch Raum für ein wenig Überschwang ist.

Achja, eine Ausnahme gibt es doch:

Das Leben zu lieben.

Dabei können wir reinhauen.

Da gibt es kein Zuviel.

Finde ich. Und Du?

Kristin Reinbach

Kristin ist Gründerin des Clubs. Sie testet und entwickelt Inspirationen und Tools für Dein Selbst-Coaching für Dich und teilt als Autorin viele erprobte Tipps. Als langjährige Expertin in Sachen Marketing leitet sie außerdem die Boutique Agentur Overw8, die mit Web-Design, Branding & Marketing-Systemen v.a. mittelständische und kleine Unternehmen, Startups & Professionals bei ihren Plänen unterstützt. In ihrem persönlichen Blog teilt sie u.a. Ergebnisse ihrer Lebens-Experimente.