„Na, vieeelen Dank auch!“ Die Macht ECHTER Dankbarkeit für Dein Glück

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Wer undankbar ist, der braucht sich nicht zu wundern, wenn andere ihm keine Gefallen mehr tun – oder?

Das gilt zwischen Menschen und anscheinend auch für das Leben. Jemand tut Dir einen Gefallen, Du freust Dich ehrlich, strahlst ihn an, sagst Danke – wetten, derjenige bekommt Lust, es wieder zu tun? Oder umgekehrt: Du tust jemandem einen Gefallen, er oder sie weiß er nicht zu schätzen oder zeigt es zumindest nicht, ’nickt‘ Deinen Gefallen einfach so ab…

Hast Du Lust, das wieder zu tun? Wahrscheinlich nicht.

Menschen, die viel übers Universum reden, reden auch viel von Dankbarkeit und auch wenn ich persönlich nicht allzusehr an Universen und dergleichen glaube, merke auch ich: Wenn ich dem Leben dankbarer bin, hat es mehr Lust, ein paar extra Geschenke bei mir abzugeben. Nöle ich nur rum, wird es launisch, traut sich nicht so ran… klar, wer will schon jemandem einen Gefallen tun, der Dich dabei noch mit schmollender Unterlippe anguckt?

Dankbarkeit ist also super, das verstehe ich, ich muss allerdings ein Geständnis machen:

Ich tue mich manchmal schwer damit.

  • Ich tue mich schwer damit, dankbar zu sein, wenn die Spülmaschine verreckt und ich 4 Wochen lang von Hand spülen muss und ohnehin schon so viel zu tun habe, dass ich die neue Umgebung (für die ich dankbar BIN!) kaum genießen kann.
  • Ich tue mich schwer, dankbar zu sein für das nächste Hindernis, das sich beim Arbeiten in meinen Weg legt („nee, klar, suuuuper ‚Herausforderung'“).
  • Ich tue mich schwer, wirklich dankbar zu sein, ganz viel Besuch plötzlich zum Geburtstag zu kriegen, wenn ich danach platt in der Ecke liege, weil es ein 24h Job ist, sich um die Bewirtung zu kümmern.
  • Ich tue mich schwer damit, für ein Geschenk dankbar zu sein, das kristallklar sagt: „Ich habe keine Ahnung, wer Du bist.“

Wenn ich meinem Hirn dann mit Sprüchen komme wie:

„Jetzt sei doch mal dankbar!“

dann fühlt sich mein Hirn (und Herz!) fühlt sich vereiert.

Dennoch habe ich versucht, in diesen Zusammenhängen dankbar zu sein.

Was soll ich sagen?

Ich war es nicht.

Da war kein bisschen Dankbarkeit zu spüren.

Keinen Meter, keinen Zentimeter, naja, vielleicht ein paar Millimeter…

Ich fragte mich, warum nicht.

Ich überlegte mir, ob es nicht sein könnte, dass ich das Recht habe, NICHT dankbar zu sein.

Um mich nicht einfach rauszureden, habe ich mich gefragt, ob ich ernsthaft einer Freundin, die mir das so erzählt, anraten würde, ’sie solle doch dankbar dafür sein.‘

Die Antwort ist: Natürlich nicht!

Sie würde sich wahrscheinlich auch vereiert fühlen – und zu Recht.

Und zwar aus folgenden 2 Gründen:

1. Dankbarkeit funktioniert für jeden anders

Dankbar sein ist wirklich gut, aber sie funktioniert nicht ÜBER Deine erlebte Realität hinweg. Deine Art, die Welt wahrzunehmen, Deine Perspektive, was Dir wichtig ist, die sorgt dafür,dass Du entweder für etwas, was andere SCH….. finden und kein bisschen dankbar dafür wären, EHRLICH dankbar bist, oder Du undankbar über etwas bist – weil es für Dich nichts bedeutet oder sogar unangenehm ist.

Die Fähigkeit, zu unterscheiden „das tut mir gut, das tut mir nicht gut“ – die ist wichtig!

Wenn Du alles mit einem einzigen ‚Harmonieschleim‘ zukleisterst, nimmst Du Dir diese Möglichkeit. Du nimmst Dir die Möglichkeit, Prioritäten zu setzen, die Dir gut tun – und…. (und das ist der Gag!)
…für die Du von ganz allein dankbar sein wirst.

2. Dankbarkeit kann super leicht sein – wenn der Grund Deinen Bedürfnissen entspricht

Neulich war ich an einem ganz normalen Donnerstag z.B. ungeheuer dankbar und ungeheuer produktiv – dieser Tag war ein wunderbarer Tag. Vielleicht fragst Du Dich jetzt, was an diesem Tag so Fabelhaftes los war, ob mir Tausende von Menschen gleich zum Frühstück gehuldigt haben, eine Million EUR in kleinen Scheinen auf mich herabregnete, ich die ultimative Erfindung gemacht habe….?

Nichts dergleichen! Nicht ansatzweise!

Dieser Tag war so großartig, einfach nur (!) weil er damit anfing, dass mein Mann Tobias und ich morgens direkt aus dem Bett in Trainingsklamotte hinunter an den See gefahren sind. Wir gingen auf den Steg unten am Ufer, hindurch durch ein kleines Spalier von Menschen, die das gleiche taten wie wir:

Morgens schwimmen.

Eine verschwörerische kleine Gemeinschaft, die sich freundlich-verschmitzte Lächeln zuwarf. Ein Sprung in den kristallkühlen See, das sanfte Sonnenlicht auf dem glatten Wasser, die Klarheit im Kopf, die beim Schwimmen entsteht,eine niedrige Schicht Morgennebel, die an einem Ruderer vorbeifetzt, mein Mann mit einem breiten Grinsen….

und VOILÀ: Dankbarkeit.

Ganz natürlich.

Von innen her.

Ohne Danach-Suchen.

Sofort überall, in mir, um mich rum: Dankbarkeit.

„Was ist das Leben eine geile Sau!
Was freue ich mich, hier zu sein!
Was für ein Geschenk das ist, sowas hier mit meinem Lieblingsmensch machen zu können.“

Das ganze Unternehmen hat 0 EUR gekostet, wir brauchten einfach nur 40 Minuten an Zeit & Badeklamotten und einen heißen Kaffee danach.
Das war alles. Mehr nicht.
Beide hatten wir danach einen wunderbaren Tag.
Klar tut Schwimmen einfach dem Körper gut und das macht mein Hirn produktiv und und und….
Aber ich meine: Die Dankbarkeit für das schöne Erlebnis, das ehrliche innere Gefühl, dass ich vom Leben beschenkt wurde und wirklich dankbar für dieses Geschenk bin – das spielte die entscheidende Rolle für diesen besonders guten Tag.
Die Frage ist also weniger: Bist Du ständig für alles dankbar?
Sondern vielleicht eher:

Wofür fällt Dir Dankbarkeit von ganz alleine leicht?

Ich bin z.B. von Natur ganz einfach dankbar für:

  • einen schönen Moment in der Natur – als nur am See vorbeizuhetzen
  • mich in eine Tätigkeit reinknien dürfen – statt sie nur weg zu erledigen
  • ein wirklich gutes Gespräch, in dem ein Funke überspringt – statt zehnmal Smalltalk
  • Menschen, die wirklich sehen, wer ich bin und mich dafür mögen – statt solchen, die ihre eigene Agenda haben wie ich oder unser Treffen sein sollte
  • Pausen, in denen ich merke wo ich stehe, was jetzt als Nächstes gut ist, etwas Reflektionszeit – statt von einer Geselligkeit und Aktivität zur nächsten zu hetzen

Keine Frage: Ausschau nach dem Guten in einer Situation zu halten – das macht nach wie vor Sinn.

All das soll keine Ausreden-Basis hergeben dafür, nicht regelmäßig dankbar zu sein für das Gute, das wir erleben dürfen.
Zum einen hast Du ja Einiges im Leben selbst im Griff – und kannst Situationen, die bei Dir Dankbarkeit erzeugen, selbst ‚provozieren‘ (mehr dazu unten).

Zum anderen sind viele Situationen so vielschichtig, dass sie sowohl etwas Gutes (wofür das mit der natürlichen Dankbarkeit hinhaut) als auch etwas für Dich, naja, ich sag mal: Unpassendes enthält (da ist das mit der Dankbarkeit wohl zu viel gewollt).

Erlauben wir uns vielleicht, so etwas differenziert zu sehen:

„Dieser Teil hier – der ist schön, ich freue mich von Herzen drüber – und davon gern auch mehr in Zukunft. Das andere hier – naja, ich werde schauen, wie ich in Zukunft weniger davon habe.“

Nur echte Dankbarkeit funktioniert

Schlussendlich glaube ich, dass das Leben, das Universum, der liebe Gott, unsere Mitmenschen…schlau genug sind, um zu raffen, ob sie ein echtes oder ein geheucheltes Danke bekommen. Wetten, dass DIE Sorte Dankbarkeit, die uns die Tore für mehr Gutes öffnet, die ECHTE ist?

Ein höfliches Lippenbekenntnis dürfte wohl kaum reichen… auch wenn das ein netter Versuch und eine höfliche Geste ist….

Wie wäre es, dem Leben gegenüber manchmal höflich dankend abzulehnen?

Kennst Du den grusligen Wieder-Geschenks-Effekt?

Man bekommt zu Weihnachten etwas wirklich Schreckliches geschenkt – z.B. von einer älteren Tante. Lass es bodenlange Nachthemden mit Mäuschen-Applikationen sein. In Deiner Ratlosigkeit willst Du nett sein und heuchelst – womöglich noch glaubwürdig! – Dankbarkeit. „Viiiielen Dank – ich liiiiiebe solche Nachthemden. Und so kuschlig!!!“ Was vermutest Du, bekommst Du nächstes Jahr von ihr geschenkt? 😉

Vielleicht ist es mit der Dankbarkeit ein bisschen wie mit den nett gemeinten, aber unpassenden Geschenken einer älteren Tante:

Manchmal kann es sinnvoller sein, freundlich zu sagen, dass etwas anderes mehr Freude machen würde – wenn sie doch ohnehin schon das Geld ausgibt. Wie wäre es also mit einem ehrlichen, wertschätzenden:

„Danke, liebes Leben, dass Du es versucht hast – schau mal – wie es scheint, liegt mir das so nicht. Das wiederum zu begreifen, DAFÜR bin ich Dir ehrlich dankbar. Wenn Du mir wirklich eine Freude machen willst, dann lass es uns doch mit was anderem versuchen, nämlich z.B. XXXXXX.“

Echte Dankbarkeit provozieren

Versuchen wir doch weniger, auf Krampf für etwas dankbar zu sein, das sich in dem Moment eben nicht so toll anfühlt. Nehmen wir es eher als Ansatz zu sagen:

„Wenn sich das hier nicht nach natürlicher Dankbarkeit anfühlt: Was wäre es stattdessen? Wie kann ich so etwas provozieren? Wie kann ich es am besten gleich morgens als Start in den Tag, montags, für die Woche provozieren?“

  • Wie ist das bei Dir mit dem natürlich Dankbar-Sein?
  • Wofür hattest Du bisher das Gefühl, dankbarer sein zu müssen?
  • Warum bist Du es nicht – bzw. wie müsste es sein, damit die Dankbarkeit von alleine aufkäme?
  • In welchen Situationen findest Du bei Dir ganz natürlich ein Gefühl von Dankbarkeit?
  • Womit kannst Du bei Dir mehr Dankbarkeit ‚provozieren‘?

[Bild von Foundry auf Pixabay – danke!]

Kristin Reinbach

Kristin ist Gründerin des Clubs. Sie testet und entwickelt Inspirationen und Tools für Dein Selbst-Coaching für Dich und teilt als Autorin viele erprobte Tipps. Als langjährige Expertin in Sachen Marketing leitet sie außerdem die Boutique Agentur Overw8, die mit Web-Design, Branding & Marketing-Systemen v.a. mittelständische und kleine Unternehmen, Startups & Professionals bei ihren Plänen unterstützt. In ihrem persönlichen Blog teilt sie u.a. Ergebnisse ihrer Lebens-Experimente.