Am Wochenende arbeiten UND entspannen: 10 Tipps, mit denen es geht

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„Eines Tages wird Dein Leben vor Deinem inneren Auge vorbeiziehen. Stell sicher, dass es sich lohnt, hinzugucken.“ – Unbekannter Autor

Für mich ist die Frage manchmal nicht, OB ich am Wochenende arbeite, sondern WIE ich am Wochenende arbeite.

Einerseits bin ich fest entschlossen, achtsam zu sein und ein ausgeglichenes Leben zu führen.

Andererseits habe ich viele Träume und Ziele und es macht mir Spaß, alles dafür zu geben, sie zu erreichen. Auch wenn das bedeutet, dass ich mal samstags schreiben oder sonntags editieren muss.

Ich habe also beschlossen, dass es wichtig ist,

die Tage nicht schwarz-weiß nach „an diesen Tagen arbeite ich“ und „an diesen Tagen arbeite ich nicht“ einzuteilen,

sondern sicherzugehen, dass ich genug Zeit zum Spielen habe und mich darauf konzentrieren kann, diese Zeit aus ganzem Herzen zu genießen.

So kann ich morgens ein paar Stunden arbeiten, ohne dass die Arbeit nachmittags und abends meine Gedanken dominiert.

Für dieses Etwas, das sich „Leben“ nennt, gibt es keine Regeln, keine Wahl, die per se gut oder schlecht ist.
Es gibt aber Wahlmöglichkeiten, die schmerzhafter sind als andere, wie zum Beispiel sich verrückt zu machen wegen Arbeit, Kunden, Kontakten und Kollegen, anstatt die Freizeit komplett zu genießen – egal, wie kurz oder lang sie sein mag.

Wenn Du manchmal am Samstag und Sonntag mit Arbeits-Stress zu kämpfen hast, können Dir die folgenden Tipps vielleicht helfen, los zu lassen und Dich zu entspannen – selbst, wenn es nur für kurze Zeit ist:

1. Den Freitag positiv beenden.

Am Samstag zu entspannen kann schwierig sein, wenn Du freitags

  • vier wichtige Anrufe nicht beantwortet,
  • wichtigen Papierkram nicht abgeheftet
  • oder einen Marketing-Report nicht pünktlich fertiggestellt hast.

Überlege vorher, an welche Arbeitsthemen Du am Wochenende denkst, egal, ob es Dein montägliches Meeting oder ein wöchentlicher Bericht ist. Dann kümmere Dich schon so gut es geht vorher darum.

In der perfekten Welt wären wir alle so „zen“ und achtsam, dass wir uns nur darum kümmern würden, was direkt vor uns liegt.

Wir sind aber nun mal Menschen, deshalb wandern unsere Gedanken zu den Dingen, die wir in Zukunft zu tun haben.

Plane also vorab so gut Du kannst, um potenziellen Stress so gut es geht zu vermeiden.

2. Genau sein.

Wenn Du Wochenendarbeit zu tun hast, sei genau in Deiner Planung.

Es passiert schnell, dass man sich in einer Aufgabe verliert, besonders, wenn es sich um eine kreative Arbeit handelt.

Wenn es okay für Dich ist, ein Wochenende einer Aufgabe zu widmen, dann bleib dabei und mach weiter. Wenn Du Dir aber Zeit zum Entspannen oder für Deine Lieben nehmen möchtest, sei genau.

Plane Zeit für die Arbeit ein – mit einem konkreten Beginn und einem konkreten Ende.

Versprich Dir, dass Du aufhörst, wenn die Zeit abgelaufen ist. Du kannst immer zurück und weiterarbeiten, aber das Fußballspiel Deines Sohnes oder der Sonntags-Brunch mit Deinen Freunden lassen sich nicht so einfach wiederholen.

3. Den Leuten von Deinen Plänen erzählen.

Wenn Deine Freunde und Kollegen es gewöhnt sind, dass sie Dich rund um die Uhr erreichen können, denken sie wahrscheinlich gar nicht darüber nach, wenn sie Dir eine Arbeits-SMS schicken, während Du mit Freunden aus bist.

Sag ihnen also vorher, dass Du nicht verfügbar oder nur zu bestimmten Zeiten zu erreichen bist.

Sie werden die Grenzen sehr viel leichter respektieren können, wenn Du ihnen welche setzt.

4. Eine Abwesenheitsnotiz einrichten.

Ich persönlich finde es schwierig, SMS einfach komplett zu ignorieren oder mein Handy stundenlang auszuschalten. Wenn Du Dich verpflichtet fühlst, Dein Handy für den Notfall anzulassen, bereite Dich vorab vor, so dass Du nicht so viel an die Arbeit denken musst, wenn wirklich eine Arbeits-SMS kommt.

Wie ich in meinem Artikel „8 Ways to stay focused in a tech-driven world“ [„8 Wege, in der heutigen technischen Welt konzentriert zu bleiben“] vorgeschlagen habe, kannst Du eine Abwesenheitsnotiz vorbereiten, die zum Beispiel lautet:

„Heute verbringe ich einen SMS-freien Tag mit meiner Familie. Ich werde mich am Montag mit mehr Details melden.“

Mag sein, dass Dir das schwer fällt – aber wenn Du einen solchen Text nutzen musst, trainiere Dich selber und denke:

„Ich bin nicht verpflichtet, jetzt an die Arbeit zu denken, und ich entscheide mich bewusst dagegen.“

5. Andere Leute zu Hilfe holen.

Kürzlich hat mein Freund zu mir gesagt:

„Erledige bitte all Deine Arbeit vor heute Abend, so dass ich Deine volle Aufmerksamkeit haben kann.“

Diese einfache Bitte war eine gute Erinnerung daran, dass er es verdient, dass ich voll bei ihm bin – und dass ich es verdiene, den Moment voll mit ihm zu verbringen.

(Dieser weise Rat ist in etwa das, was Roshi Joan Halifax auf der Wisdom 2.0-Konferenz gesagt hat. Darüber habe ich in meinem Artikel „7 tips to keep technology from taking over your life“ [„7 Tipps, wie Du verhindern kannst, dass Technologie Dein Leben bestimmt“] geschrieben.

6. Nein sagen: Die „Nein-Liste“.

Viele Menschen tun sich schwer, nein zu anderen zu sagen, weil sie sie nicht enttäuschen oder das Unbehagen, das „nein“ sagen mit sich bringt, vermeiden wollen.

Wenn Du Dir Zeit für Dich selbst nehmen möchtest, ist Nein sagen lebensnotwendig.

Eine Liste aufzustellen, in der Du festhältst, welchen Bitten Du nachkommst und welchen nicht, kann hilfreich sein.

Wenn Dich dann jemand um etwas bittet, brauchst Du gar nicht groß darüber nachdenken. Du erinnerst Dich nur daran, dass Du Dir versprochen hattest, heute „nein“ dazu zu sagen.

7. Zwischendurch immer mal wieder Deinen Seelenzustand prüfen.

Eigentlich entspannst Du gerade – schließlich bist Du mit Freunden brunchen. Aber:

Bist Du wirklich anwesend? Bist Du aufmerksam, gibst Du ihnen Deine volle Aufmerksamkeit, wenn sie etwas erzählen, genießt Du den Moment mit allen Sinnen?

Wenn Du Dir Deinen mentalen Zustand bewusst machst, ist es einfacher, Dich aufzufangen und zum Moment zurückzukehren. Denk daran:

Du kannst später immer noch arbeiten, wenn Du willst, ohne dass Du genau jetzt daran denken musst. Wenn Du Dir erlaubst, genau jetzt Spaß zu haben, wird Dein Kopf klarer sein, wenn Du an die Arbeit gehst.

8. Die Ziele nicht aus den Augen verlieren.

Manchmal scheinen meine Gedanken an die Arbeit und die Sorgen, die ich mir darüber mache, sehr dringend, wie zum Beispiel

„Ich muss mir meinen Artikel im Kopf zurecht legen“

oder

„Ich werde meine beruflichen Ziele nicht erreichen“.

Gedanken wie diese versuche ich einzufangen und sie mit einem anderen zu ersetzen, zum Beispiel

„Wenn ich nicht genieße, was gerade vor mir liegt, brauche ich mir gar keine beruflichen Ziele zu setzen, weil ich nie in der Lage sein werde, sie zu genießen, wenn ich sie erreicht habe“.

9. Eine Entspannungsmethode nutzen.

Wann immer ich mich zu Gedanken hingezogen fühle, die mit dem Moment nichts zu tun haben, mache ich eine Atemübung:

Halte Dir das eine Nasenloch zu und atme tief durch das andere.

Dann hältst Du Dir das andere Nasenloch zu und atmest durch das andere.

Wenn Du das fünf bis zehn Mal wiederholst und tiefe, langsame Atemzüge machst, wirst Du innerlich ruhig.

Diese Ruhe ist in jedem Moment Deine wertvollste Reserve und Zuflucht. Sie erlaubt Dir, alles mit mehr Leichtigkeit und Freude anzugehen.

10. Das Wochenende gut planen.

Wenn ich zwischen zwei Aktivitäten Zeit habe, fühle ich mich irgendwie immer zu meinem Laptop hingezogen – teils, weil ich gerne schreibe, teils, weil es Gewohnheit ist. Das hilft mir, für meinen Tag einen Plan zu haben.

Das bedeutet nicht, dass Du den ganzen Tag über etwas zu tun haben musst, sondern, dass es helfen kann, wenn Du Dir Deine Zeit in Blöcke einteilst.

Sport von 10 bis 11 Uhr, Mittagessen von 12 bis 14 Uhr, Entspannen von 14 bis 16 Uhr.

Etwas einfach zu planen kann es leichter machen, sich komplett darauf einzulassen.
Wie ich anfangs dieses Artikels gesagt habe, gibt es eigentlich keine Regeln.

Wenn Du arbeiten willst, arbeite.

Wenn Du spielen willst, spiele.

Sei nur ehrlich zu Dir selbst über das, was Du wirklich willst und was Du tun musst, um es zu erreichen.

Wenn Du sowohl Dinge erledigen als auch gleichzeitig Deine arbeitsfreie Zeit genießen möchtest, ist die wichtigste Fähigkeit, zu lernen, los zu lassen.

Lori Deschene

Lori Deschene, die Gründerin von Tiny Buddha, sagt über ihren Blog: "Es geht hier darum, über einfache Weisheiten nachzudenken und zu lernen, sie in unser komplexes Leben einzubauen - inklusive der Verpflichtungen, Anstrengungen, Träume und Beziehungen". Sie beschreibt ganz einfache, kleine Schritte auf dem Weg zum Glück. Das kann sie so authentisch, weil sie jahrelang mit sich selbst gekämpft hat und unglücklich war - bis ihr bewusst wurde, dass sie selbst der Schlüssel zum Glücklichsein ist.