Wünsche wünschen: Warum es sich so gefährlich anfühlen kann

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Wenn ich gefragt werde, wie man am besten herausfindet, in welche Richtung man sein Leben verändern will, um glücklich(er) zu leben, dann empfehle ich meistens

die 101 Wünsche-Liste.

Diese 101 Wünsche-Liste ist wirklich SO einfach und eine SO wirksame Methode, um das eigene Leben mehr auf den eigenen Weg zu bekommen. 101 Wünsche werden aufgeschrieben – mit der einzigen Regel:

Geh davon aus, Dir steht alles an Geld, Zeit, Kontakten, Möglichkeiten zur Verfügung.

Du brauchst nur Papier und einen Stift dafür.

Einfacher geht es gar nicht.

Trotzdem tun sich viele schwer damit.

In diesem Artikel will Ich Euch verraten, warum diese einfache Übung so einfach und doch so schwer ist.

Ein erster Tipp:

Es geht um innere Erlaubnis und Angst.

Was ist so schwer daran, eine lange Liste mit Wünschen zu schreiben?
Wünsche dürfte doch jeder reichlich haben…. oder?

Mir passiert häufiger Folgendes, wenn ich vorschlage, diese 101 Wünsche-Liste aufzustellen:

Im ersten Moment herrscht Verblüffung:

„Ok, das klingt wirklich einfach! Und: Warum nicht?“

Ich höre erstauntes Lächeln durchs Telefon.

Dann Zögern.

Eigentlich hätte ich erwartet, ich gebe anderen Papier, einen Stift, diese Anregung und sie legen los wie die Irren –

„Endlich alles wünschen, was ich will!“

Nichts dergleichen passiert.

Mit dem Kopf wird bedächtig von links nach rechts abgewogen, ob das Risiko eingegangen werden kann.

Ein bis zwei Minuten später:

„Gut, ein PAAR Wünsche hätte ich schon.“

Ich erläutere, dass das gut ist als Startpunkt, dass allerdings schon 101 gebraucht werden (ich überlege, die zusätzliche Regel einzuführen, dass die ersten Wünsche nur erfüllt werden, wenn mindestens oder mehr als 101 Wünsche bei einer erfundenen Wunschfee abgegeben werden).

Ich erkläre auch, warum:

Die ersten ca. 20 bis 30 Wünsche sind die klassischen ‚Lotto-Gewinn‘-Wünsche – wenn ich genug Geld hätte, dann hätte ich gern ein Haus, vielleicht noch ein zweites am Meer, und das und das Auto und so weiter. Vielleicht wünschst Du Dir Kinder, eine Familie – ‚Standard‘-Wünsche eben wie sie sehr viele Menschen haben – und die teilweise gar nicht beeinflussbar sind.

Erst DANACH, wenn Dir diese Sorte Wünsche ausgeht, kommen die anderen Wünsche – und die haben viel damit zu tun, was DICH und DEINEN Lebenssinn wirklich ausmacht.

DAS ist die Information, an die Du ran willst.

Deine ganz persönlichen Wünsche.

Zumindest als erster Entwurf.

Du kannst sie alle wieder ändern – kein Problem, es sind schließlich Deine.

Ruhe in der Leitung.

Manche machen dann einfach die Liste.

Und einige….(und das sind nicht wenige!) reagieren so:

  • Ein Mann in mittleren Jahren zieht sich zurück und verschiebt immer wieder das Erstellen der Liste, letztlich auch das Coaching.
  • Eine junge Frau reagiert unmittelbarer: Sie sagt, sie merke gerade „dass sich das irgendwie so anfühlt, als dürfe ich das nicht„.

Was ist los?

Was ist plötzlich so schwierig mit dem Wünsche wünschen?

Die junge Frau, die ich coachen sollte, hat es auf den Punkt gebracht, was los ist:

Viele Wünsche zu wünschen kann sich verboten und gefährlich anfühlen.

Der Mann in mittleren Jahren war wahrscheinlich nicht ganz so ehrlich mit sich – und ich vermute, er hatte Angst.

Warum vermute ich, dass er Angst haben könnte?

4 gute Gründe, warum Wünsche wünschen schwierig sein kann

Magie oder Schriftlichkeit macht Gedanken zur Realität

Etwas aufzuschreiben, selbst wenn es nur für Dich selbst ist, scheint eine magische Aktivität zu sein, weil in diesem Moment etwas, das Du vielleicht ohnehin nur zögerlich denkst, ein Gedanke oder Bedürfnis, das sich nur ganz zart herausgetraut hat, plötzlich in der äußeren Realität in Form Deiner aufgeschriebenen Worte dem Tageslicht ausgesetzt wird – und Du Deine Wünsche schriftlich vor Dir siehst.

Wenn es um schwarze Magie, bösartige Pläne ginge, wäre das wohl logisch.

Und obwohl Wünsche etwas Positives sind (die meisten Menschen wünschen sich ja harmlose Sachen wie „ich will Klavierspielen lernen“ oder „ich will mal einen Familie haben“ oder so) gilt es verblüffenderweise auch für sie:

Wünsche aufzuschreiben bringt sie in die Außenwelt, macht sie wirklicher.

Tatsächlich scheint mitzuschwingen, dass man hier ein Geheimnis verrät (was, wenn jemand diese Notizen findet?) und eine Art Befürchtung, dass die Wünsche sich dadurch direkt in die Tat umsetzen. Diese Tendenz scheint es zu geben – allerdings ist das bei Wünschen etwas Schönes, oder?

Ich meine, es könnte sein, dass der Mann in mittleren Jahren eine nicht klar benennbare Angst davor hatte, seine Wünsche in die Außenwelt zu bringen. Diese Liste könnte bedeuten, dass er seinen Wünschen ins Auge sieht und das wiederum könnte bedeuten, dass er sein Leben ändern muss – und zwar wirklich.

Wollte er das? Vielleicht eben nicht.

Misstrauen

Nicht nur einen, nicht drei, sondern über 100 Wünsche frei!? Das klingt ja regelrecht unseriös! Wo soll es so was geben? Welchem Teufel muss ich dafür meine Seele verpfänden? Kann ich so viel Glück überhaupt verdient haben?

So viel soll uns den ganzen Tag verkauft werden – da gewöhnen wir uns regelrecht an, eine wunderbare Möglichkeit direkt auf ihren vermeintlichen Preis zu hinterfragen. Dennoch:

Eine Liste auf Papier aufzuschreiben kostet wirklich nix.

Es gibt keine verborgenen Klauseln, keinen Flatrate-Vertrag dahinter.

Diese Liste kann sehr wertvoll werden für Dein Leben – und es ist wunderbar, dass Du dafür noch nicht mal in Coaching, Mentoring, Bücher… investieren musst. Atmen und Meditieren sind ebenfalls wertvoll, so wie Dein Leben auch – und nichts davon kostet Geld, außer Du willst es so.

Auf sich allein gestellt sein

Ganz allein seine Gedanken und Wünsche denken dürfen – unzensiert – kann ungewohnt sein. In Partnerschaften, engen Familienverbünden, starker Unternehmens-Kultur – all diese geben ziemlich klare ungeschriebene Gesetze über „Das geht“ und „das geht nicht“ vor.

Was helfen kann:

  • Rausfahren – und woanders die Ideen für die Wünsche finden.
  • Es (alleine) im Urlaub tun.
  • Morgens nach dem Aufstehen eine Zeitlang.
  • Unterwegs im Auto aufs Handy aufnehmen und später aufschreiben (ich habe da oft gute Ideen).

Schutz vor Enttäuschung!?

Wünsche brauchen also mehr Mut, als vordergründig anzunehmen war.

Als Kind haben wir diesen Mut noch:

„Wenn ich mal groß bin, dann will ich xxx sein, haben, leben.“

Kennst Du das? Und was ist DANACH passiert, das heute das Wünschen so gefährlich macht?

Denk mal dran:

Wie haben die Menschen um Dich herum reagiert, wenn Du so etwas gesagt hast?

Ich habe eine Vermutung. Ziemlich wahrscheinlich ist das hier:

Meistens wird man von den Erwachsenen freundlich belächelt, manchmal tätscheln sie einem noch den Kopf.

Vergiss nie:

Ganz viele der Kopftätschler haben es gar nicht erst versucht, ihre Träume zur Realität zu machen – und doch meinen sie zu wissen, dass das ohnehin nicht geht.

Wo hatten sie bloß ihr Wissen her darüber, was für DICH möglich ist im Leben?

Die Kopftätschler hatten IHRE Chance, ihr Leben zu leben oder eben auch nicht.

Das hier ist DEIN Leben und Du allein beschließt, was Du wenigstens versuchen wirst, zu tun.

Übrigens: Die Erwachsenen, die Dich in Deinem Enthusiasmus gedämpft haben, haben es wahrscheinlich wirklich gut gemeint mit Dir. Meistens kann man unterstellen: Sie wollten Dir die Enttäuschung ersparen, sehr hohe Erwartungen mit einer nicht so eintreffenden Realität abgleichen zu müssen.

Sicher ist es gut und hilfreich, zu hohe Erwartungen an sich und das Leben immer wieder loszulassen.

Doch ist auch klar:

Wer etwas gar nicht erst versucht, bei dem ist jetzt klar, dass er es nicht erreichen wird.

Wozu sich vorher schon schützen?

Lebst Du so wirklich zu 100%?

Es wird Enttäuschungen geben, es wird nicht alles klappen. Das macht Dich halt stärker und stärker als Person – und das ist wunderbar. Damit werden Dir andere Dinge bestens gelingen.

Wie viel Glück soll in Deinem Leben passieren, wenn Du Dir noch nicht mal den Gedanken an etwas Gutes erlaubst?

Mach Dir klar, dass vom Wünschen allein erst mal nichts Riskantes passiert. Es sind erst mal NUR Wünsche.

Be careful what you wish for cause you just might get it!?: Ohne innere Erlaubnis geht es nicht

Wir haben also gesehen, dass es gute Gründe gibt, warum sich Wünsche gefährlich anfühlen können.

Wenn sich das Wünsche wünschen gefährlich anfühlt, verbieten wir es uns, die Wünsche überhaupt zu denken.

Also ist als Gegenmittel die innere Erlaubnis wichtig, damit Du Dir überhaupt was wünschen kannst.

Das erklärt für mich auch, warum bei einer Flasche Rotwein oder im Urlaub öfter neue Gedanken und Wünsche aufkommen:

Wir bringen dann plötzlich den Mut auf, wieder diese großen, neuen Gedanken zu denken wie als Kind damals, überhaupt zu denken, dass etwas anderes, Neues möglich wäre.

Ich hoffe, dass diese ‚Aufklärung‘ warum Wünsche aufschreiben sich gefährlich anfühlen kann, hilft, dass Du es Dir besser erlauben kannst.

Eine sichere, angenehme Situation ohne äußere Bewertung hilft meist gut dafür.

Ein letzter Tipp:

Biete Deinem Hirn einen Umweg an und vervollständige Sätze wie:

  • Wäre es nicht wunderbar, wenn….?
  • Es wäre ein Hammer, wenn es möglich wäre, dass…
  • Wenn ich mein Schutzengel wäre, würde ich mir für mich wünschen, dass…
  • Wenn eine Hellseherin um die Ecke käme und mir sagen würde, dass ich ______ werde, habe, tu… das würde sich richtig gut anfühlen.

[Bildquelle: Das Bild, das so wunderbar zeigt, dass man mit dem Wünschen in gefährliche Höhen zu steigen meint, ist von PublicDomainsPictures auf Pixabay – danke!]

Kristin Reinbach

Kristin ist Gründerin des Clubs. Sie testet und entwickelt Inspirationen und Tools für Dein Selbst-Coaching für Dich und teilt als Autorin viele erprobte Tipps. Als langjährige Expertin in Sachen Marketing leitet sie außerdem die Boutique Agentur Overw8, die mit Web-Design, Branding & Marketing-Systemen v.a. mittelständische und kleine Unternehmen, Startups & Professionals bei ihren Plänen unterstützt. In ihrem persönlichen Blog teilt sie u.a. Ergebnisse ihrer Lebens-Experimente.