Warum das perfekte Leben nicht automatisch glücklich macht

leo babauta, leben verändern, abnehmen,Als ich vor sieben Jahren angefangen habe,

die Unzufriedenheit mit meinem Leben in Glück und Zufriedenheit umzuwandeln,

hatte ich eine grobe Idee, wie ich das machen wollte:

  • Ich wollte aus den Schulden raus,
  • abnehmen,
  • einen besseren Job finden,
  • mein Haus entrümpeln,
  • fit werden,
  • produktiver werden
  • und ein Buch schreiben.

Ich habe tatsächlich all das und mehr geschafft.

Es war super.

Es hat mein Leben verändert und ich bin heute sehr glücklich.

All das zu erreichen, ist allerdings nicht das, was mich glücklich gemacht hat.

Ich habe gelernt, dass ich schon alles hatte, das ich für mein Glück brauchte – aber es war unter meiner Unsicherheit, meiner Unzufriedenheit mit meinem Leben, meiner Verachtung für meinen Körper und mich selbst begraben.

Es war alles schon da, aber es war verdeckt.

All das, was Du für Dein Glück benötigst, hast auch Du schon, in genau diesem Moment.

Du brauchst nichts an Dir oder an Deinem Leben zu ändern. Du musst nur erkennen, was schon da ist.

Ich möchte Dir zeigen, was ich über mich herausgefunden habe und wie ich glücklich wurde.

Ich habe mein Leben verändert

Als ich glücklich werden wollte, wollte ich mein Leben verändern. Ich hatte das Ideal-Leben im Kopf, das ich mir bauen wollte, und dachte, dass ich glücklich würde, wenn ich dieses Leben hätte.

Es ist aber alles Fantasie, eine Traumwelt. Wir alle tun es:

Wir fantasieren immer vom perfekten Partner, den perfekten Kindern, dem perfekten Job, Zuhause, Auto, Computer, Klamotten, Reisen, Möbeln, Fernsehern und – natürlich – dem perfekten Körper.

Sobald wir diese Dinge haben, diese perfekte Welt, werden wir glücklich sein – oder?

Haha, nein. Denn diese Fantasie wird nie wahr werden.

Wir können glauben, dass sie eintritt, aber die Realität wird nie so werden, wie wir sie uns in unserer Fantasie ausgemalt hatten.

Ich habe das beispielsweise gelernt, als ich mein Zuhause entrümpelt und minimalistisch eingerichtet habe – das gab mir nicht automatisch Zufriedenheit. Die musste ich unabhängig davon erst lernen.

Zu entrümpeln hat mir aber dennoch eine Menge beigebracht:

  • Ich habe gelernt, warum ich an Dingen festgehalten habe – aus Angst – und dass diese Angst unbegründet ist.
  • Ich habe gelernt, dass ich auch ohne all diese falsche Sicherheit gut leben kann und dass ich schon stark genug war, mein Leben ohne viele dieser unnötigen Dinge zu leben.

Ich würde Dir immer noch empfehlen, Dein Leben zu vereinfachen –  nicht, weil Du so Deine Traumwelt bauen kannst, sondern weil Du viel über Dich selber lernen wirst.

Als ich abgenommen hatte, war ich immer noch nicht glücklich mit meinem Körper.

Er war immer noch nicht perfekt. Und seien wir mal ehrlich: Das wird er auch nie sein, nicht im Sinne meiner Traumwelt, in der ich aussehe wie Cover Models auf Männermagazinen. Diese Fantasie werde ich nie erreichen.

Aber abzunehmen hat mir gezeigt, dass ich es genieße, gesund zu essen und Sport zu machen.

Ich habe gelernt, dass beides nicht so schrecklich ist wie ich dachte, und dass ich Essen nicht als Ausgleich für Stress, Ängste, Einsamkeit, Langeweile und dergleichen brauche.

Und das hat sich in allen meinen Traumwelten gezeigt:

Ich habe gelernt, dass es nie funktioniert, auf die Fantasie hinzuarbeiten, dass ich niemals dort landen würde, und dass ich, selbst wenn ich nah dran kommen würde, doch nie glücklich werden würde.

Aber ich habe auf dem Weg gelernt, dass ich meinen alten Ballast nicht brauche und dass alles, was ich für mein Glück brauche, schon in meinem Besitz ist.

Was Du für Dein Glück brauchst

Was macht Dich also glücklich? Was brauchst Du, um glücklich zu sein?
Du kannst Glück in allen externen Dingen suchen: Haus, Job, Auto, einen Dich liebenden Partner, Essen, Drogen, Shopping.

Sie alle werden Dich aber nicht glücklich machen, zumindest nicht lange.

Und wenn sie Dir nicht durchweg Glück bringen, musst Du nach mehr suchen, und dann ist Dein Glück immer abhängig von den Launen externer Dinge und Menschen.

Du kannst auch in Dir drin Glück finden.

Du kannst erkennen, dass Du einige großartige Dinge in Dir hast, dass sie wunderschön sind, wenn Du sie so akzeptierst, wie sie sind – ohne zu versuchen, sie an irgendeiner Traumwelt zu messen.

Du kannst lernen, dass das Leben immer schön ist, so wie es gerade ist, auch ohne die Fantasien.

Und weil das Glück in Dir drin ist, läufst Du nicht Gefahr, es zu verlieren durch Menschen, die nicht in der richtigen Stimmung sind, oder durch externe Ereignisse, die die Quelle Deines Glücks verändern.

Das bedeutet, dass Du Deine Traumwelten loslassen musst, eine nach der anderen.

Es bedeutet, dass Du nach innen schauen und lernen musst, zu akzeptieren, was Du dort findest. Das passiert nicht über Nacht, aber die „Großartigkeit“ ist schon in Dir. Sie ist überall um Dich rum (denn eigentlich sind innen und außen das Gleiche).

Du brauchst keine Traumwelt.

Bemerkung: Wenn Du mehr lernen willst über das Aufdecken Deines Glücks und warum dies der Hauptgrund für das Entstehen (und das Lösen) von Problemen wie der Unfähigkeit, Gewohnheiten zu ändern, Gewichtsproblemen, Schulden, der Angewohnheit, Dinge auf die lange Bank zu schieben und mehr ist, lies doch mehr über meinen neuen Kurs „Uncover your Awesomeness„.

Der Originalartikel „Happiness is uncovering what you already have“ ist auf seinem Blog Zen Habits erschienen.


Unsere Selbst-Coaching-Prompts dazu für Dich:

  • Hast Du schon herausgefunden, was Dich wirklich glücklich macht? Was macht es für Dich aus?
  • In einer Traumwelt leben und dennoch nicht glücklich sein: Hast Du das schon mal erlebt? Wie hast Du das empfunden – und was hast Du damit gemacht?
  • Wann und wie findest Du das Gefühl des Glücklichseins in Dir? Wann und wo hast Du es evtl. unvermutet in Dir gespürt?
  • Welchen Tipp hättest Du für jemanden, der verzweifelt versucht, sich durch äußerliche Dinge glücklich zu machen – und es nicht schafft?
  • Kennst Du jemanden, der zwar optisch ein totales Traumleben lebt – aber gar nicht glücklich wirkt? Was denkst Du, wie es dazu gekommen ist?

[Bildquelle: Kristin Reinbach]

Leo Babauta

Leo Babauta ist der Autor des Blogs "Zen Habits" und mehrerer E-Books. Leo ist 'Minimalist', d.h. sein Ansatz stellt die Reduktion auf das Wesentliche stark in den Mittelpunkt. Im Kontrast zu anderen amerikanischen Coaches plädiert er häufig für weniger Druck, weniger Ziele, weniger preußische Disziplin. Leo Babauta ist verheiratet, hat sechs Kinder und lebt in Davis, Kalifornien.