Die „Mein Leben verändern“-App

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„Was einen Menschen rettet ist: Einen ersten Schritt zu machen.
Und dann einen weiteren.“ – C.S. Lewis

Mein Leben verändern – das kann unglaublich schwer und kompliziert scheinen.

Umso schwerer, wenn Du – wie ich – schon einige Male gescheitert bist, es Dir zu anstrengend war, und Du lieber dabei geblieben bist, dann eben nichts zu ändern.

Aber es geht.

Ich habe einen Weg gefunden, wie man es doch schafft.

Dabei bin ich nicht besser als andere, nicht disziplinierter, nicht motivierter. Ich habe einfach ein paar einfache Grundregeln gelernt, mit denen ich mein Leben verändern konnte. Schon oft habe ich über sie geschrieben, aber sie sind so in meinen Blog-Einträgen verteilt, dass ich sie hier noch einmal zusammenfasse:

So habe ich mit Hilfe von nur vier Zeilen mein Leben verändert. (Die vier Zeilen folgen am Schluss.)

Ich fing an zu joggen

2005 war ich eine ‚Couch-Potato‘ und hätte mir beim besten Willen nicht vorstellen können, ein regelmäßiger Sportler zu werden. Ende 2006 ging ich nicht nur regelmäßig joggen, sondern trat zu meinem ersten Marathon an und schaffte ihn sogar.

Heute bin ich so weit, dass ich sofort einen Marathon laufen könnte, wenn man mich darum bitten würde, und habe auch schon mehrere geschafft.

Wie?

Ich habe damit angefangen, nur zehn Minuten am Tag joggen zu gehen.
Ich sagte mir nicht, wie schwer es ist, sondern konzentrierte mich auf die Bewegung und die Umgebung draußen.Dann steigerte ich mich langsam: Ich brachte es auf 15 Minuten, dann 20, irgendwann dann sogar auf einige Stunden.

Und ich war dankbar für jedes Mal, das ich joggen gehen konnte.

So wurde ich gesünder, fitter, dünner und glücklicher.

Ich fing an, mich gesünder zu ernähren

2005 war ich übergewichtig und liebte Junk Food:

Ich aß Fast Food, Chips, Kekse, frittiertes Fleisch…eigentlich alles, was fett, süß und salzig ist. Und ich hatte keine Ahnung, wie ich meine Essgewohnheiten ändern sollte.

Heute bin ich mehr als 30 kg leichter und ich esse gesunde Vollwertkost, beinahe nichts Verarbeitetes.

Natürlich gönne ich mir ab und zu auch etwas Süßes, aber besser geht es mir, wenn ich mich gesund ernähre.

Wie ich das geschafft habe?

Ich fing klein an: Ich trank mehr Wasser, aß mehr Obst und Gemüse, kochte mehr zuhause und nahm mir mein Essen mit zur Arbeit.

Ich ging immer einen Schritt nach dem anderen.

Langsam verbesserte ich meine Ernährung, ich habe irgendwann meinen Kühlschrank und meine Speisekammer vom Müll befreit, ich bin nicht mehr in Fast Food Restaurants gegangen. Und ich fand tatsächlich gesundes Essen, das mir wirklich schmeckt, und war dankbar für jede leckere gesunde Mahlzeit, die ich aß.

Ich fühle mich jetzt besser mit mir selber und fühle mich jeden Tag super.

Ich befreite mich aus meinen Schuldenbergen

2005 steckte ich bis zur Nasenspitze in Schulden.

Es war wirklich schlimm: Wenn meine Gläubiger mich anriefen, ging ich nicht ans Telefon und rief sie auch nicht zurück. Ich schaffte es gerade so von einem Gehalt zum nächsten – manchmal aber auch nicht mal das, so dass ich mir Geld von Familie und Freunden leihen musste.

Ich glaube, ich habe kaum stressigere Zeiten in meinem Leben erlebt.

Aber Ende 2007 konnten meine Frau Eva und ich feiern, denn wir hatten gerade unsere letzte Rate abbezahlt und waren frei!

Wie ich das geschafft habe?

Indem ich wieder einen Schritt nach dem anderen ging:

Ich versuchte, wo es möglich war an den Ausgaben zu sparen.

So konnte ich immer ein bisschen Geld zurücklegen und erst die kleinen, später die größeren Schulden abbezahlen. Endlich bekam ich mehr Luft und sah Licht am Ende des Schuldentunnels. Langsam aber sicher änderte ich meine finanziellen Gewohnheiten, war dankbar für jede bezahlte Rate, jeden gesparten Dollar und jeden noch so kleinen Zentimeter mehr Raum zum Atmen.

Heute bin ich schuldenfrei und habe mir geschworen, nie wieder Schulden zu machen.

Etwas Befreienderes gibt es nicht.

Und so weiter…und so fort

Eigentlich hatte ich geplant, darüber zu schreiben,

  • wie ich meinen Besitz entrümpelt und vereinfacht habe,
  • wie ich gelernt habe, mich auf etwas zu konzentrieren und mehr zu erreichen,
  • wie ich meine Leidenschaft zum Beruf machte

und so weiter und so fort.

Eigentlich kommt aber nichts Neues mehr, die Geschichte wiederholt sich:

Ich folgte den selben Grundsätzen immer und immer wieder. Mehr dazu weiter unten.

Und dann setzte ich mir keine Ziele mehr

Vor etwa zwei Jahren hörte ich dann auf, mir Ziele zu setzen.

Eigentlich begann es als Experiment. Und ich merkte:

Selbst ohne die Dinge vorher genau zu planen, konnte ich immer noch dasselbe erreichen, wie wenn ich sie geplant hätte. Ich folgte einfach nur weiterhin meinen (unten folgenden) Grundsätzen. Sie funktionieren sogar, ohne dass ich mir Ziele setze.

Manche Leute glauben, dass es bei mir auch ohne Zielsetzung funktioniert, weil ich schon so viel erreicht habe.

Das glaube ich aber nicht.

Vielmehr kann ich Ziele einfach deshalb aufgeben, weil ich ein paar funktionierende Dinge gelernt habe und bemerkt habe, dass sie so oder so funktionieren – mit Zielen und auch ohne.

Das Gleiche gilt für Dich:

Wenn Du diesen Grundsätzen folgst, kannst auch Du Dein Leben verändern – mit und ohne Zielsetzung.

Vier Zeilen mit viel Power: Die Grundregeln

Was sind also die Grundsätze, von denen ich hier rede und die mein Leben immer und immer wieder verändert haben?

Wenn Du die kurzen Geschichten oben gelesen hast, kennst Du sie eigentlich schon:

  1. Fange ganz klein an.
  2. Verändere immer nur eine Gewohnheit, versuche nicht, mehrere Dinge auf einmal zu ändern – gehe also einen Schritt nach dem anderen.
  3. Sei „da“, nimm teil und genieße, was du tust, während Du es tust – konzentriere Dich nicht auf das Ergebnis.
  4. Sei dankbar für jeden Schritt, der Dir gelingt.

In der Programmiersprache würde man das Folgen der Grundsätze einen Algorithmus nennen. Es ist einfach eine Abfolge an Schritten, die Dir – egal in welcher Situation Du Dich befindest – eine angestrebte Veränderung, ganz gleich welcher Art, einfacher machen.

Und die Grundsätze funktionieren wirklich.

Ich nenne sie die „Zen Habits-Methode“, die „Mein Leben verändern“-App, die nur vier Zeilen braucht. Ich hoffe, sie hilft Dir ebenfalls.

Der Originalartikel „How I changed my life, in four lines“ ist auf seinem Blog Zen Habits erschienen.


Unsere Selbst-Coaching-Prompts dazu für Dich:

  • Was hast Du bisher getan, wenn Du Dein Leben verändern wolltest? Was hat nichts gebracht – was hat gut funktioniert?
  • Welchen von Leo Babautas Tipps möchtest Du demnächst nutzen, um Dein Leben zu verändern?
  • Hast Du weitere Tipps für andere Life-Preneure?

[Bildquelle: Find-Cat auf Pixabay – vielen Dank!]

Leo Babauta

Leo Babauta ist der Autor des Blogs "Zen Habits" und mehrerer E-Books. Leo ist 'Minimalist', d.h. sein Ansatz stellt die Reduktion auf das Wesentliche stark in den Mittelpunkt. Im Kontrast zu anderen amerikanischen Coaches plädiert er häufig für weniger Druck, weniger Ziele, weniger preußische Disziplin. Leo Babauta ist verheiratet, hat sechs Kinder und lebt in Davis, Kalifornien.