Selbstbewusster werden – was die meisten von uns daran hindert

Das ist eine der ersten Fragen, die unsere Kunden uns meist stellen.

Die Antwort ist natürlich ja.

Nichts, was ein Kunde uns erzählt, wird jemals an jemand anderen weitergegeben. Ich finde es aber interessant, dass sich so viele Menschen Sorgen darum machen, dass andere von ihren inneren Einstellungen erfahren könnten. Ein offensichtlicher Grund ist:

Für uns sind sie keine inneren Einstellungen – für uns sind sie ‚wahre‘ Feststellungen über uns selber. Das Ergebnis ist, dass die meisten von uns sich schämen, Einstellungen wie

„Ich bin nicht gut genug“ – „Ich bin nicht wichtig“ – „Ich bin machtlos“
zu haben. Und wir möchten nicht, dass jemand anders diese „Wahrheiten“ über uns erfährt.

Es gibt aber eine weitere Annahme, die die meisten von uns haben:

Diese schrecklichen Dinge, die für uns gelten, gelten nicht für andere.

Wir gehören zu den wenigen Menschen, die geboren wurden, um

nicht gut genug,
nicht wichtig,
nicht liebenswert,
nicht würdig zu sein.

Wenn andere Menschen – die gut genug, wichtig, liebenswert und würdig sind – das wüssten, würden sie nichts mehr mit uns zu tun haben wollen. Wenn wir aber glauben würden, dass viele andere genau die gleichen negativen Ansichten über sich selber haben, wäre es vielleicht nicht so beschämend, dass wir sie auch haben.

Nach meiner Erfahrung mit über 13.000 direkten Coaching-Kunden und 100.000 Menschen, die unsere Online-Programme genutzt haben, kann ich guten Gewissens sagen:

Nur wenige Menschen überstehen ihre Kindheit ohne ein paar negative Ansichten über sich selbst.

Lasst mich erklären, warum das so ist.

Die Quelle unserer negativen Ansichten über uns selber

Kleine Kinder fragen immer:

„Wieso?“

Manchmal sollen uns unsere Eltern etwas erklären, manchmal fragen wir uns selbst:

„Warum werde ich so behandelt? Warum ist mein Leben so, wie es ist?“

Wir beantworten uns diese Fragen in den ersten Jahren unseres Lebens (unbewusst) selbst. Weil unsere Eltern die Menschen sind, mit denen wir anfangs die meiste Zeit verbringen, haben die meisten unserer grundsätzlichen Ansichten viel mit ihnen zu tun.

In den meisten Familien ist es doch so:

Eltern, als die Erwachsenen, die sie sind, mögen es meistens lieber leise. Kinder sind nicht leise und können auch nicht verstehen, warum überhaupt jemand es lieber leise haben wollen sollte.

Eltern möchten ihr Zuhause gerne sauber und aufgeräumt haben. Kleine Kinder verstehen das Konzept „Sauberkeit“ aber überhaupt nicht.

Eltern möchten am Tisch sitzen, wenn das Essen fertig ist, bevor es kalt wird.Kinder machen eigentlich immer etwas anderes, das weit wichtiger ist als das Essen und möchten nicht damit aufhören, wenn ihre Eltern sie rufen.

Und so weiter, und so fort.

Mit anderen Worten:

Die meisten Eltern verlangen von ihren Kindern Dinge, die sie auf dem Stand ihrer Entwicklung noch gar nicht können. Sie möchten, dass ihre kleinen Kinder sich wie kleine Erwachsene verhalten – das können sie aber bei Weitem nicht.

Die Frage ist nicht, ob Kinder häufig ihren Eltern „nicht gehorchen“.

Kinder sind in ihrer Entwicklung einfach noch nicht so weit, den Ansprüchen ihrer Eltern gerecht zu werden.

Die einzige Frage ist, wie Eltern reagieren, wenn die Kinder nicht das tun, was, wann oder wie sie es gerne hätten.

Weil wenige Eltern zur „Eltern-Schule“ gehen und meist die Erfahrungen aus ihrer eigenen Kindheit mit ins Eltern-Sein bringen, liegen ihre Reaktionen auf ihre Kinder zwischen Ärger und Frust auf der einen und Wut und körperlicher Misshandlung auf der anderen Seite – mit vielen anderen Möglichkeiten dazwischen.

Im Grunde hat jeder von uns viele negative Ansichten über sich selbst

Ich glaube, dass es drei Hauptgründe gibt, warum die Quelle unserer Einstellungen immer die Interaktion als Kind mit unseren Eltern ist und nicht mit Menschen oder durch Erfahrungen im späteren Leben:

  • Erstens würden wir als Kinder ohne unsere Eltern nicht überleben. Irgendwo fühlen wir, dass wir ihnen vertrauen müssen, um zu überleben.Mit anderen Worten: Wir nehmen an, dass sie schon ihre Gründe haben werden, warum sie uns so behandeln, wie sie es tun.
  • Zweitens scheinen sie die Realität bewerkstelligen zu können, während wir wissen, dass wir es nicht können– nicht umsonst sagen alle Kinder: „Wenn ich mal groß bin, möchte ich….“. Wir glauben also, dass sie wissen, was sie tun und dass ihr Verhalten korrekt ist. Wenn es mir nicht gefällt, wie ich behandelt werde, dann muss es wohl meine eigene Schuld sein.

Drittens gehen alle Kinder durch eine Entwicklungsphase, in der sie total narzisstisch sind, in der sich die Welt also nur um sie dreht.

Das ist ein ganz normales Vorkommnis in der Entwicklung eines Menschen (wenn ein Erwachsener nicht über diese Phase hinaus kommt, nennen wir seinen Narzissmus jedoch ein psychologisches Problem). Kinder erfahren die Welt um sie herum als eine Verlängerung von sich selber. Sie sind verantwortlich für alles – auch für das Verhalten von Mama und Papa.

Die Quelle negativer Annahmen über uns selbst

Einige negative Annahmen über uns selbst haben übliche Quellen:

  • Wenn meine Eltern so kritisch mit mir sind, muss ich irgendetwas falsch machen, es muss mein Fehler sein.=> Ich bin nicht gut genug.
  • Wenn ich sie nicht dazu bewegen kann, Zeit mit mir zu verbringen oder wenn sie zwar körperlich anwesend sind, mir aber keine Aufmerksamkeit schenken, muss es wohl meine Schuld sein.=> Ich bin nicht wichtig.
  • Wenn ich sie nicht dazu bewegen kann, mir das zu geben, was ich möchte, muss es meine Schuld sein.=> Ich bin nicht würdig, ich verdiene es nicht.
  • Wenn meine Eltern alles für mich entscheiden und mir überhaupt keine eigenen Entscheidungen lassen, habe ich keine Kontrolle über mein Leben.=> Ich bin machtlos.

Wenn wir alle erkennen könnten, dass nur wenige von uns die Kindheit ohne einige negative Meinungen über uns selbst verlassen, könnten wir besser verstehen, warum wir und andere uns so verhalten, wie wir es tun. 

Diese negativen Überzeugungen bräuchten uns nicht peinlich sein

– und wir wären gewillter, sie einzugestehen und loszuwerden.


  • Hast Du Dich einschränkende Einstellungen aus Deiner Kindheit mitgenommen?
  • Viele Einstellungen enstehen in der Kindheit: Wie willst Du diesen Tipp für Dich nutzen?
  • Welchen Tipp hast Du für andere Life-PreneurInnnen, um leichter negative Einstellungen zu überwinden?

Der Originalartikel „Do your beliefs embarrass you?“ ist auf seinem Blog mortylefkoe.com erschienen.

Morty Lefkoe

Morty war ein erfolgreicher Life-Coach aus den USA. Sein Hauptziel war es, seine Kunden von Einschränkungen zu befreien, die sie sich (unbewusst) selber setzen und die ihnen das Leben erschweren. Annahmen, Vorurteile und übernommene, nie überdachte Sichtweisen spielen bei ihm eine große Rolle. Morty ist leider im Dezember 2015 verstorben.