Ich will mein Leben verändern – aber: Wo anfangen?

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Menschen, die ihr Leben verändern wollen, fragen mich bei Zen Habits oft:

„Wo soll ich denn anfangen?“

Vom „fitter werden“ über das regelmäßige Zahnseide-Benutzen, „produktiver werden“, „früher aufstehen“ bis hin zum Sprachenlernen und vielem mehr:

Es gibt so viele Gewohnheiten, die man ändern könnte, dass viele Menschen oft einfach verwirrt und ein wenig überwältigt sind, so dass sie lieber gar nicht erst anfangen.

Ich weiß das, weil es mir genauso ging.

Bevor ich gelernt habe, wie man Gewohnheiten ändert, hatte ich zwei Probleme damit:

1. Erstens versuchte ich oft, viele Dinge auf einmal zu ändern, weil es einfach so viel gab, das ich verändern wollte.
2. Zweitens versuchte ich es oft gar nicht erst, weil ich nicht wusste, wo ich anfangen sollte.

Wie ich mein Dilemma gelöst und mein Leben verändert habe?

Ich suchte mir eine Gewohnheit zum Ändern aus und legte einfach los.

Genau das würde ich auch weiterempfehlen:

Such Dir etwas aus, das Dir Spaß macht und nicht schwer fällt.

EINE Sache.

Eigentlich egal, welche.

Es kommt nicht darauf an, womit Du anfängst – Du wirst früher oder später sowieso alle Veränderungen angehen.

Es kommt vor allem darauf an, wie schwer Dir die Veränderung fällt.

Ist sie kaum machbar, kannst Du leicht scheitern und den Mut und Selbstvertrauen verlieren.

Wenn es Dir leicht fällt und Spaß macht, ist es hingegen viel wahrscheinlicher, dass Du die Veränderung schaffst und mit der nächsten Herausforderung weitermachen kannst.

Wenn ich so auf meine Veränderungen zurückblicke, gibt es einige Sachen, die ich als besonders erfolgreich kennengelernt habe. Am besten suchst Du Dir einen der folgenden Tipps aus – je nach dem, welcher Dich am meisten anspricht und bei welchem Du den größten Erfolg für Dich vermutest.

1. Deine Achtsamkeit trainieren.

Es gibt einige Übungen, die Dich achtsamer machen:

Fünf Minuten meditieren, ein bestimmtes Ritual beim Teetrinken, fünf Minuten bewusst essen (Du solltest Dich nur aufs Essen konzentrieren und nicht nebenbei fernsehen oder lesen).

Diese Übungen allein sind schon wunderbar und beruhigend, bauen nebenbei aber eine super Grundlage für Veränderungen in der Zukunft auf. Ganz einfach ausgedrückt: Hier kannst Du Achtsamkeit üben und das wird Dir später beim Verändern egal welcher Gewohnheit zu Gute kommen.

Achtsamkeit ist wirklich eins der besten Dinge, die ich je gelernt habe.

2. Vereinfachen.

Indem Du Deine Pläne klarer gestaltest oder vereinfachst, machst Du Dir ganz einfach Platz für die wichtigen Dinge im Leben. Mir gibt ein schöner, aufgeräumter Zeitplan immer super Zeit für Sachen wie Sport, lesen, meditieren, schreiben usw.

Wenn Du Deinen Plan aufräumst, indem Du z.B. jeden Tag eine bestimmte Sache rausschmeißt oder sie vereinfachst,

kannst Du ganz einfach Platz machen für die Veränderungen, die noch folgen sollen.

3. Sport machen: Sport ist kein Mord.

Nicht? Sport kann Spaß machen?! Naja, mir schon! 🙂

Ich freue mich auf meinen Sport, sei es, weil joggen mir den Kopf frei macht, weil ich beim Walken über Ideen nachdenken kann, oder weil ich im Fitness-Studio super mit anderen Menschen zusammen sein kann.

Wenn Sport Dir keinen Spaß macht, musst Du vielleicht noch den richtigen Trainingspartner, den richtigen Trainer, das richtige Team oder das richtige Spiel finden.

Sport ist ein super Start, wenn Du etwas verändern möchtest: Dein Tag wird schöner, Dein Gehirn kann sich besser konzentrieren und Du bekommst das Selbstvertrauen, die Veränderung anderer Gewohnheiten anzugehen.

4. Gesund essen.

Diese Gewohnheit liebe ich, weil man sich einfach leichter, gesünder und glücklicher fühlt.

Alles, was Du tust, wird davon beeinflusst. Du kannst z.B. ganz einfach Obst und Nüsse statt fettige oder süße Dinge snacken, oder Wasser und Tee statt Cola trinken, oder Gemüse anstatt Frittiertes essen.

Genieße, dass es „sauberer“ und leichter schmeckt, dass es Dir nicht schwer im Magen liegt und Du Dich hinterher nicht fett und aufgebläht fühlst.

Du brauchst nicht einmal Deine ganze Ernährung umzuschmeißen – es reicht völlig, klein anzufangen und für den Start eine kleine Essgewohnheit zu ändern.

Was, wenn Du jetzt alle vier Tipps befolgen möchtest?

Such Dir erst einmal einen aus, der Dir am meisten Spaß macht.

Wenn Du Dich nicht entscheiden kannst, such Dir einfach irgendeinen aus.

Es kommt nämlich nicht darauf an, WO du anfängst.

Es kommt darauf an, DASS Du anfängst.

Der Originalartikel „Where in the world do I start?“ ist auf seinem Blog Zen Habits erschienen.

[Bildquelle: Nachbearbeitet – basierend auf MadSmith35 auf Pixabay – danke!]


Unsere Selbst-Coaching-Prompts für Dich zum Thema „mein Leben verändern – wo fange ich an?“:

  • Hast Du schon mal eine größere Veränderung in Deinem Leben umgesetzt? Was war es – und WIE genau hast Du losgelegt? Wie hat es letztlich am besten funktioniert?
  • Falls Du es noch vorhast, zu tun: Was denkst Du, hat Dich bisher gehindert, wirklich anzufangen? Was meinst Du, würde es brauchen, damit Du es tust?
  • Falls Du schon mal Dein Leben verändert hast: Wo und wie hast Du angefangen, Dein Leben zu verändern?
  • Welchen Tipp hast Du für andere, die ihr Leben verändern wollen – und noch nicht so recht wissen, wo und wie sie anfangen sollen?

Leo Babauta

Leo Babauta ist der Autor des Blogs "Zen Habits" und mehrerer E-Books. Leo ist 'Minimalist', d.h. sein Ansatz stellt die Reduktion auf das Wesentliche stark in den Mittelpunkt. Im Kontrast zu anderen amerikanischen Coaches plädiert er häufig für weniger Druck, weniger Ziele, weniger preußische Disziplin. Leo Babauta ist verheiratet, hat sechs Kinder und lebt in Davis, Kalifornien.