Nix mit Warten bis zum neuen Jahr: Erfinde Dich neu. Heute.

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„Erfinde Dich neu“

stand ganz unten auf der Postkarte, die mir eine Freundin geschickt hatte. Es stand unter allerlei klugen Lebens-Weisheiten als Schluss-Satz ganz unten – als würde er alles darüber stehende zusammenfassen. Und das stimmt ja auch:

Wenn wir uns immer wieder neu erfinden dürfen, bleiben wir lebendig, aktiv, unbelastet von Altlasten, unbeschwert und letztlich glücklich.

„Erfinde Dich neu“ gibt uns Erlaubnis,

ab heute hier und jetzt eine neue Version von uns, ein neues Ich zu sein.

Mag ja sein, dass ich bis gestern unglücklich und pessimistisch war –
kein Grund nicht ab heute vielleicht zuversichtlich und glücklich zu sein.

Mag ja sein, dass ich bis gestern unzufrieden mit mir war wegen etwas, das andere doof an mir finden –
egal, ab heute kann ich meinen Frieden mit mir machen.

Mag ja sein, dass ich bis gestern noch einen fetten Müllsack emotionaler Altlast mit mir rum geschleift habe – deswegen kann ich ihn erst recht stehen lassen und ohne ihn weitergehen.

Ab heute.
Ab jetzt.

Stell Dir vor, Du erfindest Dich ab heute neu und lebst Dein neues Ich:

  • Sieh Dich endlich das tun, was Dir wichtig ist.
  • Stell Dir vor, was Du hinter Dir lässt – ist Dein Schritt ab heute leichter?
  • Wer sagt denn, dass Du nicht noch zu ganz anderem fähig bist?
  • Stell Dir vor, in einem Monat schaust Du Dir im Spiegel in die Augen und siehst ein kleines stolzes Leuchten, weil Du Dich nach vorn zu Deinem neuen Ich bewegt hast.

Sich neu erfinden: Was brauchst Du, um Dein neues Ich zu leben?

Du brauchst keine Reichtümer, keine einflussreichen Freunde, keinen Zauberstab.

Was Du brauchst, ist:

  • eine Vorstellung von Deinem neuen Ich,
  • eine Vorstellung von dem Leben, das Dein neues Ich führt,
  • einen Überblick, was Du dafür hinter Dir lässt (!),
  • die Bereitschaft, das alte Ich hinter Dir zu lassen und
  • das neue Ich herzlich willkommen zu heißen,
  • eine realistische Erwartungshaltung (vor allem was die erforderliche Zeit angeht – s. unten).

Die Vorstellung von Deinem neuen Ich und seinem Leben?

Schreib‘ in einer ruhigen Minute runter, wie exakt Du Dir dieses Leben vorstellst. Wenn Du kein „Schreibmensch“ bist, kannst Du Dir Deine Gedanken auf dem Handy o.ä. aufnehmen und nachher nochmal anhören.

Wichtig ist nur, dass Du es festhältst – und Dir Zeit für die Details nimmst –

  • Mit wem hat Dein neues Ich wie zu tun?
  • Womit verbringst Du Deinen Tag?
  • Was tust Du mehr?
  • Was gar nicht mehr?
  • Was ist Vergangenheit für Dich?

Wahrscheinlich funktioniert das am besten, wenn Du alleine bist – Du kannst es gut mit einem Tag in der Sauna verbinden.

Deine Vorstellung vom neuen ICH ist noch schwammig – „aber auf jeden Fall anders als jetzt“?

Such Dir Vorbilder. Hierfür empfehle ich Dir, eine Zeit lang nach Büchern und Zeitschriften und Filmen und allem Möglichen Ausschau zu halten und darin Hinweise auf das zu entdecken, das Dir ins Auge springt.

Mach‘ Fotos mit Deinem Smartphone, mach‘ Dir Notizen in einem Notizbuch:

  • Was „springt“ Dich an?
  • Gibt es wiederkehrende Motive?
  • Menschen, die einen bestimmten Beruf haben?
  • Oder bestimmte Eigenschaften?
  • Worum geht es Dir wirklich?

Lass Dir Zeit dafür – wenn es wirklich eine größere Veränderung sein sollte, brauchst Du das Baby wirklich nicht mit dem Bad auskippen.

Mit diesen Hinweisen ausgerüstet kannst Du den im Abschnitt oben beschriebenen Schritt machen.

3 Geheimnisse muss ich Euch noch verraten:

Geheimnis 1: Meistens braucht es gar nicht so viel NEUES

Ich kann mich irren, bisher ist meine Beobachtung allerdings, dass bei ganz vielen Menschen die Veränderungen gar nicht so gigantisch sind, damit sie ihr neues Ich (oder eher: ihr eigentliches Ich) leben können.

Tatsächlich tut es das oft schon,

  • den Kleiderschrank von vor 2 Jahrzehnten auszumisten,
  • die Frisur mal auf einen aktuellen Stand zu bringen,
  • das geliebte Hobby wieder auszuüben –
  • oder ein neues anzufangen.

Tatsächlich entwickeln wir uns ohnehin stetig weiter – und unsere äußere Hülle und der alte Müll bleibt leicht kleben, wenn wir uns dessen nicht gezielt und regelmäßig entledigen. In diesen Fällen reicht gründliches Entmisten von Wohnung, Kleiderschrank, Frisur, Hobbys etc. völlig aus, um sich komplett neu zu fühlen.

Deine Aufgabe ist dann, für das – schon vorhandene – neue Ich Platz zu machen. Et voilà – alles neu!

Geheimnis 2: Dieses Ich ist gar nicht so NEU

Außerdem glaube ich, dass diese neuen ICHs gar nicht wirklich neu sind, sondern eine Dimension unserer Persönlichkeit sichtbar werden lassen, sie betont und/oder mehr zum Einsatz bringt. Ich selbst war sicher schon immer kreativ. Zwischendurch hatte ich das jedoch so wenig gelebt, dass ich meine Kreativität selbst schon fast vergessen hatte (!).

Mein Umfeld wusste das übrigens schon – meine gefühlt große Veränderung hin zu mehr Kreativität war für Menschen, die mich gut kannten, gar nicht verblüffend, sondern eher unter „na endlich!“ zu sehen.

Also: Mach‘ Dir diese Veränderung vor Deinen eigenen Augen nicht zu groß – sonst wirst Du zu ehrfürchtig.

Mach‘ es Dir angenehmer, indem Du Dir vorstellst, dass Du die wahren Juwelen Deiner Person endlich aus dem Verschlag im Keller ans Licht holst.

Geheimnis 3: Große Veränderungen brauchen eh‘ Zeit

Die beiden anderen Geheimnisse haben Dir verraten, dass das To Do Paket gar nicht so groß ist. Ein weiteres Geheimnis ist, dass die großen Veränderungen trotzdem Schritt für Schritt passieren.

Selbst wenn Dein Leben also von außen z.B. durch Trennung, Auswanderung, plötzlicher Ruhm über Nacht (ich wünsche Dir nur Letzeres! :)) o.Ä. sich optisch sehr massiv innerhalb eines Tages oder einer Minute verändert, dann brauchst Du innen natürlich dennoch Zeit, um Schritt für Schritt in Dein neues Leben und Dein neues Ich hineinzuwachsen.

Sei fair und geduldig mit Dir.

Solltest Du selbst eine große Veränderung entschieden haben, z.B. Unternehmer zu werden, oder den Beruf zu wechseln, geh‘ davon aus, dass es ein paar Jahre, manchmal Jahrzehnte brauchen wird.

Besonders bis Du Erfolge siehst – oder vorzeigen kannst.

Lass‘ Dich nicht davon beeindrucken, was in Wirtschafts- oder Frauenmagazinen zu lesen steht:

Die großen Dinge brauchen einfach Zeit.

Wann können wir uns besonders gut neu erfinden?

Allgemeiner Meinung nach: Wenn ohnehin eine gut sichtbare Zäsur passiert – besonders beliebt sind die sogenannten „Neujahrsvorsätze“.

Ich gebe offen zu: Ich habe es mit denen nie richtig probiert, es schien mir wenig einleuchtend, wie ab einem sehr verkaterten Morgen eine entscheidende Veränderung zum Guten passieren soll… 😉

Bei anderen konnte ich beobachten, dass es meistens um das Austreiben ‚böser‘ Gewohnheiten ging – das Rauchen ist ein Klassiker, das Abnehmen fast schon Standard. Ihr kennt das wahrscheinlich selbst oder von Freunden. Die Chancen für eine faktische Umsetzung stehen meistens nicht gut.

Lieber: Jahresbilanz und -ausblick wann immer Du willst

Ich fahre besser damit, mir an Silvester oder einem anderen beliebigen Tag im Jahr Zeit zu nehmen, um zurückzuschauen, wie das letzte Jahr war, was ich erlebt habe, woran ich gewachsen bin, was mich frustriert hat, was mich glücklich macht.

Das mache ich mit einer Skizze – so eine Art Mischung aus Mindmap, Collage und Kritzelei – weil ich so gut nachdenken kann. Ich nehme meinen Kalender dazu, mein Tagebuch und alles sonst – und lasse mich dann verblüffen über das Vorher-Nachher-Bild, das sich ergibt.

Damit kann ich das letzte Jahr für mich innerlich gut abschließen – und schauen, welche Teile von mir ich gern hinter mir lassen will.

Statt „Vorsätzen“ bilde ich eine Art Zielbild

– grobe Ansätze, wo ich mich gern hin entwickeln möchte. Und zwar denke ich dabei nicht in der Weglassung („ich will nicht mehr rauchen“) sondern in dem guten, neuen Zustand („ich bin fit und gelassen“). Ich nehme mir vor, Lösungen zu finden, wie das geht. Und das war’s auch schon. Mein Hirn macht sich dann von alleine auf den Weg, Lösungen zu finden.

Ein Beispiel:
Vor zwei Jahren ging mir meine eigene Orientierungslosigkeit und dadurch verursachte Nöligkeit richtig auf den Zeiger. Ich wollte stattdessen wieder mit Klarheit und Begeisterung Dinge angehen. Meine Lösung war, dass ich mir ab Februar eine gute Coach „gegönnt“ habe. Mein Hirn kam ein paar Wochen nach meinem Entschluss mit diesem Vorschlag – und der war gut.

Warum auf den nächsten Jahreswechsel warten?

So, und nachdem das gesagt ist, möchte ich Euch anfeuern, nicht bis Jahresende auf DEIN NEUES ICH zu warten und deswegen bequem nix zu tun.

Gib‘ Dich damit nicht zufrieden.

Drücke selbst öfter auf den Neustart-Knopf:

z.B. Montagmorgens

müssen wir doch unser Büro- oder Geschäfts-Ich ohnehin wieder zusammensuchen,

weil wir es am Wochenende schon fast vergessen hatten. Montagmorgen ist also eine gute Gelegenheit.

In welcher Kleinigkeit bist Du ab heute für diese Woche anders als vorher? Womit kannst Du das zeigen?

z.B. jeden Morgen schon im Bett:

Geh‘ den Tag mit einem Gedanken an wie:

„Mein cooles neues Ich –
was würde das heute tun?
Wie würde sie/er es tun?
Hindert mich irgendwer daran?
Na, dann…mal los!“

z.B. jeden Tag nach einem Aufsetzer oder Frusterlebnis:

Wenn während des Tages etwas passiert, das Dich böse aus dem neuen in eine unerfreuliche Version des alten Ichs zurückwirft, dann drück‘ die Pausentaste.

Geh‘ um den Block, trink einen Kaffee, geh‘ aufs Klo und wasch‘ Dir gründlich die Hände.

Mach‘ Dir klar, dass die Tatsache, dass Du das überhaupt bemerkt hast, schon ein Fortschritt auf dem Weg zu Deinem Leben mit Deinem neuen Ich ist.

Atme tief durch (die berühmten „auf 27 runterzählen“) und lege wieder los.

Du mit Deinem neuen Ich.

Das reicht.

Kristin Reinbach

Kristin ist Gründerin des Clubs. Sie testet und entwickelt Inspirationen und Tools für Dein Selbst-Coaching für Dich und teilt als Autorin viele erprobte Tipps. Als langjährige Expertin in Sachen Marketing leitet sie außerdem die Boutique Agentur Overw8, die mit Web-Design, Branding & Marketing-Systemen v.a. mittelständische und kleine Unternehmen, Startups & Professionals bei ihren Plänen unterstützt. In ihrem persönlichen Blog teilt sie u.a. Ergebnisse ihrer Lebens-Experimente.