Was ist Yoga – die Wunderwaffe für ein glückliches Leben?!

yoga, glücklich, glückliches leben, was ist yoga wirklich, was bringt yoga, mythen yoga, kristin reinbach, the club of happy lifepreneursWenn Du ein glückliches Leben leben willst, wirst Du wahrscheinlich schon darüber nachgedacht haben, Yoga auszuprobieren oder Du machst es schon.

Gibt es die Erleuchtung garantiert nach der 10. Stunde?

Lohnt sich das? Was kannst Du von Yoga erwarten und was nicht?
Was ist Yoga überhaupt?
wurde ich sehr oft gefragt.

Meistens mit leiser gestellter Stimme, weil man sich blöd vorkam, das überhaupt zu fragen.

Dabei ist es DIE Frage überhaupt.

Viele Menschen haben zu Recht den Eindruck, dass sie nicht wirklich wissen, was Yoga ist.

Sobald anrüchig wurde, dass ich mich damit näher beschäftige, wurde ich oft hinter vorgehaltener Hand gefragt:

„Du, was ist Yoga denn wirklich?“

Viele denken, es sei peinlich das zu fragen – dass man es – ganz klar! – wissen müsste. Ich finde die Frage schlau und freue mich jedes Mal, wenn ich gefragt werde, weil ich dann mit ein paar Gerüchten aufräumen kann (wie in diesem Artikel auch).

Sei getröstet:

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass trotz (oder wegen) der Fülle der Informationen, die Du in Büchern oder im Internet finden kannst, am Anfang schwierig ist, zu klären, was die wahre Wahrheit ist.

Das liegt daran, dass die meisten dieser Informationen aus sehr gefärbter Perspektive kommen. Wenn Du Infos zu Yoga liest, empfehle ich Dir, genau zu schauen (oder zu fragen) aus welchem Background heraus diese Infos kommen.

Körper und Geist auf eine Spur bringen,

darum geht es letztlich bei allen Yoga-Richtungen.

Oft wird das Bild eines „Jochs“ mit zwei Ochsen, die gemeinsam einen Karren ziehen, benutzt.

Körper und Geist, die zusammen an einem Strang ziehen, machen es sehr viel einfacher, ein glückliches Leben zu führen.

Die Meinungen und Erfahrungen dazu, wie das am besten zu erreichen sei, gehen im Detail auseinander – und deswegen gibt es unterschiedliche Yoga-Richtungen.

Schluss mit ein paar Gerüchten!

„Yoga ist was für spirituelle Spinner!“

Je nachdem, wo Du bei ersten Versuchen hin gerätst, kann dieser Eindruck entstehen.

Ich selbst bin schon regelrecht geflohen, weil ich an einen Ort geraten war, an dem die Luft schrecklich roch, sich alle mit geheimnisvollem Ton zuraunten:

„Ja, ich kann das spüren – das ist ein Kraftort“,

das angeblich so liebevoll gekochte vegetarische Essen völlig ohne Aromen daherkam, und die Menschen hinter den Tellern fürchterlich sauertöpfisch aussahen.

Die fanden, sie seien seeeehr spirituell, ich hatte eher den Gedanken:

„Was auch immer die tun, es tut ihnen nicht gut.
Für mich bitte nicht!“

Yoga basiert tatsächlich auf uralter Weisheit und Philosophie –

es gibt Tonsiegel von 5000 VOR Christus, auf denen eine Person im Yogasitz abgebildet ist. Wenn Du Dich dafür interessierst, kannst Du sogar die alten Original-Quellen lesen. Bei genauerer Betrachtung gibt es in anderen Regionen ähnliche Ansätze – wie z.B. in Asien mit Tai Chi oder Chi Gong.

Obwohl es Yoga-Richtungen gibt, die dem Hinduismus oder seinen kulturellen Symbolen nahestehen, ist Yoga im Kern keine hinduistische, überhaupt auch keine religiöse Veranstaltung.

Yoga ist eine grundlegende Philosophie, die letztlich mit den Elementen einer Kultur kombiniert werden kann – aber nicht muss.

Ist das „OM“ ein Must!?

Das „Om“, „Namaste“ und andere Ausdrücke und Mantras sind so gesehen nichts anderes als typische verwendete Elemente, die aus der Ursprungskultur des Yogas, Indien eben, stammen.

Ich persönlich habe damit anfangs sehr gefremdelt, weil es Elemente einer ganz anderen Kultur sind, aus der ich nicht komme. Inzwischen kenne ich die Bedeutungen und Assoziationswelten und finde das ein oder andere schön („Namaste“ am Ende einer Stunde z.B.) – ich persönlich möchte allerdings wissen, was hinter Symbolen und Wörtern steht, bevor ich sie verwende.

Das „OM“ wird in manchen Yoga-Traditionen als Anfangs- und Endpunkt einer Stunde eingesetzt, damit ist es ein Signal für Körper und Geist, dass es jetzt losgeht. In anderen Traditionen wie dem Ashtanga gibt es eine Art Anfangs- und End-Rezitat. Mein Eindruck ist, dass viele das schön und angenehm finden, um die Yoga-Stunde vom Alltag abzugrenzen.

„Ich würde gern Yoga machen, aber ich bin nicht gelenkig genug dafür.“

wurde mir oft gesagt. Ich verstehe gut, woher die Idee kommt, dass man das sein müsste: Da sieht man auf Fotos Madonna in einer vierfachen Verzwirbelungs-Pose, einen amerikanischen Yoga-Guru auf einer Hand mit seitlich grazil in der Luft verteilten Beinen.

Um es ganz klar zu sagen:

Nein, im Yoga geht es nicht – gar nicht! – um Gelenkigkeit.

Zum einen siehst Du auf Fotos wie diesen nur sogenannten „Asanas“ (d.h. Körperübungen) – und das ist nur ein Teil von Yoga. Wenn Du Yoga-Asanas regelmäßig machst, wirst Du wahrscheinlich beweglicher werden als Du anfangs warst. Aber jeder Körper ist anders und hat andere Möglichkeiten – und das ist nun mal so.

Damit sind wir beim nächsten Punkt:

„Yoga ist ein bisschen wie Gymnastik oder Pilates.“

Wenns blöd läuft, dann kann das passieren. 🙂

Wie grade schon gesagt: Die Körperübungen bzw. Asanas sind nur ein Teil davon, wie Yoga gelebt werden kann. Wichtige weitere Teile sind Atemübungen und Meditation. Je nach Richtung gibt es sog. Mudras bzw. Handhaltungen, in manchen Traditionen gehören gemeinnützige Dienste dazu (ja, das wird in Sekten-ähnlichen Konstrukten gern genutzt!).

Vor allem aber geht es darum,

Yoga als eine Art Ethik im Alltag zu leben.

Das hat mit Respekt und Achtung vor Dir selbst und anderen zu tun, sich nicht zu bereichern, mehr über das geheimnisvolle Wesen „Ich“ zu lernen und vielem anderen.

„Die ganzen schlanken Stars machen Yoga – also macht das wohl schlank und grazil.“

🙂 Haha, der ist lustig!

Nein, sorry, das ist großer Quatsch.

Yoga ist nicht zum Kalorien-Burnen erfunden worden.

Im Gegenteil: Als Yoga und die Asanas dazu entwickelt wurden, kannte man Schreibtisch-Jobs noch nicht, harte körperliche Arbeit aber schon.

Ich habe schon beobachtet, dass vor allem Frauen denken, wenn sie in „Poweryoga“ gehen, dann wäre das so richtig Sport. Sicher ist das besser als auf der Couch zu sitzen – aber ehrlich:

Wenn Du Kalorien verbrennen willst, ist was anderes besser geeignet.

„Yoga ist nur was Frauen.“

Atmen Männer nicht? Haben Männer keinen Geist? Natürlich ist Yoga nicht „nur was für Frauen“.

Lustigerweise war in Indien Yoga lange „Männersache“ und man fand es merkwürdig, dass Frauen mitmachen wollten….

Soweit zu kulturellen Unterschieden.

Männer haben ihre ganz eigenen Herausforderungen besonders im Arbeitsleben zu bestehen. Dafür sind die Methoden, die Yoga anbietet, ausgesprochen nützlich, weil sie so flexibel und individuell anpassbar sind.

Männer und Frauen brauchen oft unterschiedliche Übungen, um guten Ausgleich zu schaffen – Männer haben z.B. häufig stark verkürzte Muskeln auf den Beinrückseiten. Dagegen anzuarbeiten kann mühsam sein, aber umso lohnender.

Letztlich sind nicht nur Männer und Frauen unterschiedlich, sonder jeder braucht seine Yoga-Übungen, die für ihn passen.

Das kannst Du von Yoga erwarten:

  • Besonders wenn Du viel sitzt, werden Dir die Asanas helfen, besser länger sitzen zu können – dafür wurden die Asanas nämlich erfunden (so konnten die Yogis länger meditieren).
  • Viele junge Mütter finden Yoga sehr angenehm, weil ihr Rücken sehr belastet ist – und oft einseitig (weil sie das Kind auf einer Seite tragen) – die Stärkung des Rückens und der Ausgleich zwischen den Körperhälften ist dafür wohl sehr angenehm.
  • Ein deutlich besseres Körpergefühl.
  • Mehr Energie – ein paar Tage hintereinander Yoga – und ich platze vor Energie und Ideen.
  • Mehr Verständnis für Dich und andere.
  • Wenn Du Dich mit der Philosophie und Meditation beschäftigst, große Aha-Effekte dazu, wie unser Geist uns auf der Nase rumtanzt und wie Kommunikation funktioniert.
  • Du nimmst deutlicher wahr – allerdings im Guten wie im Schlechten – es kann sein, dass Du empfindlicher wirst – wahrscheinlich spürst Du gleichzeitig besser, was Dir gut tut im Leben.

Das hier ist unwahrscheinlich:

  • Dass Du ständig mit einem breiten Grinsen rumrennst, 2 cm über dem Boden schwebst, und die General-Erleuchtung über Dich reinbricht.

Z.B. mein Yoga lebt sich inzwischen so:

  • Meine Asanas sind zur Zeit mein Taekwondo-Training – weil ich Konzentration und Kraft und Mut brauche.
  • Meine Meditationen mache im am liebsten mit einem Mudra / einer Handhaltung.
  • Ab und zu gehe ich in eine gute 90 minütige Stunde hier um die Ecke.
  • Wenn ich eine längere Runde laufen gehe, mache ich nach ca. 2 Dritteln Strecke eine Pause und baue hier ein paar Asanas im Stehen ein – danach fliegen die Beine nur so!
  • Die Grundphilosophie ist eine Art Untergrundsrauschen in meinem Leben und Arbeiten geworden.
  • Es gibt ein paar gute Bücher über Yoga, die ich immer wieder anblättere und mich inspirieren lasse.
  • Ab und zu mache ich selbst Sessions zuhause – alleine oder mit meinem Mann.
  • Neulich hatte ich eine fies schmerzende Schulter (ich hatte mir einen Zug geholt) – eine geduldige Yoga-Stunde hat hier wieder für Ausgleich gesorgt.

Ja, Yoga ist super, um Dein Leben als glückliches Abenteuer zu leben!

Damit das bei Dir auch hinhaut,

zum Abschluss ein paar Tipps zum Einstieg:

  • Schau Dir ein paar unterschiedliche Richtungen an.
  • Bevor Du viel Geld für ein Abo ausgibst, nimm lieber ein paar Privatstunden und lass Dir ein passendes Programm maßschneidern.
  • Weniger ist deutlich mehr – die, die regelmäßig dabei sind, sind meistens diejenigen, die sagen: „Ich mache jeden Morgen fünf Sonnengrüße“, nicht diejenigen, die dreimal die Woche eine 90 Minuten-Stunde besuchen wollen.
  • Sei offen für Neues – und probier‘ verschiedene Formate aus – einen Wochenendworkshop vielleicht, eine kurze Yoga-Reise, Privatstunden, zuhause alleine üben.
  • Nimm Dich und Dein Yoga nicht zu ernst: Das Ganze soll Dir gut tun – also sei egoistisch und such‘ Dir exakt das zusammen, das für Dich passt.
  • Was für Dich passt, ändert sich je nach Lebenssituation und Verfassung ständig – passe also darauf an.

Vielleicht bist Du neugierig, woher ich das alles weiß…
Seit 2002 ca. habe ich eine Art eigenhändiges Studium dazu in Theorie und Praxis durchgeführt, ganz viel ausprobiert, angeschaut, gelesen, habe eine Yoga Teacher Ausbildung gemacht, Community Classes gegeben und vielen Freunden und Bekannten die Scheu vor Yoga genommen.

[Bildquelle: Der Urheber der schönen Yoga Schautafel lässt sich leider nicht zuverlässig feststellen – sie soll aus dem 19. Jahrhundert stammen.]

Kristin Reinbach

Kristin ist Gründerin des Clubs. Sie testet und entwickelt Inspirationen und Tools für Dein Selbst-Coaching für Dich und teilt als Autorin viele erprobte Tipps. Als langjährige Expertin in Sachen Marketing leitet sie außerdem die Boutique Agentur Overw8, die mit Web-Design, Branding & Marketing-Systemen v.a. mittelständische und kleine Unternehmen, Startups & Professionals bei ihren Plänen unterstützt. In ihrem persönlichen Blog teilt sie u.a. Ergebnisse ihrer Lebens-Experimente.